Paris (www.fondscheck.de) - Im Juni sind die ETF-Mittelzuflüsse auf 64,5 Mrd. Euro gestiegen, so die Experten von Amundi.
Gegenüber dem Vormonat sei dies ein Plus von mehr als 70 Prozent. Anleger hätten einerseits wieder Aktien-ETFs gekauft und weiterhin Interesse an Renten-ETFs gezeigt, was zu einer deutlichen Nachfragebelebung Nachfrage geführt habe. Aktien-ETFs seien global 17,8 Mrd. Euro und Renten-ETFs 42,1 Mrd. Euro zugeflossen. In Europa habe sich das Anlegerinteresse bei Aktien-ETFs auf globale und nordamerikanische Aktien mit Zuflüssen von 2,2 Mrd. Euro bzw. 1 Mrd. Euro konzentriert. Anleihen hätten in Europa um 8,0 Mrd. Euro zugelegt, wobei sich die Zuflüsse fast zu gleichen Teilen auf Staats- und Unternehmensanleihen verteilt hätten. Rohstoff-ETFs hätten hingegen global Rücknahmen von 4,7 Mrd. Euro hinnehmen müssen.
Dass Anleger wieder Interesse an Aktien hätten, lasse sich an Mittelzuflüssen in Europa im Volumen von 4,9 Mrd. Euro ablesen. Dies spiegele eine zurückkehrende Risikobereitschaft wider, die dadurch unterstrichen werde, dass Anleger Gelder in zyklischere Sektoren investiert hätten, wobei 507 Mio. Euro auf Aktien-ETFs mit Fokus auf den Rohstoffsektor und 405 Mio. Euro auf Finanzwerte entfallen seien. Hingegen habe leichte Abflüsse in defensivere Sektoren wie Energie und im Gesundheitswesen gegeben. Im Juni seien auch Mittel in Smart-Beta-Strategien geflossen, die in der Regel während einer wirtschaftlichen Expansion gut abschneiden würden. Value-Strategien, die sich in dieser Phase des Konjunkturzyklus tendenziell gut entwickeln würden, hätten um 616 Mio. Euro zugelegt. Auch Size und Momentum seien mit Zuflüssen von 476 Mio. Euro bzw. 250 Mio. Euro gefragt gewesen. Diese beiden Faktoren würden sich tendenziell gut entwickeln, wenn sich Volkswirtschaften in einer Wachstumsphase befänden.
Die globale Nachfrage nach Rohstoffprodukten sei erheblich geringer gewesen als im Mai. Dennoch hätten sich die Zuflüsse in Europa gelisteter Produkte auf 834 Mio. Euro summiert. Dies sei zwei Drittel mehr als im Mai. Anleger hätten nicht mehr nur Produkte auf Gold gekauft, sondern auch wieder breite Rohstoffindices, was das Vertrauen der Anleger in einen Aufwärtstrend der Wirtschaft, insbesondere im Rohstoffsektor, widerspiegele. (Ausgabe Juni 2020) (24.07.2020/fc/a/e)
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