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18.06.13 16:03
ETF-Handel: Raus aus japanischen Aktien, rein in türkische

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Vertrauen in weiter steigende Aktienmärkte scheint trotz der jüngsten Konsolidierung ungebrochen, so die Deutsche Börse AG.

"Gerade bei Trackern der breiten Indices MSCI World (ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW; ISIN FR0010315770 / WKN LYX0AG; ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR), STOXX 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530) und EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) kaufen Anleger zu", melde Jörg Sengfelder von Flow Traders in Amsterdam.

Martina Schröttle von der Commerzbank bestätige: "In Aktien-ETFs sehen wir tendenziell mehr Zuflüsse. Ganz vorne dabei sind der EURO STOXX 50 und der STOXX 600. Beim DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) halten sich Käufe und Verkäufe indes weitestgehend die Waage", fasse die Händlerin zusammen.

Insgesamt sei auch das Handelsvolumen immer noch ordentlich. "Es ist zwar nicht mehr so viel los wie noch vor ein paar Wochen und man merkt, dass für den ein oder anderen die Urlaubszeit schon begonnen hat. Aber wir liegen auf Wochenbasis noch gut im längerfristigen Durchschnitt", erkläre Sengfelder.

Deutliche Rückflüsse würden die Händler indes in Japan-ETFs beobachten. "Im Mai neigten viele Anleger noch dazu, die niedrigeren Kurse zum Einstieg zu nutzen. Nachdem der japanische Aktienmarkt am vergangenen Donnerstag dann schon wieder so abgesackt ist, haben einige aber offenbar doch kalte Füße bekommen", meine Schröttle und beobachte sowohl in den währungsbesicherten ETFs (ISIN nicht bekannt/ WKN A0H53P) als auch in den ETFs ohne Devisen-Hedge (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW) starke Rückflüsse. Ähnliches melde auch Sengfelder, genauso wie Aysun Cifci von der DekaBank: "Vor allem seit vergangenem Donnerstag gehen Investoren massiv aus Japan raus", wisse die Händlerin.

Im Gegensatz dazu stünden Tracker türkischer Aktienindices wie schon in der Vorwoche weiter auf den Einkaufslisten. "Etwa im Lyxor ETF Turkey (ISIN FR0010326256 / WKN LYX0AK) ist zu beobachten, dass sich Kunden nach dem Kurseinbruch vor zwei Wochen wieder eindecken. Die Krise wird offenbar als Chance gesehen", berichte Sengfelder. Auch die DekaBank spreche von Gelegenheitskäufen. "Allerdings ist die Euphorie nicht mehr ganz so groß wie vergangene Woche. Offenbar wollen da einige noch schnell auf den Zug aufspringen, die den Einstieg direkt nach dem Kurseinbruch verpasst haben. Dennoch: Die Lage in der Türkei hat sich seit der vergangenen Woche verschlechtert und es bleibt äußerst spannend, was dort noch passiert", kommentiere Cifci die bereits seit Wochen andauernden Massenproteste gegen die türkische Regierung und das scharfe Vorgehen von Ministerpräsident Erdogan gegen Demonstranten. Gefragt sei laut Cifci neben dem Lyxor-ETF auch der MSCI Turkey ETF von iShares (ISIN DE000A0LGQN1 / WKN A0LGQN).

Wenig Interesse hätten Investoren nach wie vor an breiteren Schwellenländer-ETFs. "Ähnlich wie in der Vorwoche sind Emerging Markets aus den Portfolios geflogen", melde Cifci und verweist beispielhaft auf den MSCI Emerging Markets Index UCITS ETF von db x-Trackers (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) oder den ETFlab MSCI Emerging Markets (ISIN DE000ETFL342 / WKN ETFL34). Schröttle bestätige: "Schwellenländer-ETFs stehen immer noch unter deutlichem Abgabedruck, etwa der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT)."

Laut Flow Traders habe sich der Verkaufsdruck seit der vergangenen Woche wieder abgemildert. "Wir sehen in Schwellenländer-Fonds ein relativ ausgeglichenes Bild, mexikanische (ISIN US4642868222 / WKN 911578) und indonesische Aktien (ISIN LU0476289623 / WKN DBX0EU) werden sogar überwiegend gekauft", fasse Sengfelder zusammen.

Anleihen-Indexfonds seien in den vergangenen Tagen überwiegend abgestoßen worden, würden die Händler melden. Sengfelder beobachte deutliche Rückflüsse in europäische Staatsanleihen und vor allem in Emerging Market Bonds (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT; ISIN FR0010967323 / WKN LYX0L0; ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV). Die Commerzbank berichte ebenfalls von einem Verkaufsüberhang europäischer Staatsanleihen, insbesondere des iShares Barclays Euro Government Bond 1-3 (ISIN DE000A0J21A7 / WKN A0J21A).

Bei Unternehmensanleihen seien Anleger laut Cifci aus Hochzinsanleihen (ISIN DE000A0YEEZ9 / WKN A0YEEZ) tendenziell eher ausgestiegen. Gekauft würden dagegen Tracker von Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors, wie etwa der iShares Barclays Euro Corporate Bond ex-Financials (ISIN DE000A0YEEX4 / WKN A0YEEX) oder der ETFlab iBoxx € Liquid Non-Financials Diversified (ISIN DE000ETFL383 / WKN ETFL38).

Unter den Sektoren beobachte Sengfelder überdurchschnittliche viele Käufe im iShares STOXX Europe 600 Real Estate Cap (ISIN DE000A0Q4R44 / WKN A0Q4R4). Die Commerzbank verzeichne hingegen überwiegend Abgaben im Immobilen-Sektor (ISIN LU0378436793 / WKN ETF074). Käufe melde Schröttle für die Sektoren Gesundheit und Technologie. (18.06.2013/fc/a/e)


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