Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die kleinen Bremsspuren nach der wochenlangen Rally am Aktienmarkt können der Kauflaune am ETF-Markt nichts anhaben, so die Deutsche Börse AG.
Die Händler würden einen klaren Käuferüberhang melden. "Wir haben etwa doppelt so viele Käufe wie Verkäufe", berichte etwa Holger Heinrich von der Baader Bank. Am beliebtesten seien weiter US- und globale Aktien - gerne auch mit ESG-Filter. "Speziell S&P 500-ETFs sind gesucht", erkläre Torben Bendt von Lang & Schwarz. Beliebt seien laut Heinrich zum Beispiel der INVESCO S&P 500 ESG (ISIN IE000QF66PE6 / WKN A3C4XF), der CSIF MSCI USA Small Cap ESG Leaders Blue (ISIN IE00BMDX0L03 / WKN A2P4U1) und der klassische UBS S&P 500 (ISIN IE00B7K93397 / WKN A1JVB5).
"Anders als in den Vormonaten sehen wir aber auch wieder mehr Handel mit europäischen Aktien", erkläre Frank Mohr von der Societé Générale mit Blick auf die großen EURO STOXX- und DAX-Tracker von iShares (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE0005933931 / WKN 593393). "Die Verkäufe überwiegen aber leicht." Heinrich registriere auch hier vor allem Interesse an nachhaltigen Produkten, etwa dem UBS MSCI Europe Socially Responsible (ISIN LU2206598109 / WKN A2P93L).
Was die Umsätze insgesamt angehe, würden die Einschätzungen auseinandergehen: Mohr berichte von überdurchschnittlichen Umsätzen, Heinrich von rückläufigem Handelsaufkommen. Der DAX habe vergangene Woche verloren, erhole sich nun aber wieder und stehe am Dienstagmittag bei 14.416 Punkten.
Zurück auf dem Radar: Die Schwellenländer. "Nach langer Zeit beobachten wir wieder Interesse an Emerging Markets-ETFs", berichte Mohr. Das dürfte vor allem mit Chinas Abkehr von den rigiden Corona-Maßnahmen zu tun haben. Der CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden Festlandsbörsen Shanghai und Shenzhen abbilde, habe sich seit dem Tief Ende Oktober deutlich erholt. Auch der Kurs des MSCI Emerging Markets weise wieder nach oben.
Was den Handel mit Branchen-ETFs angehe, stünden Mohr zufolge Energie-. Technologie-, Immobilien- und Grundstoff-ETFs im Mittelpunkt. Im Energiebereich würden die Zuflüsse (ISIN IE00B42NKQ00 / WKN A142NX) dominieren, ebenso im Immobilien- (ISIN IE00B0M63284 / WKN A0HGV5) und Grundstoffbereich. "Die Käufe im Immobilienbereich betreffen alle Regionen, also Europa, Großbritannien und die USA", konkretisiere Mohr. "Dabei sind die Prognosen für den Immobiliensektor wegen der steigenden Zinsen nicht gut."
Im Grundstoffbereich gehöre der Lyxor NYSE Arca Gold BUGS (ISIN LU0488317701 / WKN ETF091) zu den Favoriten. Käufe und Verkäufe gleichermaßen melde Mohr für Technologie-ETFs, mit einem leichten Kaufüberhang für den iShares TecDAX (ISIN DE0005933972 / WKN 593397) und einem leichten Verkaufsüberhang für den Amundi Stoxx Global Artificial Intelligence (ISIN LU1861132840 / WKN A2JSC9). Kunden*innen der Baader Bank würden gerne auf Medizintechnik und Cloud Computing (ISIN IE00BMH5YF48 / WKN A2QPBV) setzen.
Torben Bendt von Lang & Schwarz melde anhaltend hohe Umsätze in gehebelten Gas-ETCs wie dem WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged (ISIN IE00BLRPRG98 / WKN A3GL7C) und dessen Short-Variante, dem WisdomTree Natural Gas 3x Daily Short (ISIN IE00B76BRD76 / WKN A1VBKC). "Da wird mal gekauft, mal verkauft."
Groß bleibe auch das Interesse an bestimmten Themenfonds, die branchenunabhängig auf Wachstumstrends setzen würden. Ein Dauerbrenner sei der iShares Global Clean Energy (ISIN IE00B1XNHC34 / WKN A0MW0M), der 5,6 Milliarden Euro schwer sei. "Der ist immer gefragt", erkläre Mohr. Ebenfalls viele Käufe sehe er beim L&G Hydrogen Economy (ISIN IE00BMYDM794 / WKN A2QMAL), der Aktien aus der Wasserstoffwirtschaft abbilde. Zu- und Abflüsse gleichermaßen verzeichne der WisdomTree Cybersecurity (ISIN IE00BLPK3577 / WKN A2QGAH).
Etwas ruhiger zu gehe es im Handel mit Anleihen-ETFs. Auf den Einkaufslisten stünden laut Mohr europäische Unternehmensanleihen mit SRI-Filter (ISIN LU1437018168 / WKN A2ATY6; ISIN LU1737653987 / WKN A2H9Q5) und ohne (ISIN IE00B3F81R35 / WKN A0RGEP), auf den Verkaufslisten hingegen der Xtrackers II Eurozone Government Bond Short Daily Swap (ISIN LU0321463258 / WKN DBX0AW). Der bilde die Kurse europäischer Staatsanleihen invers ab und profitiere somit von steigenden Zinsen. "Das dürften Gewinnmitnahmen nach dem starken Zinsanstieg sein", bemerke Mohr. (Ausgabe vom 13.12.2022) (14.12.2022/fc/a/e)
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