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Studie: Deutschlandaktienfonds schneiden noch am besten ab - Fondsnews


22.09.22 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Studie: Deutschlandaktienfonds schneiden noch am besten ab - Fondsnews

Das erste Halbjahr verlief ernüchternd für aktive Fondsmanager, so die Experten von "FONDS professionell".

Das jedenfalls zeige eine Analyse der Barometerbauer von S&P Dow Jones Indices. Demnach habe eine Mehrheit der aktiven Portfoliolenker den jeweiligen Marktmaßstäben hinterhergehinkt. Doch es habe auch Ausnahmen gegeben.

Die große Mehrheit der aktiven Fondsmanager in Europa habe im ersten Halbjahr 2022 hinter den entsprechenden Vergleichsbarometern hinterhergehinkt. Dies zeige eine Analyse des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Nur wenige Lichtblicke hätten sich in dem schwierigen Marktumfeld offenbart. So hätten Deutschlandaktienfonds unter den großen Märkten die geringste Underperformance-Quote errungen. Hier seien bis Ende Juni 55 Prozent der aktiven Manager der Marktmesslatte S&P Germany BMI hinterhergelaufen. 2021 seien es allerdings nur 40 Prozent gewesen.

Den geringsten Underperformance-Anteil aller Märkte hätten Portfolios mit Fokus auf polnische Aktien erreicht. Hier seien in der ersten Jahreshälfte 2022 nur 32 Prozent hinter dem Vergleichsmaßstab geblieben. Bei Eurozonen-Aktien seien es 58 Prozent gewesen, bei europäischen Aktien allgemein sogar 84 Prozent. S&P Dow Jones Indices gleiche halbjährlich die Performance aktiver Portfoliomanager mit der Entwicklung der entsprechenden Vergleichsbarometer des Hauses ab. Die Untersuchung für den US-Markt sei bereits 2002 gestartet, die für Europa 2014.

Desaströse Ergebnisse

Ein geradezu desaströses Ergebnis hätten britische Standardaktienfonds eingefahren. Hier hätten mit 96 Prozent praktisch alle Portfoliomanager hinter dem Vergleichsbarometer rangiert. Besser hätten sich die Manager geschlagen, die sich auf Nebenwerte des Inselreichs konzentrieren würden - 57 Prozent seien hinter der entsprechenden Marktmesslatte geblieben. Auf lange Sicht hätten auch auf Euro lautende, globale Aktienfonds schwach abgeschnitten. Über zehn Jahre gesehen sei es 98 Prozent nicht gelungen, den S&P Global 1200 zu übertreffen.

Die Auswertung von S&P Dow Jones Indices beziehe auch die Ergebnisse von liquidierten oder verschmolzenen Fonds ein. Damit wollten die Analysten das sogenannte Survivorship Bias vermeiden. Viele Studien würden nur die Performance von Fonds berücksichtigen, die am Ende des Betrachtungszeitraums noch bestünden, was die Ergebnisse verzerren könnte. Zudem setze S&P Dow Jones Indices auf die hauseigenen Barometer als Vergleichsmaßstab und nicht auf die im Fondsprospekt angegebene Benchmark oder Standardindices wie den DAX. S&P Dow Jones Indices begründe dies damit, dass die eigenen Indices das Investmentuniversum der Fonds besser widerspiegeln würden als herkömmliche Barometer. (22.09.2022/fc/n/s)