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Zu "high": Aus Cannabis- wird Gesundheits-ETF - ETF-News
28.09.23 14:57
FONDS professionell
Wien (www.fondscheck.de) - Einer der beiden Hanf-ETFs auf dem Markt steht vor dem Aus, so die Experten von "FONDS professionell".
Der Asset Manager Han-ETF verschmelze einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), der auf Cannabis-Aktien setze, mit einem breiter anlegenden Gesundheits-ETF. Dies gehe aus Mitteilungen der Gesellschaft hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegen würden. Demnach werde das Fondsvermögen des erst im Januar 2020 aufgelegten The Medical Cannabis and Wellness ETF zum 29. September auf den HAN-GINS Indxx Healthcare Megatrends Equal Weight ETF (ISIN IE00BJQTJ848 / WKN A2PFPC) übertragen.
Hintergrund für das Erlöschen der Cannabis-Strategie sei der eher ungewöhnliche Investmentfokus. Der Hanf-Fonds investiere in Unternehmen, die auf einen medizinischen Einsatz und eine zunehmende Legalisierung des eigentlich als Rauschmittel bekannt gewordenen Cannabis setzen würden. Der Trend um diese Aktien scheine sich jedoch zu verflüchtigen. Nach einem kurzen Höhenflug im Frühjahr 2021 sei die Kursentwicklung der Hanf-Aktien in die Tiefe gerauscht.
So liege der ETF auf Sicht von drei Jahren mehr als 60 Prozent im Minus, über zwei Jahre seien es gar mehr als 70 Prozent. Das verwaltete Vermögen rangiere nur etwas über der Marke von zehn Millionen Euro. Das direkte Konkurrenzprodukt im hiesigen Markt, der Rize Medical Cannabis And Life Sciences ETF, notiere über drei Jahre ebenfalls fast 50 Prozent im Minus. Der aktiv gesteuerte GF Global Cannabis Opportunity liege über drei Jahre fast 60 Prozent im Minus - bei einem Volumen von 1,5 Millionen Euro.
"Das Investmentuniversum hat sich deutlich verkleinert", begründe Tom Bailey, Leiter des ETF-Research bei Han-ETF, die Verschmelzung. Diese Entwicklung habe sich bereits seit einiger Zeit vollzogen. "Daher stellte sich die Frage, ob wir die Strategie sinnvoll fortführen können", so Bailey im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. Vor diesem Hintergrund sei ein Wechsel der Verwahrstelle hinzugekommen. Han-ETF habe sein gesamtes Sortiment von BNY Mellon zu JP Morgan übertragen.
"Unsere neue Verwahrstelle kann aufgrund rechtlicher Risiken keine Aktien mit Cannabis-Bezug verwahren", erläutere Bailey. Das betreffe mehrere Aktien des Fonds, erläutere der Manager von Han-ETF. "Damit wäre unsere Strategie praktisch gar nicht mehr umsetzbar gewesen." Da das Investmentuniversum ohnehin schon deutlich eingeschränkt gewesen sei, habe der ETF-Anbieter entschieden, "keine weiteren Optionen zu verfolgen, um den Fonds offen zu halten", so Bailey.
Grund für die Vorsicht des Wall-Street-Instituts dürfte die nur teilweise Legalisierung von Cannabis & Co. sein. Während in manchen Ländern Produkte aus Hanf oder Wirkstoffen der Pflanze zugelassen seien, würden andere Staaten ein mehr oder weniger striktes Verbot beibehalten. Branchenkreisen zufolge bestehe bei großen, international agierenden Unternehmen die Befürchtung, in solchen Nationen für Geschäfte mit Cannabis-Kontakt belangt zu werden. JP Morgan habe sich auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE nicht dazu äußern wollen.
Auch mit einer anderen Verwahrstelle hätte sich die Strategie nur schwer am Leben halten lassen, meine ETF-Entwickler Bailey. Die Streuung einer Fondspalette auf mehrere Verwahrstellen wäre zudem unrentabel. Im hoch skalierten und auf Effizienz getrimmten ETF-Geschäft würden die Anbieter häufig nur eine Depotstelle für ihr Sortiment nutzen.
"Daher entschlossen wir uns dazu, den Fonds auf einen anderen zu verschmelzen", argumentiere Bailey. "Dies erschien uns als der Weg, der am besten den Interessen der Anleger gerecht wird." Die Anleger würden daher zu dem breiter ausgerichteten Gesundheits-ETF umziehen. "Die Gesamtkostenquote und der Index des HAN-GINS Indxx Healthcare Megatrend ETF bleiben unverändert", betone Bailey.
