Frauen aus der Union schalten sich in die Debatte um die Pädophilie-Vergangenheit der Grünen ein. Sie verlangen in einem Brief eine klare Position von Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt: "Als Mutter" dürfe sie zu den Verstrickungen von Jürgen Tritt
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/...cle-comments-box-pagerin "nicht schweigen".
"es ist so widerwärtig und scheinheilig, was da nun abläuft ... als ob eine "Mutter" etwas anderes dazu sagt, als ein Vater. Das hört sich gleich wieder nach Mutterkreuz an ... Trittin ist und war nie ein Befürwörter von Pädophilie, sondern damals ging es um komplett andere Dinge. Die Grünen waren gerade dabei zu entstehen und Protest wurde in politische Formen und Programme gepackt. Da ist manches gefordert worden, was aus heutiger Sicht Blödsinn ist. Aber erstens galt die Gesellschaft den Grünen als sexuell unterdrückt und zweitens haben sich damals in den Grünen Listen wirklich sehr viele, sehr bunte Aktivisten zusammengefunden, die alle versuchten, ihre jeweiligen Forderungen in den Wahlprogrammen unterzubringen. Und es galt in diesen Basisdemokratischen Formen als Sakrileg, sowas etwa zu unterdrücken. Trittin hätte das meines Erachtens nich gekonnt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er das wirklich kannte. Selbst heute kennt der V.i.s.d.P. meistens nicht alle Texte, bei großen Zeitungen geht das gar nicht. Und nie, wirklich nie bedeutet diese formale Verantwortlichkeit, dass der Verantwortliche die Meinungen und Ansichten, die da geäußert werden, sich zu eigen gemacht hätte! Es bedeutet lediglich, dass jemand eben die vor allem die strafrechtliche und zivilrechtliche Verantwortung hat. Kann man hier nachlesen: V.i.S.d.P. - Rechte und Pflichten? - JuraForum.de (http://www.juraforum.de/forum/urheberrecht/...e-und-pflichten-424403) Und diese politische Forderung aufzustellen ist kein strafrechtlich relevanter Akt gewesen. Politisch fordern kann ich viel. Ich würde daher sagen, als V.i.s.d.P. hätte Trittin das nicht verhindern dürfen, weil er damit seine Kompetenzen weit überschritten hätte. Die Frage ist nun, ob er hinter der politischen Forderung stand und sich diese zu eigen gemacht hat? Das muss man herausfinden und dann wird die Sache spannend. Aber nicht, weil er da im Impressum stand."
"Wo waren den die Aufschreie von Dobrindt, Mißfelder & Co. bei der Debatte um die unzähligen Fälle von Pädophilie in der katholischen Kirche? Haben die nun was gegen Pädophilie oder gegen Trittin? Wie darf man es denn werten, dass diese Schein-Entrüsteten Wahlkämpfer das Thema Pädophilie für ihren politischen Erfolg missbrauchen? Wie wichtig ist ihnen dann wohl das Thema wirklich?"
"Wir erinnern uns sofort an all die heftigen Pamphlete, mit denen diese CDU-Frauen katholische Würdenträger wegen ihrer Verstrickungen zum Rücktritt aufgefordert haben... Mal ehrlich: kann es einen größeren moralischen Verfall geben als das, was diese Politikerinnen da gerade inszenieren?" |