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17.11.08 15:54
Aktiengewichtung im Portfolio weiterhin neutral

Findel (aktiencheck.de AG) - Nach den Marktturbulenzen im September brachte der Oktober noch heftigere Kursbewegungen und entpuppte sich als der schlechteste Monat für die weltweiten Aktienmärkte seit über 20 Jahren, so die Experten der Nordea Bank S.A.

Was im Oktober zu beobachten gewesen sei, sei nichts Geringeres als ein Börsencrash gewesen, in dessen Verlauf viele Indices in der schlimmsten Phase um über 30% eingebrochen seien. Die Hauptgründe für die massiven Verluste seien die Angst vor einer schweren Rezession und Zwangsverkäufe von Anlegern gewesen, die ihre Anlagen mit Fremdkapital finanziert hätten. Nach einer leichten Erholung am Monatsende hätten die Märkte Ende Oktober mit einem kräftigen Minus geschlossen: 17% in den USA, 15% in Europa und noch stärkere Kursverlusten in Asien, wo Japan und Hongkong um 24% beziehungsweise 22% nachgegeben hätten.

Im Oktober hätten die Experten an ihrer neutralen Aktiengewichtung festgehalten. Im Zuge des Marktrückgangs seien sie zur Neugewichtung ihres Portfolios gezwungen gewesen und hätten zu diesem Zweck Aktien nachgekauft, um die Gewichtung bei neutral zu halten. Wenngleich die Unsicherheit nach wie vor groß sei, seien die Kurse vieler Aktien nach Erachten der Experten auf Niveaus gesunken, die deutlich unter ihrem fundamentalen Wert liegen würden. Aufgrund der Zwangsverkäufe sei die fundamentale Bewertung jedoch derzeit eher eine theoretische Größe.

Auch die Stimmungsindikatoren hätten versagt, denn sie hätten viel zu früh vorausgesagt, dass der Markt die Talsohle erreicht hätte (und hätten auf diese Weise Kaufsignale generiert). Viele Beobachter würden glauben, dass das Schlimmste nun vorüber sein könnte, und mehrere Indikatoren würden ein gewisses Erholungspotenzial signalisieren. Da die Unternehmensgewinne allerdings aufgrund der eindeutigen Konjunkturabschwächung unter Druck geraten würden, halte man dies nicht für den rechten Zeitpunkt, um das Risiko einer Übergewichtung in Aktien einzugehen und bleibe daher bei der neutralen Haltung.

Ein wichtiger Gesichtspunkt, auf den man aufmerksam machen möchte, seien die Bilanzen der Unternehmen. Normalerweise würden die Anleger den Fokus vor allem auf die Wachstums- und Rentabilitätsaussichten eines Unternehmens legen. Da die Lage am Kreditmarkt aber noch eine ganze Weile angespannt bleiben dürfte, würden nach Ansicht der Experten nun die Bilanz und die Art und Weise zählen, wie ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit finanziere, zu den wichtigsten Faktoren, die bei der Auswahl geeigneter Anlagen beachtet werden sollten.

Daher sei man vorsichtig bei Unternehmen, die hoch verschuldet seien oder in den nächsten Monaten ausstehende Verbindlichkeiten zurückzahlen müssten. Selbst wenn eine Refinanzierung möglich sei, würden den betroffenen Unternehmen künftig deutlich höhere Finanzierungskosten drohen, die ihre Gewinne belasten würden. Auch Unternehmen, deren Umsätze davon abhängig seien, ob ihre Kunden Finanzierungsmittel erhalten würden, könnten in Schwierigkeiten geraten.

Bei der Anlagetätigkeit im Oktober hätten die Experten beschlossen, sich auf wenig konjunktursensitive Unternehmen zu konzentrieren, vorzugsweise solche mit solider Bilanz. Ein Bereich, den man vor diesem Hintergrund ausgewählt habe, sei der Massenkonsumgütersektor gewesen, in dem sie Pepsi Bottling Group und Unilever gekauft und Nestlé aufgestockt hätten. Diese Unternehmen würden selbst bei einem Konjunkturabschwung allgemein stabile Gewinne erwirtschaften und dürften außerdem von den niedrigeren Rohstoffpreisen und mithin von günstigeren Verpackungs- und Transportkosten profitieren.

Außerdem hätten die Experten im Oktober ihre Position in TeliaSonera erhöht, da man der Ansicht sei, dass sich Telekomdienstleister bei einem Konjunkturabschwung relativ gut entwickeln würden. Bei Aktien, die stärker von der Konjunktur abhängig seien, hätten die Experten Halliburton (Öldienstleistungen) und Shaw Group (energiebezogene Infrastruktur) nachgekauft. Verkauft hätten sie dagegen Eniro und TomTom. (Ausgabe November 2008) (17.11.2008/fc/a/m)



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