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Beim Fondsabsatz machen die Großen das Rennen


21.09.10 14:29
Kommalpha

Hannover (aktiencheck.de AG) - Auch im Juli haben sich die großen Trends des bisherigen Jahres bestätigt: Aktienfonds verzeichneten leichte, jedoch mit Blick auf den Gesamtmarkt und die Größe des Segments deutlich unterproportionale Zuwächse, so Kommalpha in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der Pressemitteilung:

Offene Immobilienfonds konnten ebenfalls zulegen und zogen im Juli, wie auch im Gesamtjahr mehr Mittel an als Aktienfonds. Die eindeutigen Gewinner sind jedoch Mischfonds und Rentenfonds.

Beide Fondsgruppen konnten ihre starken Zuwächse aus den vergangenen Monaten fortsetzen, bei Rentenfonds hat sich der Zuwachs sogar nochmals beschleunigt. Während Mischfonds mit einem Aufkommen von rund 1,1 Mrd. Euro im Juli leicht unterproportional zum Schnitt der vergangenen Monate zulegten, haben Rentenfonds weiter aufgeholt. Mit einem Aufkommen von zuletzt rund 2,2 Mrd. Euro im Juli konnte das Segment im Gesamtjahr 2010 bereits 7,5 Mrd. Euro an Nettozuflüssen verbuchen und ist damit auf dem besten Wege Mischfonds, die im Jahresverlauf bisher 10,1 Mrd. Euro einsammeln konnten, einzuholen.

Eindeutiger Verlierer ist weiterhin die Gruppe der Geldmarktfonds, die im Jahresverlauf rund 8,8 Mrd. Euro an Mittelabflüssen zu verzeichnen hatte. Auch im Juli hat sich dieser Trend mit Abflüssen von rund 1,3 Mrd. Euro fortgesetzt.

Einen Blick hinter die Statistik zeigt: Es sind häufig wenige Anbieter oder einzelne Fonds, die Entwicklungen innerhalb der Fondsgruppen prägen. Beispielsweise betrug das Mittelaufkommen bei Rentenfonds im bisherigen Jahresverlauf 7,5 Mrd. Euro. Zu dieser positiven Entwicklung steuerte PIMCO Europe rund 8,6 Mrd. Euro bei - mehr als das Gesamtaufkommen in diesem Segment. Geprägt durch diese Entwicklung stammen inzwischen 9,6 Mrd. Euro bzw. drei Viertel des diesjährigen Mittelaufkommens im Gesamtmarkt aus dem Hause PIMCO.

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei offenen Immobilienfonds, wo vier große Anbieter rund 50 Prozent des Fondsvermögens im Sektor unter sich aufteilen. Bei den volatileren Aktienfonds kommt es mitunter sogar vor, dass einzelne Werte (wie kürzlich zwei große Aktien-ETFs) das Gesamtaufkommen eines Monats stellen oder sogar für einen Vorzeichenwechsel in der Statistik sorgen. Und das, obwohl Aktienfonds mit gegenwärtig rund 2.500 Einzeltiteln das am stärken besetzte Marktsegment darstellen. Darauf folgen Mischfonds und Rentenfonds mit jeweils rund 1.500 Titeln.

Aber schaffen es tatsächlich nur die "Big Ships" frisches Kapital anzuziehen? Und wer leidet am meisten, wenn Kapital wieder abfließt?

Im Bereich der Renten- und Mischfonds zeichnet sich tatsächlich ein Absatztrend hin zu größeren Fonds ab: Während Produkte mit einem Fondsvolumen von mehr als 1 Mrd. Euro einen prozentual deutlich höheren Anteil an Zuflüssen verbuchen konnten, nahm dieser Anteil mit sinkender Fondsgröße kontinuierlich ab. Kleinstfonds mit bis zu 10 Mio. Euro können schließlich von der positiven Aufkommensentwicklung bei Renten- und Mischfonds überhaupt nicht mehr profitieren und verzeichnen gegen den Trend sogar Nettoabflüsse.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Geldmarktfonds. Zwar ist hier das Mittelaufkommen im bisherigen Jahresverlauf anders als bei Renten- und Mischfonds deutlich negativ, aber auch vor diesem Hintergrund schneiden große Einheiten offensichtlich besser ab als ihre kleineren Wettbewerber. Mussten Geldmarktfonds im Durchschnitt Nettoabflüsse von rund 17 Prozent ihres Vermögens verkraften, kamen die großen und mittleren Fonds ab einem Volumen von 100 Mio. Euro deutlich besser weg. Während diese im Schnitt nur ein Minus von rund 11 Prozent aufwiesen, mussten ihre kleineren Wettbewerber mit Mittelabflüssen zwischen 30 und 40 Prozent Federn lassen. (21.09.2010/fc/n/s)