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11.04.23 13:30
Fondsmanager-Rochade: "Eitelkeiten haben keine Rolle gespielt" - Fondsnews

Wien (www.fondscheck.de) - Im Januar wurde bekannt, dass Christoph Bruns das Fondsmanagement des Loys Global (ISIN LU0107944042 / WKN 926229) an seinen Vorstandschef abgeben wird, so die Experten von "FONDS professionell".

Für die aktuelle Magazinausgabe von "FONDS professionell" hätten die Experten mit Ufuk Boydak darüber gesprochen.

Es sei gerade einmal zwei Jahre her, da habe den Experten Christoph Bruns, langjähriger Erfolgsmanager des weltweit investierenden Aktienfonds Loys Global, in einem Interview erklärt, es gehöre zu den wesentlichen Tugenden eines Fondsmanagers, im Zweifel "Nein" sagen zu können. Vor Kurzem aber habe er - für manche ziemlich unerwartet - "Ja" gesagt. Nämlich als im Kreis der vier Vorstandspartner der Loys AG die Idee aufgekommen sei, man sollte das für eine relativ kleine Fondsboutique zu große Angebot von insgesamt drei globalen Aktienfonds durch eine Zusammenlegung straffen.

Das Ergebnis: Der Loys Global, den Bruns seit dessen Auflage im Februar 2000 gemanagt habe, sei per Anfang April mit dem Loys Aktien Global fusioniert worden, den Vorstandschef Ufuk Boydak seit dessen Start im Jahr 2013 verantworte. Bruns wiederum werde sich künftig auf die Verwaltung des Loys Global MH konzentrieren, den die Gesellschaft ursprünglich als Single-Hedgefonds aufgelegt und 2014 in ein UCITS-Format überführt habe.

Schon sei die Gerüchteküche losgebrochen, und es sei gemutmaßt worden, die zuletzt recht bescheidene Performance des Flaggschifffonds habe dabei die Hauptrolle gespielt. Die Experten hätten es genau wissen wollen und hätten Ufuk Boydak gemeinsam mit Detlef Glow, Head of Lipper EMEA Research, zu einem Analysegespräch über die tatsächlichen Hintergründe der Entscheidung in der Frankfurter Niederlassung der Fondsboutique besucht.

Ufuk Boydak, Loys AG: "Als Beobachter hätte man durchaus schon früher hinterfragen können, wie sinnvoll es sein kann, dass eine kleine Fondsboutique gleich drei global investierende Aktienfonds nebeneinander managt. Allein aus diesem Blickwinkel lag es schon länger nahe, den Loys Global und den Loys Aktien Global (ISIN LU0861001260 / WKN A1J9LN) zu fusionieren."

"Auch wenn ich nicht verleugnen will, dass die Performanceentwicklung beim Loys Global sicher ein bedeutender Mitgrund für die Zusammenlegung beider Fonds gewesen ist, so war es im Grunde eine Reihe von Faktoren, die uns zu diesem Schritt bewogen hat. Ohne uns nun allzu sehr auf die eigene Schulter zu klopfen, zeigen wir damit nicht zum ersten Mal, dass wir in der Lage sind, das wirklich zu leben, was bei einer Fondsboutique immer gern als die damit verbundene besondere Freiheit und Agilität des Unternehmertums gelobt wird."

"Fairerweise haben Kategorien wie Eitelkeiten tatsächlich keine Rolle gespielt. Und seien wir doch ehrlich: Bei vielen ähnlich großen Unternehmen wie der Loys AG wäre die eigentlich notwendige Entscheidung, die wir getroffen haben, Gefahr gelaufen, an genau solchen zu scheitern. Ganz zu schweigen von großen Konzernen, wo sie unter Umständen einfach nur zwischen einer Reihe von Interessenkonflikten zerrieben worden wäre."

"Wer Christoph Bruns schon etwas länger kennt, weiß, dass er seit jeher so etwas wie ein Freigeist des Asset Managements ist, der auf eines ganz besonderen Wert legt: den im Rahmen der regulatorischen Vorgaben maximal möglichen Freiheitsgrad bei der Entscheidung für einzelne Positionen in seinem Fonds."

"Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin durchaus ein Freund von antizyklischem Investieren. Aber der Aktienmarkt ist groß genug. Ich brauche keine offensichtlichen Kontroversen in meinem Portfolio, um eine gute Performance zu erzielen. Schon allein weil solche Kontroversen sich am Ende oft genug zu einem bösen Bumerang entwickeln." (11.04.2023/fc/n/s)


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