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19.10.10 09:45
Eurozone dramatischer Renditerückgang bei Bundesanleihen in Q3

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das dritte Quartal war in der Eurozone geprägt von einem dramatischen Renditerückgang bei Bundesanleihen, so die Experten von Metzler Asset Management.

So sei die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen im August auf einen historischen Tiefstand von 2,09% gefallen. Im Gegensatz dazu seien die Risikoprämien von Anleihen aus Irland und Portugal gestiegen, da in beiden Ländern die Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen zugenommen habe. In Irland habe der Staat die Banken erneut in einem überraschend großen Umfang rekapitalisieren müssen, und in Portugal habe sich das Haushaltsdefizit deutlich schlechter als erwartet entwickelt. In Irland dürfte das Haushaltsdefizit aufgrund der staatlichen Hilfen für die Banken in diesem Jahr auf 32% des BIP steigen.

Die Kurse deutscher Staatsanleihen hätten seit Jahresanfang 9% zugelegt, während Staatsanleihen aus der gesamten Eurozone immerhin noch einen Ertrag von 5% bis Ende September gebracht hätten. Grundsätzlich würden die Experten gute Chancen sehen, dass die Sparanstrengungen in der Eurozone mittelfristig erfolgreich sein könnten, und würden daher mit keiner weiteren Verschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise in den kommenden Monaten rechnen. Laut Einkaufsmanagerindex hätten die irische und spanische Wirtschaft im September expandiert, sodass die Steuereinnahmen dort entsprechend den Erwartungen gestiegen sein dürften.

Eine Beruhigung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone hätte einen deutlichen Renditeanstieg von Bundesanleihen zur Folge - zumal eine Inflationsrate von 1,8% in der Eurozone im September und ein Wirtschaftswachstum von 1,9% im zweiten Quartal nach Einschätzung der Experten kein Umfeld sei, das historische Renditetiefs rechtfertige. Auf Basis der Fundamentaldaten sei nach den Berechnungen der Experten eine Rendite zwischen 2,6% und 2,75% für 10-jährige deutsche Staatsanleihen angemessen, was deutlich über dem aktuellen Renditeniveau von 2,25% liege. Die Geldmarktzinsen dürften dagegen auf absehbare Zeit niedrig bleiben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe derzeit wenig Handlungsspielraum, da viele Banken der Peripherie auf eine Refinanzierung durch die EZB angewiesen seien; eine Liquiditätsverknappung hätte sehr wahrscheinlich eine Bankenkrise in der Eurozone zur Folge. Die extrem lockere Geldpolitik der EZB in einem wieder normalen Inflations- und Wachstumsumfeld bedeute, dass sich zunehmend mittelfristiges Inflationspotenzial aufbaue. Vor diesem Hintergrund würden die Experten inflationsgeschützte Bundesanleihen für eine attraktive Investition halten. (19.10.2010/fc/a/m)



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