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"Desinvestition allein funktioniert nicht" - Wie Nachhaltigkeitsbestrebungen durch Vermögensverwalter aussehen können
08.02.23 10:00
Rize ETF
London (www.fondscheck.de) - Konzepte wie Impact Investing, ESG und auch das Engagement wurden allesamt mit Hinblick auf ein Ziel entwickelt: Durch gezielte Investitionen nachhaltige Entwicklungen zu unterstützen, so Stuart Forbes von Rize ETF.
Wie die Praxis jedoch zeige, ignoriere ein großer Teil börsennotierter Unternehmen solche Nachhaltigkeitsbemühungen und sei nicht bereit, sich wirksam zu engagieren, Transparenz zu bestimmten Themen zu schaffen oder seine Leistungen hinsichtlich entscheidender Umwelt- bzw. Sozialindikatoren zu verbessern.
Stattdessen würden Verbesserungsvorschläge von Investoren und Vermögensverwaltern oftmals nicht sinnvoll erwidert oder gar ignoriert. Das sei frustrierend, denn viele der größeren börsennotierten Unternehmen hätten eigentlich die Ressourcen, um die Dinge zu ändern, und beispielsweise allgemeine Geschäftspraktiken, Beschaffungspraktiken für Rohstoffe oder Beziehungen zu den Mitarbeitern zu verbessern.
Grundsätzlich stünden Investoren - und damit auch den Vermögensverwaltern - mehrere Optionen zur Verfügung, um Impulse zur Änderung eines solchen Verhaltens zu setzen - von der öffentlichen Äußerung von Bedenken über die Ausübung von Aktionärsrechten bei Abstimmungen bis zur vollständigen Veräußerung der Positionen des Unternehmens als letzter Schritt.
Je nach Vermögensverwalter oder Struktur des jeweiligen Fonds bzw. ETF stünden jedoch nicht alle mögliche Optionen zur Verfügung. Das liege auch daran, dass unter den Kunden der Verwalter unterschiedliche Meinungen bezüglich ESG- und Nachhaltigkeitsfragen herrschen würden. Viele Anbieter von passiven Fonds hätten wiederum keinen Einfluss auf die Gestaltung der zugrunde liegenden Indices und somit auch keine Entscheidungsmacht, sich von einzelnen Unternehmen zu trennen. Aus diesen Gründen würden einige Vermögensverwalter die Rolle spielen, die wesentliche Teile des Engagement-Instrumentariums spielen könnten, herunter.
Fakt sei auch, dass die Desinvestition - das Abstoßen der Positionen eines nicht nachhaltig handelnden Unternehmens - alleine selten funktioniere, genauso wie Engagement ohne die Androhung von Desinvestition (bisher) nicht zu einer umwelt- und verantwortungsbewussteren Welt geführt habe. Man benötige vielmehr das komplette Instrumentarium: Die Nachricht an das Unternehmen, das Veröffentlichen von Mitteilungen über schlechte Leistungen oder mangelnde Transparenz, die Möglichkeit des öffentlichen Anprangerns, das Ausüben von Stimmrechten bis hin zur letzten Eskalationsstufe: Der Desinvestition.
Ein Grund, warum herkömmliche Engagement-Programme bislang oft unwirksam gewesen seien, sei die mangelnde Bereitschaft von Vermögensverwaltern, mit unternehmensspezifischen Anliegen an die Öffentlichkeit zu gehen. Dem Engagement fehle es dadurch an Biss und die zugehörigen Statements der Vermögensverwalter seien zu allgemein - und zum Beispiel eher an eine gesamte Branche statt an einzelne Unternehmen gerichtet - um angemessenen Druck auf Unternehmen auszuüben.
Um dies zu ändern, müssten Vermögensverwalter, die schließlich die größten Anteilseigner von börsennotierten Unternehmen seien, ihren Einsatz steigern. Die Experten von Rize ETF seien zugleich auch der Ansicht, dass Unternehmen eine faire Chance erhalten sollten, ihr Verhalten zu verbessern, bevor Investoren gravierende Maßnahmen ergreifen würden. Wenn jedoch auch auf transparente Mitteilungen an das Unternehmen keine Antwort erfolge oder keine Maßnahmen ergriffen würden, sei es an der Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen.
Denn ein großes börsennotiertes Unternehmen kümmere sich um nichts mehr als um sein sorgfältig gepflegtes, öffentliches Image und könne es sich nicht leisten, eine öffentliche Erklärung zu ignorieren - insbesondere dann nicht, wenn sie von einem großen Vermögensverwalter komme. Eine wirksame Erklärung könne ein Unternehmen zum Handeln aufrütteln, wenn alle anderen Bemühungen fehlgeschlagen seien und gleichzeitig eine weitere Eskalation vermeiden - eine Eskalation, die sich erst danach in der Veräußerung der Positionen ausdrücken sollte.
