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19.10.10 09:14
US-Wirtschaftsumfeld verschlechterte sich dramatisch

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im dritten Quartal verschlechterte sich das Wirtschaftsumfeld in den USA dramatisch, und die Rezessionsrisiken stiegen deutlich, so die Experten von Metzler Asset Management.

Zurückzuführen sei dies auf die fehlende Tragfähigkeit der privaten Nachfrage in Kombination mit den auslaufenden staatlichen Nachfragestimuli gewesen. Die US-Verbraucher hätten den Einkommenszuwachs im dritten Quartal überwiegend genutzt, um ihre Schulden zu reduzieren - und nur im geringen Umfang für zusätzliche Konsumausgaben. Auch die Unternehmen hätten ihre Gewinne zunehmend dazu eingesetzt, um ihre Verschuldung zu verringern - und nur teilweise für Investitionen.

Die Wirtschaftspolitik habe auf die Konjunkturschwäche schnell reagiert: Die US-amerikanische Zentralbank habe in einem ersten Schritt im August entschieden, die fällig werdenden Anleihen durch den Kauf von neuen Staatsanleihen zu ersetzen, um eine automatisch schrumpfende Bilanz der Federal Reserve zu vermeiden. Darüber hinaus hätten mehrere Mitglieder des Offenmarktausschusses einen neuen geldpolitischen Stimulus angekündigt.

Die Experten würden erwarten, dass die US-Zentralbank im November ein neues Kaufprogramm für US-Staatsanleihen von 1 Bio. USD beschließen werde. Auch die US-Regierung habe auf einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs eingeschwenkt: Während sich im zweiten Quartal die Bemühungen noch darauf konzentriert hätten, den Staatshaushalt zu konsolidieren, hätten sich im Verlauf des dritten Quartals die Stimmen gemehrt, die neue Fiskalprogramme gefordert hätten.

Grundsätzlich würden die Experten gute Chancen sehen, dass die wirtschaftspolitischen Stimuli eine Rezession verhindern könnten und dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft nur moderat abschwächen werde. Ihre Prognose stütze sich vor allem darauf, dass sich laut der - den Kreditvergabedaten vorlaufenden - Umfrage der Federal Reserve bei den Geschäftsbanken das Kreditumfeld im dritten Quartal deutlich verbessert habe: Die Kreditnachfrage des privaten Sektors sei zum ersten Mal seit Ausbruch der Krise im Jahr 2007 nicht mehr geschrumpft, und die Banken hätten ihr Kreditangebot sogar merklich erhöht.

Die private Nachfrage dürfte vor diesem Hintergrund in den kommenden Quartalen auf einem deutlich solideren Fundament stehen und das Wirtschaftswachstum in den USA stabilisieren. Sicherlich gebe es infolge der Konjunkturschwäche derzeit wenig binnenwirtschaftliche Inflationsrisiken. Der sinkende Außenwert des US-Dollar und die steigenden Rohstoffpreise dürften nach Einschätzung der Experten jedoch zunehmend für importierten Preisdruck sorgen und die Inflation in den kommenden Monaten steigen lassen. Insgesamt würden die Experten für das kommende Jahr eine Inflationsrate von 2,0% und ein Wirtschaftswachstum von 1,5% erwarten. (19.10.2010/fc/a/m)



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