Logo
NEWS - Marktberichte
www.fondscheck.de
24.07.12 12:33
Unternehmensanleihen trotzen der Eurokrise

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Europäische Unternehmensanleihen sind unter Risiko-Renditeüberlegungen vor allem im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen ein attraktives Investment. Diese Ansicht vertritt die Fondsgesellschaft LBBW Asset Management in einem aktuellen Marktkommentar.

"Der europäische Unternehmenssektor ist in der Eurokrise besser aufgestellt als zu Zeiten der Lehman-Krise im Jahr 2008", habe Andreas Helmrich, Manager des Fonds LBBW Renten Euro Flex (ISIN DE0009766964 / WKN 976696), gesagt. Viele Unternehmen hätten von umfangreichen Exporten in die wachstumsstarken Schwellenländer profitiert und über stabile Bilanzen sowie gute Ratings verfügt. Zudem hätten Gesellschaften mit Investmentgrade-Rating derzeit guten Zugang zum Kapitalmarkt.

Interessante Anlagechancen würden sich bei Corporate Bonds aus der Euro-Peripherie ergeben. "Hier wird derzeit die Systemfrage - sprich Verbleib des Heimatlandes in der Eurozone - gespielt", habe Helmrich gesagt. Der Kapitalmarkt unterstelle bei den Unternehmen aus Spanien und Italien rund 25 Prozent Ausfälle innerhalb der kommenden fünf Jahre. "Bei einem Fortbestand der Eurozone ist dieses Szenario zu pessimistisch, die Risikoaufschläge bei Peripherie-Unternehmensanleihen sind entsprechend komfortabel." Doch auch die Corporate Bonds aus Kerneuropa seien für Anleger mit einem attraktiven Spread-Level ausgestattet.

Wer hingegen ein Investment in Staatsanleihen in Betracht ziehe, brauche Nervenstärke. "Die Preise vieler Staatspapiere können stärker schwanken als in früheren Zeiten", habe Helmrich gesagt. "Die Staatsanleihen gelten eben nicht mehr per se als sicher." Trostpflaster: Bei Emittenten aus der Euro-Peripherie sei jedoch auch eine attraktivere Verzinsung zu verzeichnen. "Die kann für Anleger interessant sein, die eine entsprechende Volatilität aushalten können und nicht an ein Investment-Grade-Rating gebunden sind", habe der Experte gesagt.

Volatile Phasen hätten in der Vergangenheit auch Anleger überstehen müssen, die in den vergangenen Jahren Pfandbriefe oder unbesicherte Anleihen einer Bank gekauft hätten, ergänze Felix Scherhaufer, Research-Experte bei der LBBW Asset Management. Immerhin: "Die Investoren erhielten in nahezu allen Fällen ihr Geld inklusive Kupon zurück." Einzige Ausnahme seien nachrangig besicherte Anleihen gewesen, dort sei es vereinzelt zu Ausfällen gekommen. Scherhaufer betone, dass gerade bei Engagements im Finanzsektor die Einzeltitelauswahl sowohl im Anleihen- wie im Aktienbereich von entscheidender Bedeutung sei.

Nach wie vor könne sich dabei ein Blick nach Norden lohnen, Bankaktien aus skandinavischen Ländern seien "ein Lichtblick", habe Scherhaufer gesagt. "Mit dem richtigen Stockpicking war besonders hier in den letzten Jahren Geld zu verdienen, wobei man als Investor in Bankanleihen vermutlich etwas ruhiger schlafen konnte", bilanziere der Experte. Einige dieser Bankaktien hätten aktuell zwar knapp unter ihrem Allzeithoch notiert, seien jedoch mit einer ordentlichen Dividende ausgestattet.

Der LBBW Renten Euro Flex investiere schwerpunktmäßig in festverzinsliche Wertpapiere in- und ausländischer Emittenten. Es würden überwiegend Wertpapiere mit guter bis sehr guter Bonität erworben (Investment Grade). Zur Ertragsoptimierung werde zum einen auf das gesamte Spektrum der unterschiedlichen Anleiheklassen zurückgegriffen, zum anderen werde die durchschnittliche Restlaufzeit der Wertpapiere im Fonds fortlaufend an die erwartete Zinsentwicklung angepasst. Das Fondsmanagement investiere insbesondere in Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen. Eine aktive Risikostreuung werde durch Investitionen in eine Vielzahl von Anleihe-Emittenten erreicht. (24.07.2012/fc/a/m)



© 1998 - 2026, fondscheck.de