Trotz Spartenverkauf: Commerzbank managt immer noch Fonds - Fondsnews


28.09.18 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Vermögensverwaltung der Commerzbank hat in den vergangenen Monaten ihr Angebot an selbst gemanagten Fonds für eigene Kunden und Dritte ausgebaut, so die Experten von "FONDS professionell".

Insgesamt vier Fonds betreue der Geschäftsbereich mittlerweile als externer Berater, wie die Bank auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE mitgeteilt habe. Dabei habe jeweils der Gedanke Pate gestanden, Anlegern Strategien der Vermögensverwaltung im kostengünstigen und effizienten Fondsmantel zugänglich zu machen.

Die jüngsten Portfolios seien der Commerzbank Flexible Allocation Euroland und der Commerzbank Flexible Allocation USA. Die jeweils auf börsengehandelten Indexfonds (ETFs) basierenden Anlagestrategien der beiden aktienbetonten Mischfonds seien 2016 entwickelt worden. Bisher hätten die Vermögensverwalter (VV) der Bank sie auf individueller Basis angeboten. Im Mai seien sie über Fonds zugänglich gemacht worden, da dies der Bank zufolge in Summe deutlich effizienter und günstiger sei. "Die beiden Fonds ersetzen seit Mai 2018 somit die bisherigen Direktinvestments in den Vermögensverwaltungs-Depots, sie sind daher auch nur für VV-Kunden der Commerzbank erwerbbar", so ein Sprecher der Bank gegenüber "FONDS professionell". Nicht-Kunden der Bank würden damit außen vor bleiben.

Als Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) der beiden Portfolios, für die die Bank als Berater diene, fungiere Universal-Investment (UI) aus Frankfurt - und nicht die Commerz Fund Solutions (CFS) aus Luxemburg. Diese Gesellschaft sei mit anderen Teilen der Banksparte "Equity Markets & Commodities" (EMC) im Sommer an die französische Großbank Société Générale verkauft worden. Einen Zusammenhang zwischen der Entscheidung für UI und dem schon Ende 2016 beschlossenen grundsätzlichen Verkauf der CFS gebe es der Bank zufolge aber nicht.

Der älteste Fonds der Vermögensverwaltungssparte sei der bereits 2008 lancierte Commerzbank Aktienportfolio Covered Plus. Bei diesem Fonds handle es sich um eine Strategie auf ETF-Basis, bei der nicht nur die Indices etablierter Märkte wie DAX, EURO STOXX 50 oder S&P 500 abgebildet, sondern auch Schwellenländer beigemischt würden. Außerdem kämen Optionen zur Renditesteigerung zum Einsatz.

Commerzbank-Kunden könnten nach Angaben der Bank schon seit 20 Jahren über ihr persönliches Depot in die Strategie investieren. Später sei sie dann in einen Fondsmantel gegossen worden, damit auch Commerzbank-Anleger mit kleinerem Geldbeutel an ihr partizipieren könnten. Zunächst habe Allianz Global Investors als KGV agiert, seit September sei es die UI. Mit diesem Schritt sei der Fonds auch für Investoren außerhalb der Bank geöffnet worden.

2014 habe die Vermögensverwaltung der Commerzbank zudem den Commerzbank Stiftungsfonds lanciert. Dessen Geld werde zu mindestens 75 Prozent in Anleihen und Liquidität auf Eurobasis investiert, maximal 25 Prozent könnten via ETFs auf globale Aktien entfallen. Die Vermögensverwalter der Bank hätten den Fonds vor allem für kleinere Stiftungen mit einem geringen Risikobudget aufgelegt, er sei aber auch für Privatanleger zugänglich. KVG sei - im Gegensatz zu den drei anderen Fonds - weiterhin die CFS. (28.09.2018/fc/n/s)





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