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HVB: Hohe Abflüsse aus einst angesagten ETF-Dachfonds - Fondsnews
14.08.18 13:00
FONDS professionell
Wien (www.fondscheck.de) - Wie aus einer Analyse von "FONDS professionell" mit Daten des Branchenverbandes BVI hervorgeht, ist aus den Fonds der "Vermögensdepot"-Serie im ersten Halbjahr 2018 mehr als eine dreiviertel Milliarde Euro abgeflossen, so die Experten von "FONDS professionell".
Demnach seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres allein aus dem größten Fonds dieser Reihe, dem Vermögensdepot privat 50, 453,7 Millionen Euro abgeflossen. In Summe hätten Anleger aus den vier Fonds, die fast ausschließlich über die Hypovereinsbank (HVB) vertrieben würden, 764,3 Millionen Euro abgezogen.
Die seit Februar 2008 aufgelegten "Vermögensdepots" würden von der HVB gemanagt, als Kapitalverwaltungsgesellschaft diene Amundi Deutschland (früher Pioneer Investments). Die Portfolios hätten lange Zeit zu den größten ETF-Dachfonds auf dem deutschen Markt gehört, die HVB habe als Vorreiter in diesem Segment gegolten.
Doch die Performance lasse seit Jahren zu wünschen übrig: Die Fonds würden nur einen oder zwei Morningstar-Sterne tragen und damit zum schlechtesten Drittel ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe gehören. Auch die hohen laufenden Kosten von bis zu 2,4 Prozent würden den Vertrieb erschweren.
Ein weiteres Detail könnte darauf hinweisen, dass die HVB im Vertrieb nicht mehr auf ihre einstigen Vorzeigefonds setze: 2017 hätten die Portfolios noch "HVB Vermögensdepot" geheißen, doch zum Jahreswechsel seien die drei Buchstaben der Bank aus der Fondsfirmierung gestrichen worden.
Weiterhin gut im Vertrieb laufe bei der HVB dagegen die Fondsfamilie "Private Banking Vermögensportfolio", die ebenfalls von Amundi verwaltet werde. Den sieben Produkten dieser Reihe seien im ersten Halbjahr 371 Millionen Euro zugeflossen, lasse sich der BVI-Statistik entnehmen.
Besonders gefragt sei das Private Banking Vermögensportfolio Nachhaltig 70 gewesen, dem HVB-Kunden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 259,5 Millionen Euro anvertraut hätten. Auch wenn das die Abflüsse aus der "Vermögensdepot"-Serie noch lange nicht ausgleiche, liege die Vermutung nahe, dass vielen HVB-Kunden empfohlen worden sei, Geld aus der einen in die andere Produktfamilie umzuschichten. Außerdem stehe den HVB-Kunden inzwischen ein breiteres Anlagespektrum zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Beispielsweise biete das Institut Private-Banking-Kunden, die eine jährliche Pauschalgebühr zahlen würden, mittlerweile auch eine Beratung zu Direktinvestments in ETFs an.
Die HVB selbst äußere sich zu diesem Thema nicht. Zu Absatzzahlen, Vertriebs- und Produktstrategien nehme man keine Stellung, habe ein Sprecher des Instituts auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE gesagt.
Klar sei jedenfalls, dass die HVB weiterhin eng mit Amundi kooperiere. Zu Pioneer-Zeiten seien die beiden Häuser noch als Schwestergesellschaften der italienischen Großbank Unicredit verbandelt gewesen, seit der Übernahme von Pioneer durch Amundi gelte ein umfangreicher Vertriebsvertrag zwischen dem Unicredit-Konzern und dem französischen Fondsriesen. Den immateriellen Vermögenswert dieser Vereinbarungen habe Amundi im vergangenen Jahr auf stolze 546 Millionen Euro beziffert.
Auf der Website der HVB für Privatkunden würden aktuell unter anderem drei Multi-Asset-Fonds der Amundi-Tochter CPR vorgestellt. Der CPR Invest Defensive halte bis zu 30 Prozent Aktien, der CPR Invest Reactive 20 bis 80 Prozent und der CPR Invest Dynamic 60 bis 100 Prozent. Für den Aktienanteil setze das Management in erster Linie auf ETFs - wie bei den "Vermögensdepot"-Fonds.
