Frankfurt (www.fondscheck.de) - Dass derzeit der klare Trend an den Aktienmärkten fehlt und der DAX auf der Stelle tritt, ist auch im Fondshandel spürbar, so die Deutsche Börse AG.
"In Deutschland halten sich Anleger nach den Wahlen extrem zurück, da die Regierungsbildung ja immer noch aussteht", bemerke Andreas Kehnen von der Baader Bank. "Und in den USA wartet wegen des Haushaltskonflikts auch alles ab." Außerdem seien die Börsen ja bereits sehr gut gelaufen. "Wir hatten erwartet, dass nach der Wahl wieder mehr los sein wird, im Moment ist es aber eher ruhiger", erkläre Ivo Orlemann von ICF Kursmakler.
"Außerdem bringt die Situation in den USA und die politische Lage in Italien Unsicherheit in den Markt." Der Kongress in Washington habe sich am gestrigen Montag nicht auf einen Haushaltsentwurf einigen können, daher sei die US-Verwaltung nun in großen Teilen stillgelegt. In Italien stehe die Regierung von Enrico Letta vor dem Aus.
Käufe und Verkäufe hätten sich bei Fonds mit deutschen und europäischen Aktien daher die Waage gehalten, wie Kehnen melde: Auf den Abgabelisten hätten etwa der Allianz Europe Equity Growth (ISIN LU0256839274 / WKN A0KDMU) und der BSF European Opportunities Extension (ISIN LU0313923228 / WKN A0MYJN) gestanden. Zugegriffen hätten Anleger hingegen im Pioneer Investments German Equity (ISIN DE0009752303 / WKN 975230). Von Fonds mit internationalen Aktien hätten sich Investoren sogar durchweg getrennt, etwa vom M&G Global Basics (ISIN GB0030932676 / WKN 797735) und vom DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119 / WKN 984811).
Anders als in der Vorwoche, als asiatische Aktien gesucht gewesen seien, seien die Meinungen nun auseinandergegangen: Kehnen berichte von Zuflüssen im GAM Star China Equity (ISIN IE00B1W3WR42 / WKN A0MW0K) und Abflüssen aus dem Baring Hong Kong China (ISIN IE0000829238 / WKN 972840).
Vergleichsweise viel um gehe weiter in Mischfonds - wobei längst nicht alle gekauft würden. Im Publikumsliebling Flossbach von Storch Multiple Opportunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430) hätten Orlemann zufolge zwar weiterhin die Käufe dominiert. "Zu einem Drittel waren es bei uns aber auch Abgaben." Im Gegensatz zu vielen anderen Mischfonds könne der Flossbach von Storch für dieses Jahr mit einer ordentlichen Rendite punkten, seit Januar seien es immerhin 6,7 Prozent.
Der Carmignac Patrimonine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0) komme hingegen nur auf 0,06 Prozent und sei im September von der Rating-Agentur Morningstar heruntergestuft worden. Das entgehe Anlegern offenbar nicht. "Wir hatten hier viele Verkäufe", ergänze der ICF-Spezialist. Wieder etwas beliebter sei dagegen der Ethna-Aktiv (ISIN LU0136412771 / WKN 764930) gewesen. Der komme in diesem Jahr immerhin auf eine Rendite von 3,1 Prozent.
Nicht eindeutig sei das Bild im Handel mit Immobilienfonds: Während sich Anleger vom CS Euroreal (ISIN DE0009805002 / WKN 980500) und vom Deka-ImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956) getrennt hätten, habe der hausInvest (ISIN DE0009807016 / WKN 980701) Zuspruch gefunden, wie Orlemann melde. Andere Fonds, etwa der SEB ImmoInvest (ISIN DE0009802306 / WKN 980230), seien in beiden Richtungen gehandelt worden.
Kaum Beachtung hätten unterdessen Minenfonds gefunden. "Es war fast gar nichts los", erkläre Kehnen. Allenfalls im BlackRock Global World Mining (ISIN LU0075056555 / WKN 986932) habe es leichte Abgaben gegeben. Der Fonds, der bereits 2011 und 2012 Verluste verzeichnet habe, weise für das laufende Jahr aufgrund stark rückläufiger Rohstoffpreise schon wieder ein Minus von 25 Prozent auf. (01.10.2013/fc/a/f)
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