Paris (www.fondscheck.de) - US-Aktien sind auch in diesem Jahr bislang die Spitzenreiter an den Aktienmärkten, so die Experten von Comgest im Kommentar zum Comgest Growth Europe-Fonds (ISIN IE0004766675 / WKN 631025).
Getrieben werde die Wertentwicklung, wie schon in den vorherigen Jahren, vor allem von den Technologietiteln. Doch die Konzentration auf wenige Aktien und die hohen Bewertungen würden die Marktteilnehmer zunehmend nervös machen und sie - in global ohnehin turbulenten Zeiten - nach Alternativen suchen lassen. Europäische Titel würden dabei verstärkt ins Blickfeld rücken. Franz Weis von der internationalen Fondsboutique Comgest zeigt, was Europas Unternehmen attraktiv macht. Vor allem ihre bessere Diversifikation könnte ein schlagendes Argument werden.
Die makroökonomische Situation biete derzeit wenig Grund für Optimismus: Der chinesische Konsument schwächele und auch in Europa erscheine die Konsumentenstimmung gedämpft. In der Industrie würden Umfragen ein Bild der Stagnation zeichnen. Gleichzeitig bedeute die nachlassende Inflation, dass die nominalen Wachstumsraten unter Druck stünden. Hinzu kämen geopolitische Themen, die von globalen Spannungen bis hin zu einem politisch sensiblen Wahljahr reichen würden. Diese Faktoren würden die Unsicherheit an den Aktienmärkten erhöhen. Auf der positiven Seite stehe der Rückgang der Zinsen in Europa und den USA.
Europäische Wachstumsunternehmen stünden bislang im Schatten der US-Technologiewerte. Zum einen würden die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Europa kritisch gesehen. Zum anderen würden sich die Anleger auf die starke Innovation der "Glorreichen Sieben" fokussieren, unterstützt vom Trend zur Künstlichen Intelligenz. Zwar gebe es in Europa nur wenige führende Technologieunternehmen, die, wie etwa ASML, in einer Liga mit den "Glorreichen Sieben" spielen würden. Dafür seien die großen europäischen Wachstumsunternehmen in einer Vielzahl von Sektoren globale Champions - wie etwa Pharma, Konsum- und Luxusgüter sowie High Tech Engineering - und würden so eine breitere Diversifikation als der US-Markt bieten. Dort stünden die größten zehn Unternehmen für rund 30 Prozent der Marktkapitalisierung. Diese Konzentration der US-Marktkapitalisierung auf so wenige Titel berge ein Risiko.
Und während bei den US-Technologiewerten vor allem die Erwartungen an den Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Kurse treiben würden, seien die Wachstumstreiber von Unternehmen wie Novo Nordisk, ASML, Ferrari, L'Oréal oder Schneider Electric deutlich breiter gefächert. Die Diversifikation der Wachstumstreiber und Sektoren biete eine solide Basis für langfristigen Anlageerfolg.
Apropos Umsatzexposure: Die Geschäftsmodelle vieler großer in Europa beheimateter Unternehmen seien globalisiert. Das spiegele sich auch im geografischen Umsatzmix der nichtzyklischen Konsumgüter wie Luxusautos, -handtaschen oder Champagner in unserem europäischen Large Cap-Fonds wider: So würden im Comgest Growth Europe rund 37 Prozent der aggregierten Umsätze im Segment aus Europa, Nord- und Südamerika machen rund 27 Prozent ausstammen, 36 Prozent würden hingegen aus anderen Regionen wie Asien oder den globalen Schwellenländern stammen. Über alle Branchen im Fonds hinweg sei der Umsatzmix ähnlich diversifiziert: Europa komme auf 32 Prozent, Nord- und Südamerika auf rund 40 Prozent und die globalen Schwellenländer inklusive China auf circa 28 Prozent.1 Regionale wirtschaftliche Schieflagen würden somit ausbalanciert. Eine aktive, diversifizierte Aktienauswahl innerhalb eines Sektors bleibe allerdings elementar.
Generell gelte: Qualitätswachstumsinvestoren wie Comgest würden in Europa hervorragende Unternehmen finden, die ihren Gewinn unabhängig von Konjunkturzyklen steigern könnten. Megatrends wie die alternde Bevölkerung, Dekarbonisierung oder die Digitalisierung sowie unternehmenspezifische Wachstumstreiber würden dafür sorgen.
Solche Unternehmen würden sich durch verschiedene Merkmale auszeichnen. Sie würden ihr Geschäft durch Markteintrittsbarrieren vor Wettbewerbern schützen, gleichzeitig hätten sie dadurch Preissetzungsmacht und könnten steigende Kosten an ihre Kunden weitergeben. Luxusgüterhersteller wie Hermès, LVMH oder Ferrari, Diabetesunternehmen wie Novo Nordisk, Technologieführer wie ASML oder Industrieunternehmen wie Schneider Electric, könnten auf die Kraft von einzigartigen Marken, einzigartiger Technologie oder einzigartigen Medikamenten vertrauen.
Die Bilanzen dieser Unternehmen seien robust und sie würden einen hohen Free Cashflow generieren, den sie zum Beispiel in Forschung & Entwicklung (F&E) investieren und so die Grundlage für künftiges Wachstum legen würden, wie etwa Novo Nordisk: Das Pharmaunternehmen aus Dänemark habe in den letzten fünf Jahren einen kontinuierlich wachsenden Umsatz verzeichnet, gleichzeitig seien auch die Investitionsausgaben zur Produktionsausweitung und die Ausgaben für F&E deutlich gestiegen. Durch konsequente Fokussierung auf die Behandlung von Diabetes sei Novo Nordisk heute nicht nur Marktführer bei Insulin sondern auch bei GLP-1-Medikamenten, dem Wachstumsmotor des Unternehmens.
Im Comgest Growth Europe seien 35 dieser Unternehmen zusammengefasst. In den vergangenen drei Jahren seien es vor allem die oben genannten großkapitalisierten und etablierten Unternehmen gewesen, welche die Performance vorangetrieben und damit die Outperformance über diesen Zeitraum entscheidend mitgeprägt hätten.
An den Märkten wachse die Nervosität, ob die hohen Erwartungen an US-Technologieaktien weiterhin gerechtfertigt seien. In Europa gebe es dagegen ein breit gefächertes Universum an Wachstumsaktien, mit denen sich ein Portfolio diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Megatrends verringern lasse. Namen wie Ferrari, ASML oder Novo Nordisk würden zeigen, dass sich Europa bei globalen Champions nicht verstecken müsse. (19.09.2024/fc/a/f)
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