Unter dem Stichwort "Unsere aktuelle Fondsauswahl" würden auf der HVB-Website bei den Mischfonds zwei weitere Amundi-Produkte und der JPM Global Income von J.P. Morgan Asset Management genannt. Bei den Aktienfonds stünden neben einem Amundi-Portfolio Fonds von Allianz Global Investors, Fidelity und DWS derzeit im Rampenlicht. Für das Rentensegment finde sich nur ein Fonds, der BGF Euro Short Duration Bond von BlackRock. Alle genannten Investmenthäuser würden zu den elf Fondsanbietern zählen, mit denen die HVB eine strategische Partnerschaft eingegangen sei. (14.08.2018/fc/n/s)
Demnach seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres allein aus dem größten Fonds dieser Reihe, dem Vermögensdepot privat 50, 453,7 Millionen Euro abgeflossen. In Summe hätten Anleger aus den vier Fonds, die fast ausschließlich über die Hypovereinsbank (HVB) vertrieben würden, 764,3 Millionen Euro abgezogen.
Die seit Februar 2008 aufgelegten "Vermögensdepots" würden von der HVB gemanagt, als Kapitalverwaltungsgesellschaft diene Amundi Deutschland (früher Pioneer Investments). Die Portfolios hätten lange Zeit zu den größten ETF-Dachfonds auf dem deutschen Markt gehört, die HVB habe als Vorreiter in diesem Segment gegolten.
Doch die Performance lasse seit Jahren zu wünschen übrig: Die Fonds würden nur einen oder zwei Morningstar-Sterne tragen und damit zum schlechtesten Drittel ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe gehören. Auch die hohen laufenden Kosten von bis zu 2,4 Prozent würden den Vertrieb erschweren.
Ein weiteres Detail könnte darauf hinweisen, dass die HVB im Vertrieb nicht mehr auf ihre einstigen Vorzeigefonds setze: 2017 hätten die Portfolios noch "HVB Vermögensdepot" geheißen, doch zum Jahreswechsel seien die drei Buchstaben der Bank aus der Fondsfirmierung gestrichen worden.
Besonders gefragt sei das Private Banking Vermögensportfolio Nachhaltig 70 gewesen, dem HVB-Kunden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 259,5 Millionen Euro anvertraut hätten. Auch wenn das die Abflüsse aus der "Vermögensdepot"-Serie noch lange nicht ausgleiche, liege die Vermutung nahe, dass vielen HVB-Kunden empfohlen worden sei, Geld aus der einen in die andere Produktfamilie umzuschichten. Außerdem stehe den HVB-Kunden inzwischen ein breiteres Anlagespektrum zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Beispielsweise biete das Institut Private-Banking-Kunden, die eine jährliche Pauschalgebühr zahlen würden, mittlerweile auch eine Beratung zu Direktinvestments in ETFs an.
Die HVB selbst äußere sich zu diesem Thema nicht. Zu Absatzzahlen, Vertriebs- und Produktstrategien nehme man keine Stellung, habe ein Sprecher des Instituts auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE gesagt.
Klar sei jedenfalls, dass die HVB weiterhin eng mit Amundi kooperiere. Zu Pioneer-Zeiten seien die beiden Häuser noch als Schwestergesellschaften der italienischen Großbank Unicredit verbandelt gewesen, seit der Übernahme von Pioneer durch Amundi gelte ein umfangreicher Vertriebsvertrag zwischen dem Unicredit-Konzern und dem französischen Fondsriesen. Den immateriellen Vermögenswert dieser Vereinbarungen habe Amundi im vergangenen Jahr auf stolze 546 Millionen Euro beziffert.
Auf der Website der HVB für Privatkunden würden aktuell unter anderem drei Multi-Asset-Fonds der Amundi-Tochter CPR vorgestellt. Der CPR Invest Defensive halte bis zu 30 Prozent Aktien, der CPR Invest Reactive 20 bis 80 Prozent und der CPR Invest Dynamic 60 bis 100 Prozent. Für den Aktienanteil setze das Management in erster Linie auf ETFs - wie bei den "Vermögensdepot"-Fonds.
Unter dem Stichwort "Unsere aktuelle Fondsauswahl" würden auf der HVB-Website bei den Mischfonds zwei weitere Amundi-Produkte und der JPM Global Income von J.P. Morgan Asset Management genannt. Bei den Aktienfonds stünden neben einem Amundi-Portfolio Fonds von Allianz Global Investors, Fidelity und DWS derzeit im Rampenlicht. Für das Rentensegment finde sich nur ein Fonds, der BGF Euro Short Duration Bond von BlackRock. Alle genannten Investmenthäuser würden zu den elf Fondsanbietern zählen, mit denen die HVB eine strategische Partnerschaft eingegangen sei. (14.08.2018/fc/n/s)
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