Was ich derzeit lese

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neuester Beitrag:  24.03.24 22:41
eröffnet am: 10.08.20 19:13 von: Fritz Pommes Anzahl Beiträge: 1494
neuester Beitrag: 24.03.24 22:41 von: Philipp Robert Leser gesamt: 414699
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26.02.23 13:00 #1426 Der Link zum aktuellen Anlass macht Problem.
27.02.23 22:21 #1427 In der öffentlichen Bücherei vorgemerkt
habe ich

Max Brod, seines "Zeichens" Verwalter der literarischen Hinterlassenschaft von Franz Kafka.  
28.02.23 15:59 #1428 Zur Zeit lese ich: Tristram Shandy
der 1713 in Nord-Irland geboren wurde und im März 1768 in London verstarb.

Der andere Verlag hat dieses Buch neu aufgelegt; ob es schon wieder vergriffen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Der Autor wurde ob seines bissigen Humors angefeindet, liess sich aber nicht beirren....

Viel Spass bei der Lektüre
wünscht

Fritz Pommes  
28.02.23 16:05 #1429 Die erste deutsche Ausgabe wurde im Jahre .


Nachsatz  zu Post 1428


F.P.










 
28.02.23 16:18 #1430 Eins meiner Lieblingsbücher
Liest du es auf Englisch oder in welcher Übersetzung?  
28.02.23 17:37 #1431 16:05.Btw. Was meinst du mit "Der andere .
Wüsste nicht, dass der so genannte Verlag das von Laurence Sterne verfasste Buch "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman"  verlegt hätte.

Lieferbare Ausgaben gibt es jedenfalls derzeit zur Genüge, wie man nicht zuletzt der Seite von "Der andere Verlag" entnehmen kann.( https://de.book-info.com/service/...stram+Shandy&page=2#MenueRESU  deutsche Ausgaben ab Nr. 79 )

Auch in öffentlichen Bibliotheken  ist eine Ausleihe möglich, was du vermutlich weißt.
Nur ein Beispiel:
https://www.buecherhallen.de/...isse.html?suchbegriff=tristram+Shandy

 
28.02.23 18:12 #1432 Bei solchen Klassikern
ist heutzutage leider vieles nicht lieferbar, und man ist be einer öffentlichen Bibliothek als Leser besser aufgehoben.

Ein anderes Lieblingsbuch von mir ist das andere Buch von Sterne, dt. u.a. wiedergegeben als "Yoricks empfindsame Reise" (A Sentimental Journey). Das ist noch weniger bekannt und noch weniger im Handel zu finden.
Dieses Buch hat, wie ich finde, den besten Romananfang aller Zeiten und den besten Romanschluss. Das zwischendrin ist aber aucn gut.  
28.02.23 19:26 #1433 Also gut: Der beste Romananfang aller Zeite.

Hier ist er (ich schwöre, es ist der Anfang):

"In Frankreich", sagte ich, "versteht man sich besser darauf."
"Sie waren in Frankreich?" sagte der Herr und wandte sich mir rasch zu mit dem höflichsten Triumph von der Welt.
"Seltsam!" sagte ich, als ich darüber nachdachte, "dass eine Seereise von einundzwanzig Meilen -- und es ist durchaus nicht weiter von Dover nach Calais -- einem Menschen solche Rechte verleihen sollte. Ich werde ihnen auf den Grund gehen." Damit gab ich die Überlegung auf, ging geradewegs in meine Wohnung, packte ein halbes Dutzend Hemden und eine schwarzseidene Hose ein -- "der Rock, den ich anhabe", sagte ich und besah mir den Ärmel, "geht noch" -- setzte mich in die Postkutsche nach Dover und -- da das Schiff am nächsten Morgen um neun abfuhr -- saß schon um drei bei Tisch über einem frikassierten Huhn so unbestreitbar in Frankreich, dass ...

