Schlimm, diese Obrigkeitsgläubigkeit und dieser Personenkult.
Handelsblatt: "[...] er will seine vollständige Unschuld bewiesen haben, verlangt einen sauberen Freispruch. Das ist das gute Recht jedes Bürgers in Deutschland – auch eines Ex-Bundespräsidenten. http://www.focus.de/politik/deutschland/...he-justiz_aid_1159261.html
Er hat ein Recht darauf einen Freispruch zu verlangen, aber nicht darauf, ihn zu erhalten. Er hat nur den Versuch frei, das Gericht von seiner Unschuld zu überzeugen.
Süddeutsche Zeitung: "[...] er ist kein Bundespräsident mehr. Anders als bei Emmely kann aber kein Arbeitsgericht ihn wieder an seinen Arbeitsplatz zurücksetzen." Aber er bekommt sein volles Gehalt weiter ausbezahlt, sowie Büro, Chauffeur, Auto gestellt, bis zum Lebensende. Das ist alles andere als üblich nach einer Kündigung. Insofern hinkt der Vergleich sichtlich.
Rheinische Post: Dass er es vorzog, zu reden und dabei das Kreuz durchzudrücken, verlieh ihm plötzlich eine mannhaft-menschliche Würde, an der es in der teilweise piefigen Endphase seiner Präsidentschaft leider gefehlt hat. Das "Verdienstkreuz" erhielt er aber nicht in Anerkennung seiner Leistungen als Politiker, sondern mühelos als Amtsinsigne des Präsidenten bei Amtsantritt, der wohl maßgeblich darauf zurückzuführen war, dass Merkel sich eines Konkurrenten entledigen wollte. Der einzige Wulff, der jemals das Bundesverdienstkreuz wegen seiner Leistungen bekommen hat, heißt "Wulff Plinke" und ist Wirtschaftswissenschaftler. |