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Rohstoff-Manager Hambro: "Furcht vor Materialknappheit geht um" - Fondsnews
28.03.24 15:00
FONDS professionell
Wien (www.fondscheck.de) - Die Grundgüter-Märkte lockten einst Scharen von Finanzinvestoren an. Doch dann kam eine lange Flaute-Phase, so die Experten von "FONDS professionell".
BlackRock-Manager Evy Hambro habe sowohl das Hoch als auch das Tief miterlebt. Im Interview mit "FONDS professionell" erläutere er, warum eine neue Ära der Rohstoffe dämmere.
Die Wende zu erneuerbaren Energien löse einen hohen Bedarf an Rohstoffen aus, der sich wiederum in Investmentchancen für Anleger ummünze. Dies habe Evy Hambro, Portfoliomanager für Rohstoffe und Leiter thematische Investments beim weltgrößten Fondsanbieter BlackRock, im Interview mit "FONDS professionell" gesagt. "Die Transformation von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen ist in vollem Gange", meine Hambro. "Dieser Umbau erfordert eine ungeheure Menge an Materialien."
So benötige der Bau einer Offshore-Windkraftanlage je Megawatt Leistung das Dreifache an Kupfer wie die Erzeugung per Gas, bei Stahl sei es sogar mehr als das Fünffache, so der Manager. Hambro habe 1997 das Ruder des BlackRock World Mining Fund übernommen. 2002 sei die Verantwortung für den World Gold Fund hinzugekommen. Der World Mining Fund sei zeitweise der größte Publikumsfonds Europas gewesen. Im Zuge der Flaute an den Grundgüter-Märkten im vergangenen Jahrzehnt sei das Fondsvolumen deutlich geschrumpft.
Hambro sehe nun jedoch eine neue Ära heraufdämmern. "Dem immensen Rohstoff-Bedarf stehen begrenzte Produktionskapazitäten gegenüber", erläutere der Manager. "Die Furcht vor Materialknappheit geht um." Die Preise müssten steigen, damit ein Anreiz für die Schaffung neuer Kapazitäten bestehe. "Doch es dauert Jahre, bis dieser Nachschub auf den Markt kommt", führe Hambro aus. "Vielen Anlegern ist nicht bewusst, was für einen Kraftakt der Umbau von 'brauner' zu 'grüner' Energieerzeugung darstellt - und welche Chancen dies eröffnet."
Zugleich bescheinige Hambro den Grundgüter-Unternehmen ein Umdenken mit Blick auf die Nachhaltigkeit. "Fragte man die Rohstoff-Unternehmen vor einigen Jahren, ob sie die Dekarbonisierung angehen würden, antworteten zwar viele mit 'Ja'", berichte der BlackRock-Mann. "Doch echte Überzeugung steckte da nicht dahinter." Denn der aus solchen Investitionen zu erwartende Ertrag sei nicht hoch genug gewesen, um mit dem aus Investitionen in Wachstum, dem Abbau von Schulden oder Aktienrückkäufen und Dividendenausschüttungen mithalten zu können.
"Heute sieht das jedoch ganz anders aus", meine Hambro. "Die Rohstoff-Unternehmen geben inzwischen mehr Geld für die Dekarbonisierung ihrer Herstellungsprozesse aus als für die bloße Steigerung ihrer Produktion." Mit Blick auf die möglichen Gewinnaussichten würden Investitionen in die Dekarbonisierung also viel attraktiver erscheinen. So steige die Nachfrage nach CO2-neutral hergestellten Rohstoffen. "Das Angebot wächst zwar auch, hält aber nicht mit", erläutere der Manager.
Weiterhin sehe der Rohstoff-Experte die Branche nunmehr vor einer Phase mit solidem Wachstum. "Der vorige Zyklus drehte sich nur um das Wachstum Chinas", meine Hambro. Die Industrialisierung der Volksrepublik habe die Preise an den Grundgüter-Märkten in die Höhe schnellen lassen und Finanzinvestoren angezogen. Diese Hochphase sei jedoch in den 2010er Jahren abgeebbt. "Die Transformation zu erneuerbaren Energien und von einer 'braunen' zu einer 'grünen' Wirtschaft ist ein viel breiteres, umfassenderes Phänomen", meine Hambro.
Evy Hambro, BlackRock: "Angesichts der möglichen Zinssenkungen durch die Notenbanken dürfte Gold zulegen - was auch die Kurse der Goldminenaktien beflügeln sollte."
Hambro: "Das Volumen unseres Fonds ist immer noch größer als das aller anderen Goldaktienfonds der Welt zusammen. Aber ja, das verwaltete Vermögen hat abgenommen. Der Hauptgrund ist, dass die Goldminenbetreiber einen miserablen Job gemacht haben."
Hambro: "Wir haben nie Technologieaktien oder andere Modethemen in die Fonds gelegt, um die Performance aufzupeppen. Wir blieben dem treu, was auf unserem Etikett steht - selbst wenn die Zeiten schwer waren."
Hambro: "Eine schlecht arbeitende Konzernführung ist in der Lage, den Firmenwert völlig zu zerstören. Wie das Management mit dem Geld eines Unternehmens umgeht, ist der beste Indikator für künftige Gewinne."