In diesem Text wird ein unglaubliches Tempo vorgelegt, von einer beiläufigen Unterhaltung bis zu Reisevorbereitungen, Reiseantritt samt Ankunft ... in nur wenigen Zeilen. Ich erinnere mich, dass ich im Deutschunterricht in der Schule gelernt habe, dass man Aufsätze, also Erzählungen, "lebendig" beginnen lassen soll, ein guter Kunstgriff sei, direkt mit einer wörtlichen Rede zu beginnen. Das haben wir Schüler dann notgedrungen praktiziert, die Ergebnisse müssen entsetzlich albern gewesen sein. Dieser obige Text ist freilich aus dem 18. Jahrhundert, und den gutgemeinten Ratschlägen aus dem Deutschunterricht also um Jahrhunderte voraus. Ja, man soll lebendig beginnen, mitten in der Handlung, aber inmitten von welcher Handlung eigentlich bitte? Tja, das erfährt man nie. Man erfährt nie wieder, wovon in den ersten Zeilen eigentlich die Rede war. Der Gebrauch des Wortes "darauf" im ersten Satz, ohne jede Auflösung, worauf es sich bezieht und besser als was, ... für den Deutschlehrer eine einzige Katastrophe! Aber es scheint, dass die Entwicklung der Ereignisse eben so schnell verläuft, dass der Romanautor schier gar nicht hinterherkommen konnte. Da hat er es einfach vergessen, diese Episode zuende zu erzählen. Das ist einer der Gründe, warum ich diesen Romananfang für einen der kunstvollsten halte, die es je gab.

Es ist auch deshalb kunstvoll, so zu schreiben, weil es ebenso schiefgehen könnte. Der schlechteste Romananfang aller Zeiten, soweit ich Romane kenne, verfährt nämlich oberflächlich betrachtet ganz ähnlich. Mit "lebendiger" direkter Rede "mittenhinein". Das ist der Anfang von Iwan Turgenjews Klassiker "Väter und Söhne", und ich habe Schwierigkeiten, ihn hier zu zitieren, weil ich das Buch nicht mehr habe. Ich habe es beim letzten Umzug weggeschmissen. Den Gogol habe ich mitgenommen und den Dostojevskij (letzteren nach wie vor ungelesen), und sogar den Leskov. Den Turgenjew habe ich weggeschmissen. Also zitiere ich ihn aus einer Internetquelle:

»Nun, Peter, siehst du noch nichts?« So fragte am 20. Mai 1859 auf der Landstraße nach X... in Rußland ein Mann von 45 Jahren, der in einem Paletot und karierten Beinkleidern, barhäuptig und staubbedeckt vor der Tür einer Schenke stand. Der Bediente, an den er diese Frage richtete, war...

Jaja, direkte Rede, mittenhinein. Wenn auch enorm trivial, was und wie da gesprochen wird! Aber außerdem kommt der Text dann sofort mit knirschenden Bremsen zum völligen Stillstand, weil erst das genaue Datum herausgesucht werden soll (Wochentag fehlt!), Personalien des Sprechers (Geburtsort fehlt) und die Garderobe. Unbeschreiblich plump! Man schaue sich den direkten Vergleich zu Sterne an, der kurioserweise die Garderobe ebenfalls bringt, aber wie leichtfüßig sie eingeflochten wird und wie schnell sie vorbeihuscht. Nichts stört!

*

Der Romanschluss bei Sterne wird hingegen nicht verraten! (Ich habe gelesen, "Yoricks empfindsame Reise" sei ein unvollendeter Text, weil der Autor darüber verstorben ist, aber ich persönlich möchte den Schluss auf jeden Fall für ebenso gewagt und ebenso kunstvoll halten wie den Anfang und für ganz und gar absichtlich).

 
28.02.23 21:01 #1434 Den Tristram höre ich
auf deutsch.

Hab ich den Hamburger Bücherhallen entliehen.
Der Übersetzer ist leider nicht angegeben......

F.P.  
28.02.23 21:03 #1435 ..... die weibliche Form der Übersetzerin
hab ich mir ausnahmsweise gespart
betr. # 1434


F.P.  
28.02.23 21:07 #1436 David Gilman
Legenden des Krieges, bisher sieben Bände erhältlich.
Viel Gemetzel, aber auch eindrücklich das Leben um 1350 beschrieben.
Triviale Literatur.  
28.02.23 21:19 #1437 Warum muss man Bücher eigentlich hören?
Macht uns der sogenannte Fortschritt des Lesens nicht mehr mächtig eigenständig zu lesen? Haben wir Probleme mit der Nachttischlampe, (keine Schlampe war gemeint) oder sind wir einfach nur faul und zu gemütlich geworden? Ich lese auf jeden Fall weiterhin *BÜCHER* und lasse mich nicht durch das einfachere Angebot irritieren, bis die Augen den Dienst aufgeben!  
28.02.23 21:27 #1438 19:26. Kleine Abweichung. Mein bester
beginnt so:
"In Frankreich stellen sie das besser an."

