Ex-Flossbach-Duo knackt mit Nischenfonds 100-Millionen-Euro-Marke - Fondsnews


27.11.17 13:40
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Squad Aguja Opportunities verwaltet ein knappes Jahr nach seiner Auflage schon mehr als 100 Millionen Euro, so die Experten von "FONDS professionell".

"Wir haben gute Zuflüsse von Dachfonds, Vermögensverwaltern, Family Offices, Banken, unabhängigen Beratern sowie Privatinvestoren gesehen", berichte Fabian Leuchtner, einer der beiden Gründer der Kölner Investmentboutique Aguja Capital, die den Fonds steuere.

Leuchtner und sein Kollege Dimitri Widmann, beide Anfang 30, hätten Aguja Capital im vergangenen Jahr gegründet. Sie hätten sich während ihres Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens in Karlsruhe kennen gelernt, später hätten beide bei Flossbach von Storch gearbeitet. Leuchtner habe zusammen mit einem Kollegen zwei Rentenfonds des Kölner Vermögensverwalters gemanagt, Widmann habe als Aktienanalyst für den Flaggschifffonds FvS Multiple Opportunities gearbeitet.

Mit dem Squad Aguja Opportunities würden die beiden Nachwuchsfondsmanager auf Unternehmen in Sondersituationen setzen, bei denen beispielsweise eine Übernahme anstehe oder ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag vorliege. Ziel seien "marktunabhängige Werttreiber", wie Leuchtner es nenne, also Renditen, die nicht am Auf und Ab der Finanzmärkte hängen würden.

"Wir suchen gezielt nach solchen Sondersituationen und analysieren dann auch die ganze Kapitalstruktur nach der Frage, welches Instrument das attraktivste Rendite-Risiko-Profil aufweist", sage Leuchtner. "Das kann die Aktie sein, aber auch eine Anleihe oder eine Wandelanleihe." Durch diese Mischung solle ein "asymmetrisches Chancen-Risiko-Profil mit gedämpfter Downside" entstehen.

Bislang sei diese Rechnung hervorragend aufgegangen: Seit Jahresbeginn liege der Fonds 12,3 Prozent im Plus, seit Auflage Anfang Dezember 2014 sogar 14 Prozent. Bleibe die Frage, wie groß der Fonds werden dürfe, bevor ein "Soft-Close" nötig werde, um die Strategie nicht verwässern zu müssen. Viele andere Fonds, die auf Sondersituationen setzen würden, hätten die Zuflüsse aus genau diesem Grund schon begrenzt, darunter der Greiff Special Situations, der 4Q-Special Income, der KR Fonds Deutsche Aktien Spezial und der WHC Global Discovery.

"Für das Soft-Closing des Fonds ist noch keine fixe Größe festgelegt", so Leuchtner gegenüber FONDS professionell ONLINE. "Maßgeblich ist die Liquidität an den Märkten und damit die Flexibilität in der Umsetzung der Strategie." Widmann verweise darauf, dass sich Aguja Capital nicht auf Aktien beschränken müsse und verschiedenste Sondersituationen ausnutzen könne, sich also beispielsweise nicht nur auf Übernahmen konzentriere. "Außerdem sind wir regional nicht begrenzt. Der Fonds kann weltweit investieren, anders als einige unserer Mitbewerber. Insofern können wir ein Stück weit flexibler reagieren. Die Schwierigkeit besteht eher darin, alle interessanten Ideen abzuarbeiten." (27.11.2017/fc/n/s)





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