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05.06.13 13:15
HANSA-Fonds: Kursrutsch bei Gold fundamental nicht zu begründen

Hamburg (www.fondscheck.de) - Nach Beobachtung von Nico Baumbach, Fondsmanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR-Klasse; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD-Klasse) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR-Klasse; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD-Klasse), waren vorwiegend institutionelle Anleger für den Kursrutsch im April verantwortlich, so die Experten der HANSAINVEST.

"Der Druck auf den Goldmarkt ging von den US-Futuremärkten aus. Als bei rund 1.500 US-Dollar wichtige charttechnische Widerstände fielen, wurden Stopp-Loss-Limite ausgelöst", so Baumbach. Insbesondere der führende börsengehandelte Goldfonds SPDR Gold Trust (ISIN US78463V1070 / WKN A0Q27V) habe enorme Bestände abgestoßen. Der amerikanische ETF gehöre zu den weltweit größten Besitzern des Edelmetalls. Hier würden sich unter anderem auch große Hedgefonds engagieren, wenn sie auf steigende Goldnotierungen wetten würden.

"Derzeit werden in den USA weiterhin jeden Tag mehrere Tonnen Gold auf den Markt geworfen", beschreibe Baumbach die aktuelle Marktsituation. Unmittelbar nach dem abrupten Preisrutsch unter die Marke von 1.400 US-Dollar für die Feinunze Gold sei allerdings die Nachfrage der Privatanleger deutlich angestiegen. "Vor allem in Asien standen die Verbraucher Schlange, um physisches Gold zu erwerben." Die Händler hätten der Nachfrage nach Krügerrand und ähnlichen Münzen zeitweise überhaupt nicht mehr nachkommen können.

"Der Run der Verbraucher auf die Edelmetallhändler hat die Goldnotiz stabilisiert", so Baumbach. "Diese Nachfrage verfügt aber nicht über die Kraft, um die starken Verkäufe der ETF-Halter zu kompensieren." Der Fondsmanager halte es daher für möglich, dass der Goldpreis auf kurze Frist weiter zur Schwäche neige. Ein Nachgeben bis auf Werte um 1.200 bis 1.250 US-Dollar würde ihn angesichts der verschlechterten Stimmung für das Edelmetall nicht überraschen.

Nach Einschätzung Baumbachs würden momentan viele institutionelle Anleger ihre Goldengagements reduzieren, weil sie eher wieder Kursgewinne anstreben und sicherheitsorientierte Kapitalanlagen aktuell gering schätzen würden. "Die große Angst ist raus aus den Köpfen der Leute", so der Fondsmanager. Daher zögen risikoreichere Anlagen wie Aktien wieder mehr Kapital an und boomten, so die Experten der HANSAINVEST.

Baumbach vermute hier jedoch ein gravierendes Missverständnis. Gold sollte nicht primär unter dem Gesichtspunkt der Spekulation erworben werden. Auch wenn es grundsätzlich stark im Preis schwanke, stelle das Edelmetall ein nicht manipulierbares Zahlungsmittel außerhalb des Papiergeldsystems dar. Die Beimischung des Edelmetalls in Höhe von fünf bis zehn Prozent zur Stabilisierung des Portfolios gegen einen immer noch möglichen finanzpolitischen "worst case" sei daher nach wie vor sinnvoll.

Baumbach hebe hervor, dass die Argumente für das Halten von Gold nichts an Gültigkeit eingebüßt hätten. Der Fondsmanager erinnere an die ungelöste Eurokrise und die ultralockere Geldpolitik führender Notenbanken. Momentan seien die hierdurch entstandenen Risiken jedoch in den Hintergrund getreten. Nun müsse etwas Zeit verstreichen, bis die Goldnotierung wieder kräftiger anziehen könne. Kurzfristig stünde die Marke von 1.400 US-Dollar zur Diskussion. Mittelfristig sei dann die Widerstandszone bei 1.500 bis 1.550 US-Dollar zu überwinden.

In diesem Zusammenhang verweise Baumbach auch auf die prekäre Situation der Goldminen-Unternehmen. "Ein großer Teil der Bergbaugesellschaften arbeitet beim derzeitigen Goldpreis defizitär. Sollte das so bleiben, könnte dies mittelfristig zu einem deutlich niedrigeren Angebot führen." Die Produktionskosten der Förderunternehmen seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eine weitere Stütze für den Goldpreis stelle dem Fondsmanager zufolge die Nachfrage durch Notenbanken dar.

Baumbach zufolge würden Platin und Palladium derzeit bessere Kurschancen aufweisen als Gold. Die Notierungen der beiden Edelmetalle seien zuletzt nicht so kräftig gefallen und hätten sich anschließend stärker erholt. "Bei Platin gibt es ein echtes Angebotsdefizit", erläutere der Fondsmanager die Hintergründe. In Südafrika, dem wichtigsten Förderland, hätten weiterhin Streiks und Stromausfälle die Produktion behindert.

Palladium und vor allem Platin würden schwerpunktmäßig für Abgas-Katalysatoren benötigt. Neben der Autoindustrie würden die Schmuckindustrie und Edelmetall-Anleger wichtige Käufergruppen darstellen. "In Südafrika wurde jetzt der erste Platin-ETF aufgelegt, auch das treibt die Nachfrage", zeige sich Baumbach für das Edelmetall optimistisch. Der Fondsmanager habe Platin und Palladium in seinem chancenorientierten Investmentfonds HANSAwerte übergewichtet. Die beiden Edelmetalle seien derzeit mit rund 57 Prozent im Portfolio des HANSAwerte gewichtet. Der sicherheitsorientierte HANSAgold habe zuletzt ebenfalls von einer Beimischung beider Edelmetalle in Höhe von rund sieben Prozent profitieren können. (05.06.2013/fc/a/f)


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