Solche Maßnahmen könnten zwar für viele Vermögensverwalter aufgrund der potenziellen Konflikte und unterschiedlichen Ansichten ihrer Kunden unangenehm, weshalb auch nicht oft auf die zurückgegriffen werde. Dennoch sei es von entscheidender Bedeutung, dass sich die großen Asset Manager der Welt dieser Herausforderung stellen und alle Möglichkeiten aus dem Instrumentarium des Engagements nutzen würden, um den Druck auf die Unternehmen zu maximieren, damit sie ihre Transparenz und ihre Leistung bei bestimmten Themen verbessern würden. Auf diese Weise könnten sie die Welt in nur wenigen Jahren grundlegend verändern. (08.02.2023/fc/n/s)
Wie die Praxis jedoch zeige, ignoriere ein großer Teil börsennotierter Unternehmen solche Nachhaltigkeitsbemühungen und sei nicht bereit, sich wirksam zu engagieren, Transparenz zu bestimmten Themen zu schaffen oder seine Leistungen hinsichtlich entscheidender Umwelt- bzw. Sozialindikatoren zu verbessern.
Stattdessen würden Verbesserungsvorschläge von Investoren und Vermögensverwaltern oftmals nicht sinnvoll erwidert oder gar ignoriert. Das sei frustrierend, denn viele der größeren börsennotierten Unternehmen hätten eigentlich die Ressourcen, um die Dinge zu ändern, und beispielsweise allgemeine Geschäftspraktiken, Beschaffungspraktiken für Rohstoffe oder Beziehungen zu den Mitarbeitern zu verbessern.
Grundsätzlich stünden Investoren - und damit auch den Vermögensverwaltern - mehrere Optionen zur Verfügung, um Impulse zur Änderung eines solchen Verhaltens zu setzen - von der öffentlichen Äußerung von Bedenken über die Ausübung von Aktionärsrechten bei Abstimmungen bis zur vollständigen Veräußerung der Positionen des Unternehmens als letzter Schritt.
Fakt sei auch, dass die Desinvestition - das Abstoßen der Positionen eines nicht nachhaltig handelnden Unternehmens - alleine selten funktioniere, genauso wie Engagement ohne die Androhung von Desinvestition (bisher) nicht zu einer umwelt- und verantwortungsbewussteren Welt geführt habe. Man benötige vielmehr das komplette Instrumentarium: Die Nachricht an das Unternehmen, das Veröffentlichen von Mitteilungen über schlechte Leistungen oder mangelnde Transparenz, die Möglichkeit des öffentlichen Anprangerns, das Ausüben von Stimmrechten bis hin zur letzten Eskalationsstufe: Der Desinvestition.
Ein Grund, warum herkömmliche Engagement-Programme bislang oft unwirksam gewesen seien, sei die mangelnde Bereitschaft von Vermögensverwaltern, mit unternehmensspezifischen Anliegen an die Öffentlichkeit zu gehen. Dem Engagement fehle es dadurch an Biss und die zugehörigen Statements der Vermögensverwalter seien zu allgemein - und zum Beispiel eher an eine gesamte Branche statt an einzelne Unternehmen gerichtet - um angemessenen Druck auf Unternehmen auszuüben.
Um dies zu ändern, müssten Vermögensverwalter, die schließlich die größten Anteilseigner von börsennotierten Unternehmen seien, ihren Einsatz steigern. Die Experten von Rize ETF seien zugleich auch der Ansicht, dass Unternehmen eine faire Chance erhalten sollten, ihr Verhalten zu verbessern, bevor Investoren gravierende Maßnahmen ergreifen würden. Wenn jedoch auch auf transparente Mitteilungen an das Unternehmen keine Antwort erfolge oder keine Maßnahmen ergriffen würden, sei es an der Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen.
Denn ein großes börsennotiertes Unternehmen kümmere sich um nichts mehr als um sein sorgfältig gepflegtes, öffentliches Image und könne es sich nicht leisten, eine öffentliche Erklärung zu ignorieren - insbesondere dann nicht, wenn sie von einem großen Vermögensverwalter komme. Eine wirksame Erklärung könne ein Unternehmen zum Handeln aufrütteln, wenn alle anderen Bemühungen fehlgeschlagen seien und gleichzeitig eine weitere Eskalation vermeiden - eine Eskalation, die sich erst danach in der Veräußerung der Positionen ausdrücken sollte.
Solche Maßnahmen könnten zwar für viele Vermögensverwalter aufgrund der potenziellen Konflikte und unterschiedlichen Ansichten ihrer Kunden unangenehm, weshalb auch nicht oft auf die zurückgegriffen werde. Dennoch sei es von entscheidender Bedeutung, dass sich die großen Asset Manager der Welt dieser Herausforderung stellen und alle Möglichkeiten aus dem Instrumentarium des Engagements nutzen würden, um den Druck auf die Unternehmen zu maximieren, damit sie ihre Transparenz und ihre Leistung bei bestimmten Themen verbessern würden. Auf diese Weise könnten sie die Welt in nur wenigen Jahren grundlegend verändern. (08.02.2023/fc/n/s)