Na Guth.  
28.02.23 21:37 #1439 Doch, Unzenhamster - des Lesens bin ich mä.

aber geschulte Schauspieler (am Beispiel Franck) können das nuancenreicher als ich - somit besser.
Zudem machen mir die Augen Mühe.....

Aber ich freue mich, wenn Deine Augen die Schlamperei mit der Nacht-Tisch-Lampe (noch) mitmachen.

F.P.  
28.02.23 21:47 #1440 Philipp die Positionen 56 und 57 zeigen
zeigen besagtes Buch......

Oder irre ich ??

F.P.  
28.02.23 22:09 #1441 Der Sprecher ist der Schauspieler Finck
28.02.23 22:16 #1442 Nicht mehr so gut Herr Pommes
und es wird nicht besser, aber demnächst bekomme ich die ultimative Brille aus Kuhresten.
Die sogenannte Hornbrille wie anno Buddy Holly/Henry Kissinger oder neuzeitlich Harry Potter tragen,
kommen wieder in Mode. Je härter und breiter der Rand, desto lächerliche Gestalten verstecken sich dahinter. Eine Brillenverwendung als Stilmittel der Abstraktion kann man sehr schön bei Andy Warhol sehen.
Ablassbrillen sind eigentlich für das hintere Organ, aber auch mit Geräuschen verbunden.
Daher wünsche ich dir weiterhin ein gutes Gehör!
Ich war wohl zu viel auf Hard Rock & Heavy Metal Konzerten...  
28.02.23 22:17 #1443 #1434 "Der Übersetzer ist leider nicht angeg.
Eine Sünde! Übersetzen ist auch Kunst, und mindestens Arbeit mit einer sehr persönlichen Handschrift. Die Übersetzung entscheidet manchmal, ob der Text lesbar (anhörbar) ist oder unangenehm ist. Ich möchte schon sehr darauf dringen, dass die Leistung von Übersetzern anerkannt wird.  
28.02.23 22:25 #1444 Im Prinzip höre und lese ich das auch so.
Im Detail (öffentliche Bücherhallen) muss ich leider das nehmen, was zur Verfügung steht bzw. angeschafft wird.

F.P.  
28.02.23 23:19 #1445 22:09. Informativ. Na siehste...
https://de.book-info.com/isbn/3-7424-1918-8.htm

Und die Nummer des besagten Buchs ist 84.
Ohne Brille wär das nicht passiert, hörste.

Der Übersetzer wird wohl Michael Walter* sein, den Nachweis kann ich momentan leider nicht belegen. So long...
--------------------------
*https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Walter_(%C3%9Cbersetzer)  
01.03.23 15:24 #1446 Bis zum Beweis des Gegenteils, unterstelle ic.
auch - nachdem Michael Walter häufiger als Sterne Übersetzer genannt wird,

F.P.  
01.03.23 15:31 #1447 Kritik angekommen und angenommen !
TROTZ der Brille......

F.P.  
01.03.23 16:36 #1448 Sterne hin oder her - fest steht, dass
Johann Joachim Christoph Bode gewissermaßen den Vorzug verdient hat, denn den hatte kein Geringerer als  Gotthold Ephraim Lessing  veranlasst, Laurence Sternes Yoricks empfindsame Reise ins Deutsche zu übertragen.
Worum es  hier sichtlich geht, das ist das da ( siehe auch Bild unten) :
https://de.book-info.com/isbn/3-7424-1918-8.htm
Und ich bin jetzt sozusagen überredet, mir das Buch von Werner Fink auch noch vorlesen zu lassen, zumindest auszugsweise.
Thanks very much !
 

Angehängte Grafik:
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03.03.23 12:19 #1449 Gerne geschehn !!
03.03.23 20:52 #1450 Vor mir liegt: Mariette Navarro: Über die See
ein schmales Büchlein, gut zu lesen. Und wie der Titel schon sagt: Über die See.

Erschienen im Verlag Antje Kunstmann
mit der ISBN 978-3-95614-510-0

Über die See ist ihr erster Roman.
und die Autorin ist noch jung: gerade 1980 geboren: Les chemins contraires


F.P.  
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