Das Schicksal des Hanf-ETF ähnle dem anderer Themenfonds. So hätten amerikanische und Schweizer Wissenschaftler in einer 2022 veröffentlichten Studie die Entwicklung von US-Themenfonds von 1993 bis 2019 untersucht. Der Schluss der Forscher von der Ohio State University und des Swiss Finance Institutes: So mancher Investmenttrend habe bereits seine Hochphase erreicht, wenn die ersten Fonds aufgelegt würden. Zum Start der Fonds hätten den Akademikern zufolge viele Aktien bereits ihr Bewertungshoch erreicht - fortan seien dann die Kurse gefallen. In der Folge seien die Fonds liquidiert oder verschmolzen worden. (28.09.2023/fc/n/e)
Der Asset Manager Han-ETF verschmelze einen börsengehandelten Indexfonds (ETF), der auf Cannabis-Aktien setze, mit einem breiter anlegenden Gesundheits-ETF. Dies gehe aus Mitteilungen der Gesellschaft hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegen würden. Demnach werde das Fondsvermögen des erst im Januar 2020 aufgelegten The Medical Cannabis and Wellness ETF zum 29. September auf den HAN-GINS Indxx Healthcare Megatrends Equal Weight ETF (ISIN IE00BJQTJ848 / WKN A2PFPC) übertragen.
Hintergrund für das Erlöschen der Cannabis-Strategie sei der eher ungewöhnliche Investmentfokus. Der Hanf-Fonds investiere in Unternehmen, die auf einen medizinischen Einsatz und eine zunehmende Legalisierung des eigentlich als Rauschmittel bekannt gewordenen Cannabis setzen würden. Der Trend um diese Aktien scheine sich jedoch zu verflüchtigen. Nach einem kurzen Höhenflug im Frühjahr 2021 sei die Kursentwicklung der Hanf-Aktien in die Tiefe gerauscht.
So liege der ETF auf Sicht von drei Jahren mehr als 60 Prozent im Minus, über zwei Jahre seien es gar mehr als 70 Prozent. Das verwaltete Vermögen rangiere nur etwas über der Marke von zehn Millionen Euro. Das direkte Konkurrenzprodukt im hiesigen Markt, der Rize Medical Cannabis And Life Sciences ETF, notiere über drei Jahre ebenfalls fast 50 Prozent im Minus. Der aktiv gesteuerte GF Global Cannabis Opportunity liege über drei Jahre fast 60 Prozent im Minus - bei einem Volumen von 1,5 Millionen Euro.
"Unsere neue Verwahrstelle kann aufgrund rechtlicher Risiken keine Aktien mit Cannabis-Bezug verwahren", erläutere Bailey. Das betreffe mehrere Aktien des Fonds, erläutere der Manager von Han-ETF. "Damit wäre unsere Strategie praktisch gar nicht mehr umsetzbar gewesen." Da das Investmentuniversum ohnehin schon deutlich eingeschränkt gewesen sei, habe der ETF-Anbieter entschieden, "keine weiteren Optionen zu verfolgen, um den Fonds offen zu halten", so Bailey.
Grund für die Vorsicht des Wall-Street-Instituts dürfte die nur teilweise Legalisierung von Cannabis & Co. sein. Während in manchen Ländern Produkte aus Hanf oder Wirkstoffen der Pflanze zugelassen seien, würden andere Staaten ein mehr oder weniger striktes Verbot beibehalten. Branchenkreisen zufolge bestehe bei großen, international agierenden Unternehmen die Befürchtung, in solchen Nationen für Geschäfte mit Cannabis-Kontakt belangt zu werden. JP Morgan habe sich auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE nicht dazu äußern wollen.
Auch mit einer anderen Verwahrstelle hätte sich die Strategie nur schwer am Leben halten lassen, meine ETF-Entwickler Bailey. Die Streuung einer Fondspalette auf mehrere Verwahrstellen wäre zudem unrentabel. Im hoch skalierten und auf Effizienz getrimmten ETF-Geschäft würden die Anbieter häufig nur eine Depotstelle für ihr Sortiment nutzen.
"Daher entschlossen wir uns dazu, den Fonds auf einen anderen zu verschmelzen", argumentiere Bailey. "Dies erschien uns als der Weg, der am besten den Interessen der Anleger gerecht wird." Die Anleger würden daher zu dem breiter ausgerichteten Gesundheits-ETF umziehen. "Die Gesamtkostenquote und der Index des HAN-GINS Indxx Healthcare Megatrend ETF bleiben unverändert", betone Bailey.
Das Schicksal des Hanf-ETF ähnle dem anderer Themenfonds. So hätten amerikanische und Schweizer Wissenschaftler in einer 2022 veröffentlichten Studie die Entwicklung von US-Themenfonds von 1993 bis 2019 untersucht. Der Schluss der Forscher von der Ohio State University und des Swiss Finance Institutes: So mancher Investmenttrend habe bereits seine Hochphase erreicht, wenn die ersten Fonds aufgelegt würden. Zum Start der Fonds hätten den Akademikern zufolge viele Aktien bereits ihr Bewertungshoch erreicht - fortan seien dann die Kurse gefallen. In der Folge seien die Fonds liquidiert oder verschmolzen worden. (28.09.2023/fc/n/e)
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