Hambro: "Gute Leute ziehen noch mehr gute Leute an. Man muss jedoch aufpassen, dass man sich keinen faulen Apfel in den Korb holt. Eine falsche Person kann sehr schnell Schaden anrichten." (28.03.2024/fc/n/s)
BlackRock-Manager Evy Hambro habe sowohl das Hoch als auch das Tief miterlebt. Im Interview mit "FONDS professionell" erläutere er, warum eine neue Ära der Rohstoffe dämmere.
Die Wende zu erneuerbaren Energien löse einen hohen Bedarf an Rohstoffen aus, der sich wiederum in Investmentchancen für Anleger ummünze. Dies habe Evy Hambro, Portfoliomanager für Rohstoffe und Leiter thematische Investments beim weltgrößten Fondsanbieter BlackRock, im Interview mit "FONDS professionell" gesagt. "Die Transformation von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen ist in vollem Gange", meine Hambro. "Dieser Umbau erfordert eine ungeheure Menge an Materialien."
So benötige der Bau einer Offshore-Windkraftanlage je Megawatt Leistung das Dreifache an Kupfer wie die Erzeugung per Gas, bei Stahl sei es sogar mehr als das Fünffache, so der Manager. Hambro habe 1997 das Ruder des BlackRock World Mining Fund übernommen. 2002 sei die Verantwortung für den World Gold Fund hinzugekommen. Der World Mining Fund sei zeitweise der größte Publikumsfonds Europas gewesen. Im Zuge der Flaute an den Grundgüter-Märkten im vergangenen Jahrzehnt sei das Fondsvolumen deutlich geschrumpft.
Hambro sehe nun jedoch eine neue Ära heraufdämmern. "Dem immensen Rohstoff-Bedarf stehen begrenzte Produktionskapazitäten gegenüber", erläutere der Manager. "Die Furcht vor Materialknappheit geht um." Die Preise müssten steigen, damit ein Anreiz für die Schaffung neuer Kapazitäten bestehe. "Doch es dauert Jahre, bis dieser Nachschub auf den Markt kommt", führe Hambro aus. "Vielen Anlegern ist nicht bewusst, was für einen Kraftakt der Umbau von 'brauner' zu 'grüner' Energieerzeugung darstellt - und welche Chancen dies eröffnet."
Zugleich bescheinige Hambro den Grundgüter-Unternehmen ein Umdenken mit Blick auf die Nachhaltigkeit. "Fragte man die Rohstoff-Unternehmen vor einigen Jahren, ob sie die Dekarbonisierung angehen würden, antworteten zwar viele mit 'Ja'", berichte der BlackRock-Mann. "Doch echte Überzeugung steckte da nicht dahinter." Denn der aus solchen Investitionen zu erwartende Ertrag sei nicht hoch genug gewesen, um mit dem aus Investitionen in Wachstum, dem Abbau von Schulden oder Aktienrückkäufen und Dividendenausschüttungen mithalten zu können.
Weiterhin sehe der Rohstoff-Experte die Branche nunmehr vor einer Phase mit solidem Wachstum. "Der vorige Zyklus drehte sich nur um das Wachstum Chinas", meine Hambro. Die Industrialisierung der Volksrepublik habe die Preise an den Grundgüter-Märkten in die Höhe schnellen lassen und Finanzinvestoren angezogen. Diese Hochphase sei jedoch in den 2010er Jahren abgeebbt. "Die Transformation zu erneuerbaren Energien und von einer 'braunen' zu einer 'grünen' Wirtschaft ist ein viel breiteres, umfassenderes Phänomen", meine Hambro.
Evy Hambro, BlackRock: "Angesichts der möglichen Zinssenkungen durch die Notenbanken dürfte Gold zulegen - was auch die Kurse der Goldminenaktien beflügeln sollte."
Hambro: "Das Volumen unseres Fonds ist immer noch größer als das aller anderen Goldaktienfonds der Welt zusammen. Aber ja, das verwaltete Vermögen hat abgenommen. Der Hauptgrund ist, dass die Goldminenbetreiber einen miserablen Job gemacht haben."
Hambro: "Wir haben nie Technologieaktien oder andere Modethemen in die Fonds gelegt, um die Performance aufzupeppen. Wir blieben dem treu, was auf unserem Etikett steht - selbst wenn die Zeiten schwer waren."
Hambro: "Eine schlecht arbeitende Konzernführung ist in der Lage, den Firmenwert völlig zu zerstören. Wie das Management mit dem Geld eines Unternehmens umgeht, ist der beste Indikator für künftige Gewinne."
Hambro: "Gute Leute ziehen noch mehr gute Leute an. Man muss jedoch aufpassen, dass man sich keinen faulen Apfel in den Korb holt. Eine falsche Person kann sehr schnell Schaden anrichten." (28.03.2024/fc/n/s)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 96,88 € | 97,295 € | -0,415 € | -0,43% | 17.04./12:01 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0172157280 | A0BMAR | 105,42 € | 52,97 € | |
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