In den Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP reagiert die EU-Kommission auf die Kritik an den bislang geplanten Schiedsgerichten. Stattdessen soll nun ein unabhängiges, öffentliches Handelsgericht über Streitfälle entscheiden. Als Hamburg eine schwarz-grüne Regierung hatte, wollten die Grünen strengere Umweltauflagen für das Hamburger Kraftwerk Moorburg durchsetzen. Aber der Betreiber des Kraftwerks, Vattenfall, zog vor ein internationales Gericht. Der schwedische Konzern berief sich auf den Energy Charter Treaty, einen internationalen Vertrag, der grenzüberschreitende Geschäfte in der Energiewirtschaft regelt. Es kam zu einem Vergleich. Die Stadt Hamburg musste die Umweltauflagen für das Kraftwerk abmildern. Das Kraftwerk in Moorburg konnte für Vattenfall weiterhin mehr Strom erzeugen, mehr Kohle verbrennen und mehr CO2 ausstoßen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich als Umweltschützer in Hamburg zur Wahl gehe und eine Partei wähle und die am Ende gar nichts tun kann – wegen eines Vertrags, den die Bundesregierung irgendwann Anfang der Neunziger Jahre unterschrieben hat – dann fühle ich mich verarscht. Das ist ein Demokratieproblem. Und da fragt man sich, warum man überhaupt noch zur Wahl gehen sollte.
Quelle: Was halten Sie von dem Vorschlag?
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