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Globaler ETF-Markt: Höhere Mittelzuflüsse auf der Bond- als auf der Aktienseite im April


13.05.22 15:41
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - In den ersten vier Monaten des Jahres sind ETFs weltweit 281 Mrd. Euro zugeflossen, so die Experten von Amundi ETF.

Im April seien es hingegen nur knapp 23 Mrd. Euro gewesen, was einem Fünftel der März-Flows entspreche. Der Rückgang spiegele die Sorge über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und die steigende Inflation wider. Aktien-ETFs seien seit Jahresbeginn 206 Mrd. Euro an Neugeldern zugeflossen. Auch hier hätten sich die Allokationen im April stark verlangsamt (+4,5 Mrd. Euro).

In den USA habe es in im April Nettoabflüsse aus Aktien-ETFs in Höhe von 12,4 Mrd. Euro gegeben, während europäische UCITS-ETFs im selben Zeitraum mit 9,5 Mrd. Euro positiv geblieben seien. Seit Jahresbeginn seien globalen Bond-ETFs 52,4 Mrd. Euro an Neugeldern zugeflossen, wobei Staatsanleihen mit 42,3 Mrd. Euro das beliebteste Segment gewesen seien. Im April hätten die Allokationen in festverzinsliche Wertpapiere die in Aktien mit einem Plus von 15,9 Mrd. Euro übertroffen.

Europäischen Regionen- und Länder-ETFs seien seit Jahresbeginn 37,9 Mrd. Euro zugeflossen. Im April seien es rund 9 Mrd. Euro gewesen. Globale Indices seien mit 21,7 Mrd. Euro am beliebtesten geblieben. Nordamerika-Exposures hätten um 12,6 Mrd. Euro zugelegt. Aus Eurozonen- und Japan-Aktien-Exposures hätten Anleger 2,8 Mrd. Euro sowie 2,3 Mrd. Euro abgezogen. Im April seien ETFs auf globale Indices 7 Mrd. Euro zugeflossen. Nordamerika-ETFs seien mit Zuflüssen von 706 Mio. Euro weniger gefragt gewesen. Aus ETFs auf Eurozonen-Indices sei 1 Mrd. Euro abgezogen worden.

Seit Jahresbeginn hätten ETFs auf Sektor-Indices 7,6 Mrd. Euro an Neugeldern angezogen, wobei Klima-ETFs mit 2,6 Mrd. Euro am beliebtesten gewesen seien. ETFs auf den Energiesektor sei an zweiter Stelle mit einem Plus von 1,9 Mrd. Euro gefolgt. Aus ETFs auf zyklische Konsumgüter hätten Anleger 718 Mio. Euro abgezogen. All dies spiegele die Auswirkungen höherer Energiekosten wider. Smart-Beta-ETFs seien 5,5 Mrd. Euro zugeflossen, wobei sich Value mit einem Plus von 3,8 Mrd. Euro in den ersten vier Monaten des Jahres als der beliebteste Faktor erwiesen habe. Im April hätten Anleger jedoch 200 Mio. Euro aus Value-ETFs abgezogen. Yield sei der zweitbeliebteste Faktor (+3 Mrd. Euro seit Jahresbeginn und 837 Mio. Euro im April) gewesen.

Die Zuflüsse in ESG-Aktienstrategien hätten zwar angehalten, allerdings habe die Dynamik merklich nachgelassen. Seit Jahresbeginn hätten sich die Zuflüsse auf 10,4 Mrd. Euro belaufen, im April jedoch nur noch auf 1,4 Mrd. Euro. ETFs auf ESG-Nordamerika-Indices und solche auf World-Indices hätten seit Jahresbeginn mit Neugeldern von 4.0 Mrd. Euro und 3,9 Mrd. Euro in etwa gleichauf gelegen. Im April seien ETFs auf ESG-World-Indices jedoch deutlich gefragter als ESG-Nordamerika-Indices (+933 Mio. Euro und 202 Mio. Euro) gewesen, was den jüngsten Rückgang der Popularität dieser Region widerspiegele.

Seit Jahresbeginn hätten Anleger in Europa 6,3 Mrd. Euro in Staatsanleihen-ETFs investiert, wobei US-Govies die beliebteste Anlageklasse gewesen seien. USA Mid, Long und Broad seien 4,0 Mrd. Euro, 856 Mio. Euro und 797 Mio. Euro zugeflossen. Im April habe sich die Nachfrage nach Staatsanleihen-ETFs (+2 Mrd. Euro ggü. 1,3 Mrd. Euro im Vormonat) beschleunigt, was die Abkehr von risikoreicheren Anlagen widerspiegele. Seit Jahresbeginn hätten Anleger 2,9 Mrd. Euro aus chinesischen Staatsanleihen abgezogen, im April 1,9 Mrd. Euro. Dies könne auf die Sorge über die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf China zurückzuführen sein.

Unternehmensanleihen hätten seit Jahresbeginn um 3 Mrd. Euro zugelegt, wobei Anleger 3,3 Mrd. Euro in US-Corporates investiert und 1,2 Mrd. Euro bzw. 935 Mio. Euro aus hochverzinslichen und Investment-Grade-Anleihen der Eurozone abgezogen hätten. Variabel verzinsliche Unternehmensanleihen hätten um 1,4 Mrd. Euro zugelegt, da Anleger so von steigenden Zinsen profitieren könnten. Im April hätten Anleger etwas weniger als 1,3 Mrd. Euro in Unternehmensanleihen investiert. ESG-Bond-Strategien hätten seit Jahresbeginn 6 Mrd. Euro zugelegt, wobei 2 Mrd. Euro auf Unternehmensanleihen in den USA und 1 Mrd. Euro auf Unternehmensanleihen in der Eurozone entfallen seien. (13.05.2022/fc/a/e)