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19.10.12 12:36
LBBW Nachhaltigkeit Renten-Fonds: auch im Bereich nachhaltiger Investments gibt es durchaus Möglichkeiten

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Die Finanzkrise hat unter vielen Anlegern mit Blick auf nachhaltige Geldanlage zu einem Umdenken geführt, so die Experten von LBBW Asset Management im Kommentar zum LBBW Nachhaltigkeit Renten-Fonds (ISIN DE000A0X97K7 / WKN A0X97K, R und ISIN DE000A0X97D2 / WKN A0X97D, I).

Mittlerweile werde auch im Bereich der Anleiheinvestments kontroverses Verhalten als wertvernichtend wahrgenommen. Der Druck zur Verhaltensänderung steige - vor allem auch im Finanzsektor.

Aus Sicht von Nachhaltigkeitsinvestoren herrsche gerade im Finanzsektor bei vielen Emittenten noch Nachholbedarf. "Traditionell gilt der Finanzsektor unter Nachhaltigkeitsaspekten als schwach", erkläre Christoph Groß, Fondsmanager des LBBW Nachhaltigkeit Renten. Nur wenigen Instituten gelinge es, in den Nachhaltigkeits-Ratings gute Plätze zu belegen, die LBBW beispielsweise zähle unter Nachhaltigkeitskriterien zu den Top-drei-Instituten in Deutschland.

Häufig seien Banken daran gescheitert, dass sie vor allem bei der Kreditvergabepolitik intransparent seien. Selbst wenn viele Banken auf der Einlagenseite unkritisch arbeiten würden, seien sie gerade in der Projektfinanzierung oder im Kreditgeschäft in kontroverse Themen verstrickt, etwa im Bereich Rüstung oder Kinderarbeit. "Wenn ein Institut, das nachhaltige Geschäftspolitik für sich reklamiert, aber im Rüstungsgeschäft engagiert ist, ist dies für Nachhaltigkeitsinvestoren ein Hinweis auf Mängel in der Prozesskette", betone Groß. Nur mit einem Ausstieg aus solchen Geschäftszweigen sei es deshalb nicht getan, um Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen. "In der Regel muss sich der Kreditvergabeprozess und damit auch die Philosophie in der Organisation grundlegend ändern."

Auch Anleiheinvestoren könnten über ihr Handeln Einfluss üben, allerdings nur indirekt: Denn anders als Aktionäre könnten Anleiheinvestoren als Fremdkapitalgeber nicht über aktives Engagement auf den Hauptversammlungen versuchen, das Verhalten von Unternehmen unter Nachhaltigkeitsaspekten positiv zu verändern.

"Doch auch Anleiheinvestoren haben Möglichkeiten, Druck auf Emittenten auszuüben", betone Christoph Groß. Große Investoren könnten hier Signalgeber sein, wenn sie etwa ankündigen würden, Anleihen bestimmter Emittenten nicht zu erwerben. "Wenn etwa der Norwegische Pensionsfonds ankündigt, einige Emittenten zu meiden, zeigt das Wirkung", sage Groß. "Aber auch kleinere Akteure können Einfluss nehmen, indem sie etwa bei Investorengesprächen gezielt entsprechende Schwachpunkte ansprechen und mit den Emittenten diskutieren." Hier seien nach Ansicht von Groß durchaus Verhaltensänderungen bei Emittenten zu bemerken.

Dennoch gebe es immer noch Unternehmen, die versucht hätten, über geschönte Nachhaltigkeitsberichte so genanntes Greenwashing zu betreiben. "Viele Unternehmen hoffen, dass sie hinter der grünen Fassade dann ihre Strukturen nicht ändern müssen", sage Groß. Doch auch hier wachse die Sensibilität. Die Ratingagentur oekom research, mit der Groß zusammenarbeite, untersuche sehr genau solche Sachverhalte. "Ein Nachhaltigkeitsbericht reicht als Investmentgrundlage nicht aus", betone Groß. Vielmehr müsse das Gesamtbild des Emittenten stimmen.

Das Portfolio des LBBW Nachhaltigkeit Renten zeige, dass es dabei auch im Bereich nachhaltiger Investments durchaus Möglichkeiten gebe: Rund ein Drittel der Papiere stamme aus dem Sektor, vor allem Pfandbriefe beziehungsweise Covered Bonds. "Für Pfandbrief-Emittenten gelten die gleichen strengen Nachhaltigkeitskriterien wie für Emittenten von Unternehmensanleihen", sage Groß. (19.10.2012/fc/a/f)



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