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Antecedo-Inhaber Tönnes: "Wir befinden uns in einem epochalen technologischen Umbruch" - Fondsnews
15.11.24 12:00
FONDS professionell
Wien (www.fondscheck.de) - Antecedo-Inhaber Tönnes: "Wir befinden uns in einem epochalen technologischen Umbruch" - Fondsnews
Kay-Peter Tönnes hat sich beruflich Optionsstrategien verschrieben, so die Experten von "FONDS professionell".
Was ihn daran fasziniere und warum er großes Potenzial bei Tech-Aktien sehe, berichte der Gründer und Inhaber der Fondsboutique Antecedo bei einem Treffen in Bad Homburg.
Ende August zeige sich der Sommer noch einmal von seiner besten Seite. Um kurz nach zwölf Uhr stehe die Sonne hoch am blauen Himmel über der Louisenstraße 21 in der beschaulichen Bad Homburger Innenstadt. Hier sei sie beheimatet, die Fondsboutique Antecedo Asset Management. Und hier solle der Spaziergang mit dem Firmengründer und Fondsmanager Kay-Peter Tönnes heute starten.
Es gehe hoch in die dritte Etage. "Guten Tag, herzlich willkommen", sage Tönnes. Und schon bei den ersten Worten werde klar: Kay-Peter Tönnes ist ein "echter Kölscher Jung". Sollten wir losgehen? "Später, ich will Ihnen jetzt erst mal zeigen, was ich so mache", erkläre er. Kay-Peter Tönnes habe sich beruflich Optionsstrategien verschrieben. Schon während seiner ersten Tätigkeit bei den Basler Versicherungen in Bad Homburg beginne er, für seine Aktieninvestments Absicherungsstrategien mit Derivaten zu entwickeln. Nach Stationen in Frankfurt beim Bankhaus Metzler und bei Lupus Alpha entscheide er 2006, sich gemeinsam mit seiner Frau und seinem alten Schulfreund Dirk Bongers selbstständig zu machen und eigene Fonds aufzulegen.
Rund 16 Prozent Rendite pro Jahr
Der erste, der Absolute-Return-Fonds Antecedo Independent Invest (ISIN DE000A0RAD42/ WKN A0RAD4), gehe 2009 an den Start. Acht Jahre später habe Tönnes mit diesem Sondervermögen richtig Pech gehabt. Seine anderen vier Fonds würden ihren Anlegern hingegen Glück bringen. Der größte von ihnen, der gut 600 Millionen Euro schwere Aktienfonds Antecedo Defensive Growth (ISIN DE000A2PMXA9/ WKN A2PMXA), feiere 2024 sein fünfjähriges Jubiläum. Eine Rendite von rund 16 Prozent pro Jahr habe er seinen Investoren seit der Auflage beschert.
"Ursprünglich war der Independent Invest wie ein Short-Vola-Fonds konzipiert", sage Tönnes auf dem Weg ins Restaurant im schönen Bad Homburger Kurpark. Als ab 2013 die Optionsvolatilitäten immer weiter gesunken seien, habe der Fonds zunehmend an Ertragskraft verloren. Um die Verluste auszugleichen, habe der Portfoliomanager auf Optionen auf US-Volatilitätsindices gesetzt. "Das hat die Performance vollständig vernichtet", sage er. Jeder andere, davon sei er überzeugt, hätte den Fonds geschlossen. Doch das sei Tönnes zu billig. Wochenlang ziehe er sich zurück, denke nach, stelle die Strategie im April 2018 schließlich erfolgreich um.
Faible für Wein und Literatur
Am Tisch im vornehmen Restaurant im Kurpark bestelle Kay-Peter Tönnes Steak und einen guten Luganer Weißwein. "Ich bin Weinsammler, so 200 bis 300 Flaschen habe ich immer zu Hause", erzähle er. Außerdem lese er leidenschaftlich gern, möge ganz besonders Werke über Geschichte und über Politik.
