Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der fulminante Wochenauftakt mit einem Kurssprung beim DAX von 4,6 Prozent gibt dem Fondshandel Auftrieb, so die Deutsche Börse AG.
"Die Wochen vorher waren katastrophal, letzte Woche war es schon besser, und gestern ging es richtig rund", berichte Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Während sich Käufe und Verkäufe lange die Waage gehalten hätten, hätten am gestrigen Montag klar die Käufe überwogen, meine der Händler. Bestimmte Vorlieben seien dabei nicht auszumachen: "Alles geht entweder rauf oder alles runter."
"Gestern dominierten Zuflüsse, in der vergangenen Woche Abflüsse", meine unterdessen Matthias Präger von der Baader Bank. Wegen der verkürzten Handelswoche - die Amerikaner hätten Thanksgiving gefeiert - sei es zunächst aber eher ruhig zugegangen. "Gestern hatten wir aufgrund der starken Bewegung aber viel zu tun."
Zwar würden sich Anleger durchaus wieder in Aktien- und nicht mehr nur in Mischfonds positionieren, dabei werde aber ganz klar differenziert. Kauffreudig würden sich Investoren Präger zufolge etwa bei deutschen Aktienfonds wie dem DWS Aktien Strategie Deutschland (ISIN DE0009769869 / WKN 976986), dem DWS Deutschland (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) und dem DWS German Equities Typ 0 (ISIN DE0008474289 / WKN 847428) zeigen.
Abgegeben würden hingegen der Cominvest Fondak (ISIN DE0008471012 / WKN 847101) und der FPM Funds Stockpicker Germany All Cap (ISIN LU0124167924 / WKN 603328). Laut Wöllnitz werde beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD) weiter zugegriffen. Der sei in diesem Jahr mit deutschen Nebenwerten sehr gut gefahren, das Plus liege bei fast 16 Prozent. In den vergangenen drei Jahren sei der Fonds sogar auf Wertzuwächse von 28 Prozent im Jahr gekommen.
Diese Fonds könnten aufgrund der zum Teil üppigen Ausschüttungen von Unternehmen derzeit punkten. Etwa schneide der DWS Top Dividende im laufenden Jahr mit einem Minus von nur 3,6 Prozent deutlich besser ab als herkömmliche Aktienfonds. Auf Sicht von drei Jahren könne der von der Rating-Agentur Morningstar mit fünf Sternen ausgezeichnete Fonds sogar mit einem jährlichen Plus von fast 12 Prozent aufwarten. Das Fondsmanagement um Thomas Schüssler setze auf Aktien, die neben einer überdurchschnittlich hohen Dividendenrendite auch ein attraktives Dividendenwachstum sowie eine angemessene Ausschüttungsquote aufweisen würden. Fundamentaldaten wie Bilanzqualität und das Geschäftsmodell würden intensiv geprüft und müssten ebenfalls stimmen.
Unter den internationalen Investments überzeuge, bei hohen Umsätzen, der Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0), wie Wöllnitz beobachte. Beim Ethna Activ (ISIN LU0136412771 / WKN 764930), ebenfalls ein Mischfonds, werde hingegen abgegeben. Auch der DWS PlusInvest (ISIN DE0009769927 / WKN 976992), ein Dachfonds, komme derzeit nicht so gut an. Hinsichtlich der Wertentwicklung habe sich der Carmignac Patromoine in den vergangenen Wochen etwas besser entwickelt als der Ethna Activ.
Bei den Asien-Fonds sei Präger zufolge vor allem der auf Euro lautende Baring Hong Kong China (ISIN IE0004866889 / WKN 933583) beliebt, während sich Anleger vom Pendant (ISIN IE0000829238 / WKN 972840) auf US-Dollar und vom Lingohr-Asien-Systematic-LBB-Invest (ISIN DE0008479387 / WKN 847938) trennen würden. ICF Kursmakler zufolge würden sich Investoren auch vom DWS India (ISIN LU0068770873 / WKN 974879) verabschieden. "Da wird in den steigenden Markt hinein verkauft."
Unterdessen schlage sich der Seitwärtstrend beim Goldpreis auch im Handel von Goldminen-Fonds nieder. Heute werde eine Feinunze zu 1.714 US-Dollar gehandelt und sei damit, nach dem Preisrutsch zur Monatsmitte, in etwa so teuer wie vor einer Woche. Anleger würden sich daher unterschiedlich positionieren: Die Baader Bank melde Zuflüsse in den BGF World Gold Hedged in Euro (ISIN LU0326422689 / WKN A0M9SB), aber Abflüsse aus dem Nestor Gold (ISIN LU0147784465 / WKN 570771), dem BGF World Mining in US-Dollar (ISIN LU0075056555 / WKN 986932) und auch dem Stabilitas Silber+Weißmetalle (ISIN LU0265803667 / WKN A0KFA1).
Abermals umsatzstark würden sich Immobilienfonds präsentieren, wie ICF Kursmakler registriert habe. Große Neuigkeiten gebe es aus der Branche nach den Hiobsmeldungen vor einigen Wochen über die Abwicklung weiterer offener Fonds allerdings nicht. Während der UBS Euroinvest Immobilien (ISIN DE0009772616 / WKN 977261) auf den Verkaufslisten stehe, sei der Handel bei anderen Produkten wie dem CS Euroreal (ISIN DE0009805002 / WKN 980500), dem SEB ImmoInvest (ISIN DE0009802306 / WKN 980230) und dem DEGI International (ISIN DE0008007998 / WKN 800799) ausgeglichen, melde Wöllnitz. "Die Tendenz ist allerdings wieder etwas freundlicher." (29.11.2011/fc/a/f)
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