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08.03.13 14:08
Comgest Growth Latin America: Vielversprechende Unternehmen im Portfolio

Wien (www.fondscheck.de) - Charles Biderman weiß, dass in Lateinamerika nicht immer alles rund läuft, so die Experten von "FONDS professionell".

Trotzdem finde der Fondsmanager des Pariser Vermögensverwalters Comgest auch dort vielversprechende Unternehmen. Der Erfolg seines Comgest Growth Latin America (ISIN IE00B4R6DW15 / WKN A0RPNF) gebe ihm Recht.

Die Portfoliomanager von Comgest hätten ein recht einfaches, aber einleuchtendes Bild von der Börse: Langfristig werde der Aktienkurs eines Unternehmens dem Gewinn folgen. Daher würden die Pariser Geldprofis nach Firmen suchen, die ein stetiges, gut prognostizierbares Ergebniswachstum aufweisen würden - und deren Aktien noch nicht zu hoch bewertet seien.

Diese auf den ersten Blick sehr simple Strategie gehe seit Jahren auf. Comgest verwalte inzwischen 15,5 Milliarden Euro, 11,1 Milliarden Euro davon in Schwellenländern. Ende 2009 hätten die Franzosen einen Lateinamerikafonds aufgelegt. Dass der Comgest-Ansatz auch dort funktioniere, zeige ein Blick auf die Zahlen: Seit Auflage des Comgest Growth Latin America habe der Fonds 6,4 Prozent pro Jahr an Wert gewonnen, der Vergleichsindex dagegen nur 3,2 Prozent. Portfoliomanager Charles Biderman habe den Besuchern des "FONDS professionell"-Kongresses in Wien am Donnerstagnachmittag einen Einblick gegeben, wie er und seine Kollegen bei der Aktienauswahl vorgehen würden.

Für einen Stockpicker wie Biderman sei Lateinamerika ein dankbares Pflaster. "Die Region hat sehr viele Krisen durchlebt, wirtschaftlich wie politisch", berichte er. "Die Unternehmen, die all diese Krisen durchstanden haben, sind gestärkt daraus hervorgegangen." Zu seinen Lieblingsfirmen würden Konzerne zählen, die unangefochtener Marktführer in ihrer Region seien, etwa Wal-Mart de Mexico. Der mexikanische Ableger des US-Kaufhausriesen komme inzwischen auf 25 Prozent Marktanteil und steigere seit Jahren kontinuierlich Umsatz und Gewinn.

Ein weiteres Beispiel sei Televisa. Der Medienkonzern produziere unter anderem Seifenopern fürs Fernsehen. "In Lateinamerika spielen Telenovelas eine unglaublich große Rolle", erzähle Biderman, der selbst einige Jahre in Argentinien studiert habe. "In Brasilien sind bei einigen Telenovelas die Einschaltquoten genauso hoch wie bei Fußballspielen - und das mag schon was heißen." In Mexiko vereinnahme Televisa 70 Prozent aller TV-Werbeeinnahmen und verfüge daher über eine hohe Verhandlungsmacht.

Gute Unternehmen finde Biderman auch in Brasilien, obwohl das Land mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen habe. "Die Regierung hat es versäumt, in Infrastruktur und Bildung zu investieren und hat dadurch in vielen Bereichen an Wettbewerbsfähigkeit verloren", sage Biderman. In den vergangenen beiden Jahren habe die Wirtschaft gerade mal um jeweils ein Prozent expandiert, der Aktienmarkt sei anderen Schwellenländerbörsen deutlich hinterhergehinkt. "Im Jahr 2012 sind die Investitionen um vier Prozent geschrumpft, obwohl Fußball-WM und Olympia vor der Tür stehen", sage Biderman und schüttle den Kopf. (08.03.2013/fc/a/f)


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