Als das Essen serviert sei, müssten auch die Optionen noch einmal auf den Tisch. Wie funktioniere der größte Fonds, der Antecedo Defensive Growth? "Das ist ein Aktienfonds, der darauf abzielt, an den Wertsteigerungen des Nasdaq 100 zu partizipieren", erkläre Tönnes. Das Risiko von Kursverlusten solle auf 10 Prozent begrenzt werden. "Der Fonds investiert mindestens 51 Prozent seines Volumens in die Aktien des Index", sage der Erfinder der Strategie. Durch den Verkauf von Call-Optionen auf einen Teil der Papiere würden Prämieneinnahmen erzielt. "Damit kaufen wir Put-Optionen, mit denen wir den Fonds absichern", erläutere Tönnes.
Charts mit Messer und Gabel
Habe der Optionskünstler, der in der Lage sei, auf dem Tisch mit Messer und Gabel Charts zu bauen, um seine Strategien zu veranschaulichen, eigentlich ein Lieblingsinvestment? Schließlich investiere er nie in Einzelaktien, sondern denkt immer in Märkten? "Ja, tatsächlich den NASDAQ 100", erkläre er. "Ich bin überzeugt davon, dass wir uns in einem epochalen technologischen Umbruch befinden, der die Welt und die Menschen komplett verändern wird", sage Tönnes. Daher halte er Technologieunternehmen für sehr vielversprechend.
Vom Restaurant aus gehe es zu Tönnes nach Hause. Im Garten des stattlichen Anwesens stünden fünf Bienenstöcke. "Unser Sohn Alexander forscht daran, wie man Bienen vor Parasiten schützen kann, ohne dabei Chemie einzusetzen", erzähle der Vater. Alexander sei 18, habe gerade Abitur gemacht und wolle BWL studieren. Er arbeite bereits in der Fondsboutique mit und möchte auch Portfoliomanager werden. Der zwölfjährige Konstantin habe dieses Ziel ebenfalls schon im Auge. "Wir reden einfach alle ständig über die Märkte und unsere Fonds, sogar am Küchentisch. Da ergibt sich der Berufswunsch ganz von selbst", schmunzele Tönnes.
Zu Karneval immer in Köln
Auf dem Weg durch den Kurpark zurück ins Büro stelle sich noch eine Frage: Ziehe es den echten "Kölschen Jung" nicht zurück in die Heimat? Er hätte ja auch die Domstadt als Sitz von Antecedo wählen können. "Meine Frau wollte nicht so gern nach Köln, aber ich bin immer noch oft da", berichte er. Den Karneval zu verpassen sei für ihn keine Option. "Weiberfastnacht feiere ich immer mit Freunden, Rosenmontag und Karnevalsdienstag mit der Familie", schmunzele Tönnes. Dann sage er "Tschö, machen Sie’s gut!" - und verschwinde hinter der Eingangstür des Hauses mit der Nummer 21 in der Louisenstraße. (15.11.2024/fc/n/s)
Kay-Peter Tönnes hat sich beruflich Optionsstrategien verschrieben, so die Experten von "FONDS professionell".
Was ihn daran fasziniere und warum er großes Potenzial bei Tech-Aktien sehe, berichte der Gründer und Inhaber der Fondsboutique Antecedo bei einem Treffen in Bad Homburg.
Ende August zeige sich der Sommer noch einmal von seiner besten Seite. Um kurz nach zwölf Uhr stehe die Sonne hoch am blauen Himmel über der Louisenstraße 21 in der beschaulichen Bad Homburger Innenstadt. Hier sei sie beheimatet, die Fondsboutique Antecedo Asset Management. Und hier solle der Spaziergang mit dem Firmengründer und Fondsmanager Kay-Peter Tönnes heute starten.
Es gehe hoch in die dritte Etage. "Guten Tag, herzlich willkommen", sage Tönnes. Und schon bei den ersten Worten werde klar: Kay-Peter Tönnes ist ein "echter Kölscher Jung". Sollten wir losgehen? "Später, ich will Ihnen jetzt erst mal zeigen, was ich so mache", erkläre er. Kay-Peter Tönnes habe sich beruflich Optionsstrategien verschrieben. Schon während seiner ersten Tätigkeit bei den Basler Versicherungen in Bad Homburg beginne er, für seine Aktieninvestments Absicherungsstrategien mit Derivaten zu entwickeln. Nach Stationen in Frankfurt beim Bankhaus Metzler und bei Lupus Alpha entscheide er 2006, sich gemeinsam mit seiner Frau und seinem alten Schulfreund Dirk Bongers selbstständig zu machen und eigene Fonds aufzulegen.
