In dem von kiiwii in #183 verlinkten Artikel http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,805798,00.html beschreibt Fleischhauer einige Details des zum Skandal hochgepushten Anzeigensponsorings, die die Methodik des Kampagnenjournalismus deutlich machen: Danach wurde das Buch von einem Journalisten und von Wulff "gemeinsam" geschrieben. Wulff erhielt nichts vom Autorenhonorar. Die Honorare standen allein dem Journalisten zu (auf gut deutsch: der war Wulffs Ghostwriter - ein inzwischen übliches Verfahren). Und nun kommt die Zeitung ins Spiel, bei der dieser Journalist beschäftigt ist. Originaltext Fleischhauer dazu: ----------- "Ein Journalist macht mit einem Politiker zusammen ein Buch; das Honorar darf er allein behalten, so ist es mit dem Verlag vereinbart. Dann gerät der Politiker, der inzwischen zum Bundespräsidenten aufgestiegen ist, in Schwierigkeiten. In der Zeitung, in der der Journalist als Kolumnist arbeitet, erscheint ein großer Artikel darüber, dass ein bekannter Finanzunternehmer 40.000 Euro für Anzeigen ausgegeben hat, um das Buch zu einem Erfolg zu machen. Der Journalist erklärt darauf, dass er von diesen Anzeigen zum ersten Mal durch die Recherchen seiner eigenen Zeitung erfahren habe. Natürlich ist er entsetzt. Der Politiker sagt das Gleiche: Aber was im Fall des Journalisten für bare Münze genommen wird, gilt bei seinem Mitautor als billige Ausflucht, die nur den Verdacht nährt, er wolle etwas verbergen." ------------ Und keiner unserer medialen Saubermänner hat es für nötig gehalten, diese Aspekte bei seinem Empörungsgeschrei über die Finanzierung der Anzeigen zu erwähnen. |