Goldquote kostet Bestnote: Scope stuft Flossbach-Flaggschiffe herab - Fondsnews


19.03.21 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Goldfans haben wenig Grund zur Freude, so die Experten von "FONDS professionell".

Seit August 2020 habe der Preis des Bodenschatzes stark nachgegeben - um 25 Prozent, um genau zu sein. Dass die hartnäckige Baisse bekennende Edelmetall-Fans unter den Portfoliolenkern respektive die Performance ihrer Fonds nicht unberührt lasse, liege auf der Hand. Für gleich drei Fonds aus dem Haus Flossbach von Storch (FvS) habe das Folgen: Die Ratingagentur Scope setze ihr quantitatives Rating herab.

Zu den schlechter benoteten Sammeltöpfen zähle das rund 22 Milliarden Euro schwere Flaggschiff Multiple Opportunities des Kölner Vermögensverwalters. Scope habe dem Prestigeportfolio die Top-Note "A" weggenommen. Er verbleibe aber mit seinem jetzigen "B"-Rating immer noch in der Scope-Spitzengruppe. Außerdem würden der Flossbach von Storch Multi Asset Balanced sowie der Flossbach von Storch Multi Asset Defensive (ISIN LU0323577923 / WKN A0M43U) nur noch über ein "C"-Rating verfügen, statt einer "B"-Bewertung wie vorher. Der defensive Mischfonds habe erst im Oktober 2020 die Top-Note "A" eingebüßt.

Der Multiple Opportunities habe laut Scope-Analystin Barbara Claus zwar ein Plus von 3,8 Prozent über die vergangenen zwölf Monate erzielt. Wettbewerber hätten simultan jedoch beachtliche 7,0 Prozent erwirtschaftet. Dagegen hätten beim Multi Asset Balanced ein Minus von 3,2 Prozent und beim Multi Asset Defensive ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche gestanden, während die Vergleichsgruppen im Schnitt 5,8 sowie 1,8 Prozent geschafft hätten.

Zum besseren Verständnis: Ausschlaggebende Ursache für eine Herab- oder Heraufstufung durch die Berliner Ratingagentur sei die Performance. Qualitative Urteile, beispielsweise zur Strategie, falle Scope - anders als Wettbewerber wie Morningstar - grundsätzlich nicht.

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im Februar:



Entsprechend argumentiere Scope auch, was hinter den Downgrades der FvS-Fonds stecke: "Die beiden Multi-Asset Fonds setzen bevorzugt auf defensive Aktien, etwa aus dem Konsum- oder Pharmabereich wie Nestlé, Novartis oder Unilever, deren Wertentwicklung auf Einjahressicht insgesamt schwach ausfiel. Gleichzeitig sind die Portfolios im Technologiesektor gegenüber dem breiten Markt untergewichtet. Darüber hinaus trugen Gold und Kasse im letzten Jahr negativ zur Wertenwicklung bei sowie seit Jahresanfang zusätzlich die Anleihenseite", führe Fachfrau Claus aus. Ähnlich laute ihre Begründung zur Schlechtereinschätzung den Multiple Opportunities betreffend: Auf Einjahressicht hätten der Analystin zufolge alle Assetklassen außer Aktien negativ zur absoluten Performance beigetragen.

Die Flossbach-Strategen hätten unlängst eingeräumt, dass ihre leicht übervorsichtige Taktik im Anlagejahr 2020, unter anderem mit einer Goldquote von zehn Prozent, unmittelbar nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie während des Frühjahrs Performance gekostet habe.

"Oberste Priorität besaß in dieser Phase der Schutz des uns anvertrauten Vermögens. Unsere Anleger sollten sich, neben der Ängste um ihre Gesundheit und die ihrer Familien, nicht auch noch um ihr Vermögen sorgen müssen. Das hat gut funktioniert. Von der anschließenden Aufwärtsbewegung haben wir profitiert, wenngleich nicht so stark wie der Gesamtmarkt, weil wir die Sicherungen Schritt für Schritt, also zeitlich verzögert aufgelöst haben. Wir waren also weiterhin vorsichtig. Das hat in der Rückschau Rendite gekostet", würden die Experten des Kölner Vermögensverwalters auf ihrer Internetseite schreiben.

Auf der anderen Seite habe es aber auch Portfolios gegeben, die nach Meinung von Scope eine bessere Note verdient hätten. Neben dem von PIMCO-Chefanleger Daniel Ivascyn und seinen Kollegen mitverantworteten GIS Diversified Income habe nach über einem halben Jahr mit einem "C"-Rating der fast sechs Milliarden Euro schwere Fidelity Funds - Emerging Markets wieder ein "B"-Top-Rating erhalten.

"Die schrittweise Erholung des Fonds setzte ab November 2020 auf der Performanceseite ein, während die Risikoseite weiterhin etwas schwächer als der Peergroup-Durchschnitt 'Aktien Emerging Markets' abschneidet", so Claus. Die Wertentwicklung des Portfolios falle über alle Betrachtungszeiträume hinweg überdurchschnittlich aus. Auf Sicht von einem Jahr liege er mit 34,6 Prozent aber deutlich über den 22,7 Prozent seiner Vergleichsgruppe.

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im Februar:



Der Candriam Equities L Emerging Markets (ISIN LU0056052961 / WKN 989643) wiederum überzeuge Claus zufolge durch Kontinuität: Er bewege sich seit mehr als sechs Jahren durchgängig im Top-Ratingbereich und habe nun nach mehr als zwei Jahren wieder ein "A" bekommen. Der Fonds verfolge einen langfristig orientierten Ansatz und habe bislang sowohl auf der Performance- als auch auf der Risikoseite punkten können. Beispielsweise liege er mit einer Wertentwicklung von 14,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe von 11,0 Prozent p.a. Zudem sei der maximale Verlust im selben Zeitraum mit 19,6 Prozent gegenüber 23,3 Prozent deutlich niedriger ausgefallen. (19.03.2021/fc/n/s)






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