Rund 16 Prozent Rendite pro Jahr
Der erste, der Absolute-Return-Fonds Antecedo Independent Invest (ISIN DE000A0RAD42/ WKN A0RAD4), gehe 2009 an den Start. Acht Jahre später habe Tönnes mit diesem Sondervermögen richtig Pech gehabt. Seine anderen vier Fonds würden ihren Anlegern hingegen Glück bringen. Der größte von ihnen, der gut 600 Millionen Euro schwere Aktienfonds Antecedo Defensive Growth (ISIN DE000A2PMXA9/ WKN A2PMXA), feiere 2024 sein fünfjähriges Jubiläum. Eine Rendite von rund 16 Prozent pro Jahr habe er seinen Investoren seit der Auflage beschert.
Faible für Wein und Literatur
Am Tisch im vornehmen Restaurant im Kurpark bestelle Kay-Peter Tönnes Steak und einen guten Luganer Weißwein. "Ich bin Weinsammler, so 200 bis 300 Flaschen habe ich immer zu Hause", erzähle er. Außerdem lese er leidenschaftlich gern, möge ganz besonders Werke über Geschichte und über Politik.
Als das Essen serviert sei, müssten auch die Optionen noch einmal auf den Tisch. Wie funktioniere der größte Fonds, der Antecedo Defensive Growth? "Das ist ein Aktienfonds, der darauf abzielt, an den Wertsteigerungen des Nasdaq 100 zu partizipieren", erkläre Tönnes. Das Risiko von Kursverlusten solle auf 10 Prozent begrenzt werden. "Der Fonds investiert mindestens 51 Prozent seines Volumens in die Aktien des Index", sage der Erfinder der Strategie. Durch den Verkauf von Call-Optionen auf einen Teil der Papiere würden Prämieneinnahmen erzielt. "Damit kaufen wir Put-Optionen, mit denen wir den Fonds absichern", erläutere Tönnes.
Charts mit Messer und Gabel
Habe der Optionskünstler, der in der Lage sei, auf dem Tisch mit Messer und Gabel Charts zu bauen, um seine Strategien zu veranschaulichen, eigentlich ein Lieblingsinvestment? Schließlich investiere er nie in Einzelaktien, sondern denkt immer in Märkten? "Ja, tatsächlich den NASDAQ 100", erkläre er. "Ich bin überzeugt davon, dass wir uns in einem epochalen technologischen Umbruch befinden, der die Welt und die Menschen komplett verändern wird", sage Tönnes. Daher halte er Technologieunternehmen für sehr vielversprechend.
Vom Restaurant aus gehe es zu Tönnes nach Hause. Im Garten des stattlichen Anwesens stünden fünf Bienenstöcke. "Unser Sohn Alexander forscht daran, wie man Bienen vor Parasiten schützen kann, ohne dabei Chemie einzusetzen", erzähle der Vater. Alexander sei 18, habe gerade Abitur gemacht und wolle BWL studieren. Er arbeite bereits in der Fondsboutique mit und möchte auch Portfoliomanager werden. Der zwölfjährige Konstantin habe dieses Ziel ebenfalls schon im Auge. "Wir reden einfach alle ständig über die Märkte und unsere Fonds, sogar am Küchentisch. Da ergibt sich der Berufswunsch ganz von selbst", schmunzele Tönnes.
Zu Karneval immer in Köln
Auf dem Weg durch den Kurpark zurück ins Büro stelle sich noch eine Frage: Ziehe es den echten "Kölschen Jung" nicht zurück in die Heimat? Er hätte ja auch die Domstadt als Sitz von Antecedo wählen können. "Meine Frau wollte nicht so gern nach Köln, aber ich bin immer noch oft da", berichte er. Den Karneval zu verpassen sei für ihn keine Option. "Weiberfastnacht feiere ich immer mit Freunden, Rosenmontag und Karnevalsdienstag mit der Familie", schmunzele Tönnes. Dann sage er "Tschö, machen Sie’s gut!" - und verschwinde hinter der Eingangstür des Hauses mit der Nummer 21 in der Louisenstraße. (15.11.2024/fc/n/s)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 143,38 € | 142,73 € | 0,65 € | +0,46% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A0RAD42 | A0RAD4 | 145,01 € | 127,94 € | |
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