Wien (www.fondscheck.de) - Der vergangene Monat war durchaus anspruchsvoll: Die Rentenmärkte begaben sich auf Talfahrt, seit Mitte Mai zeigen auch die Aktienkurse bergab. "FONDS professionell ONLINE" hat untersucht, wie sich ausgewählte Multi-Asset-Fonds geschlagen haben, so die Experten von "FONDS professionell".
Wonnemonat Mai? Das habe in diesem Jahr nicht nur beim Wetter keinesfalls zugetroffen, sondern auch mit Blick auf die Börse. Gemessen am Global Government Index der Bank of America Merrill Lynch hätten Staatsanleihen im Mai 1,5 Prozent an Wert verloren - das sei die schlechteste Monatsentwicklung seit fast zehn Jahren gewesem, berichte Bloomberg. Und seit Mitte des Monats gehe es auch an der Börse bergab: Der DAX habe seit seinem Hoch rund sechs Prozent eingebüßt.
"Der Mai war ein schwieriger Monat für Mischfonds", habe Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Rentenfondsmanagements von BlackRock, am Donnerstag bei einem Pressegespräch des US-Vermögensverwalters in Frankfurt gesagt. "Es ist interessant zu beobachten, wie sich verschiedene Manager in diesem Umfeld geschlagen haben."
Grund genug für "FONDS professionell ONLINE", einen Blick auf die Entwicklung beliebter Multi-Asset-Fonds zu werfen. In der Tat würden sich dort signifikante Unterschiede zeigen: Flossbach von Storch vor Ethenea vor Carmingac, laute die Rangfolge. Anleger und Finanzberater sollten die kurze Sicht freilich nicht überbewerten - entscheidend sei allein der langfristige Erfolg. Und mit Blick auf dieses Kriterium könnten alle der genannten Investmenthäuser überzeugen.
Gut geschlagen habe sich einmal mehr der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach mit seinem FvS Multiple Opportunities R (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430), der seit Jahren einen guten Lauf habe. "Per saldo konnte der Fonds im Mai einen Wertzuwachs von 1,3 Prozent erreichen, was vor allem der guten Entwicklung von Technologieaktien wie Cisco, Bechtle, EMC, Qualcomm und Microsoft zu verdanken war", schreibs Flossbach in seinem Monatsbericht. Mitte Mai habe der inzwischen 4 Milliarden Euro schwere Flossbach-von-Storch-Fonds sogar ein Rekordhoch erreicht, die Korrektur am Aktienmarkt in den vergangenen Wochen sei an dem Portfolio aber nicht ganz spurlos vorbeigegangen.
Negativ ausgewirkt habe sich der Goldpreisrückgang - das Edelmetall habe im Mai sechs Prozent an Wert verloren. "Die Goldquote liegt aktuell bei zwölf Prozent und dient einerseits als Absicherung gegen mögliche externe Schocks. Andererseits dürfte der Goldpreis von der zu erwartenden Fortsetzung der Expansionspolitik der Notenbanken profitieren", so Flossbach. Einen schnellen Ausstieg der US-Notenbank aus der laxen Geldpolitik fürchte er nicht: "Sowohl der hochverschuldete Staat als auch der US-Immobilienmarkt werden noch lange Zeit auf niedrige Zinsen angewiesen sein, so dass es allenfalls zu einer moderaten Erhöhung des Renditeniveaus kommen dürfte."
Deutlich schwerer habe sich im Mai Frankreichs Fondsmanager-Legende Eduard Carmignac getan. Der rund 25 Milliarden Euro schwere Flaggschiff-Fonds Carmignac Patrimoine A (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0) habe im Mai 0,1 Prozent an Wert verloren. Auf Sicht von einem Jahr liege der Fonds nur gut ein Prozent im Plus - Wettbewerber wie der FvS Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430) oder der Ethna-Aktiv E (ISIN LU0136412771 / WKN 764930) hätten 16 beziehungsweise elf Prozent zugelegt.
Von Jahresbeginn bis Ende April habe Carmignac die Aktienquote leicht von 41,5 auf 38,1 Prozent gesenkt. Den Anleihen-Anteil dagegen habe er deutlich um fünf Prozentpunkte auf 55,8 Prozent ausgebaut. Rückwirkend betrachtet seien diese Umschichtungen ein Fehler gewesen. Aktuelle Zahlen zu Ende Mai hätten am Freitagmittag noch nicht vorgelegen.
Ganz knapp ins Plus habe es der Vertriebsschlager Ethna-Aktiv E geschafft, der inzwischen 4,7 Milliarden Euro verwalte. Das Portfolio, das im Wesentlichen aus 58 Prozent Renten, 26 Prozent Aktien und einer großen Kasse-Position bestehe, habe im Mai um 0,2 Prozent zugelegt - angesichts der schlechten Kursentwicklung am Anleihemarkt keine schlechte Leistung.
Das Ethenea-Fondsmanager-Trio Guido Barthels, Luca Pesarini und Arnoldo Valsangiacomo habe die Aktienquote im vergangenen Monat deutlich erhöht: Ende April habe sie noch bei 16,1 Prozent gestanden, Ende Mai seien es dann 25,9 Prozent gewesen.
Sehr solide habe den Mai auch der Münchener Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz gemeistert, dessen Phaidros Funds Balanced A (ISIN LU0295585748 / WKN A0MN91) seit einiger Zeit mehr und mehr Anhänger finde, auch wenn das Portfolio erst 52 Millionen Euro umfasse. Der Fonds habe im vergangenen Monat 1,8 Prozent zugelegt. Der Vergleichsindex, der je zur Hälfte aus globalen Aktien und Anleihen bestehe, komme nur auf ein Plus von 0,3 Prozent.
"Die Aktienquote haben wir vor allem durch den Verkauf von Put-Optionen wieder leicht erhöht, das Rentenportfolio ist nahezu unverändert geblieben", würden die Fondsmanager Georg Graf von Wallwitz und Ernst Konrad in ihrem Monatskommentar schreiben. "In den nächsten Wochen werden sich die Aktienmärkte im Spannungsfeld zwischen wahrscheinlich wieder besseren konjunkturellen Daten und Spekulationen über die Verschärfung der Geldpolitik bewegen. Dies wird für höhere Volatilität als in den letzten Monaten sorgen." Das Umfeld für Multi-Asset-Fondsmanager, so scheine es, bleibe auch nach dem Ruckel-Monat Mai herausfordernd. (07.06.2013/fc/a/f)
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