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NEWS - Marktberichte
www.fondscheck.de
29.01.14 13:46
Auch hinter Anlagen steckt eine Glaubensfrage

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Investmentansatz, Investmentstrategie, Investmentphilosophie - diese Begriffe werden oftmals wie selbstverständlich als Synonyme verwendet. Dabei ist letztere der Überbegriff, so die Experten von Veritas Investment.

Anleger sollten zudem die jeweilige Investmentphilosophie eines Fondsmanagers oder Vermögensverwalter kennen: "Das Offenlegen der Investmentphilosophie ist sehr wichtig für Kapitalanleger. Nur wenn man weiß, wie der Investmentmanager denkt, kann man ihn auch verstehen", sage Dirk Söhnholz, Geschäftsführer der Veritas Investment GmbH und dort verantwortlich für das Portfoliomanagement, auf dem diesjährigen Fondsprofessionell Kongress in Mannheim.

Die Investmentphilosophie beschreibe die Denkweise oder die Grundauffassung, aus denen sich die Handlungsweisen eines Vermögensverwalters ableiten würden. "Investmentphilosophie ist ein idealerweise kohärentes und transparent dokumentiertes System von Investmentüberzeugungen", erläutere Söhnholz.

Habe man die jeweilige Investmentphilosophie erkannt, könne man so über diese noch breiter diversifizieren. "Das heißt, man kann die Risiken auf einer viel grundsätzlicheren Ebene verteilen, als das bisher geschieht. Gleiche Investmentphilosophien stehen für ähnliche Denkmodelle, aus denen mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnliche Herangehensweisen resultieren", sage Söhnholz.

Da es bisher kaum Diskussionen und keine klare Definition des Begriffs Investmentphilosophie gegeben habe, sei auch kaum nach ihr unterschieden worden. Viele würden eine mehr oder weniger an Harry Markowitz angelehnte Philosophie verfolgen. Diese werde auch fast ausschließlich an den Universitäten gelehrt.

Die Investmentphilosophie der Markowitzler sei, dass die Märkte effizient seien. Warren Buffet handle nach einer Investmentphilosophie, die nicht von Markteffizienzen ausgehe. Andernfalls wäre er kein Value-Investor. Sogenannte Quants hingegen würden meist an Prognosen glauben. Es gebe auch unsystematische Investmentphilosophien - diese seien bauchgetrieben und oft meinungs- sowie situationsabhängig. Symptome seien oft Herdentriebe, wie man es im Technologiesektor vor der Dot.com-Blase habe beobachten können.

"Veritas Investment verfolgt eine systematische prognosefreie Investmentphilosophie - allein dadurch unterscheiden wir uns von vielen anderen Investmentmanagern", sage Söhnholz. Prognosen seien schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen würden und anstatt auf Markowitz zu setzen, werde für die defensiv ausgerichteten Fonds von Veritas das institutionelle Risikomanagementmodell Risk@Work genutzt. Dieses basiere unter anderem auf dem Kelly-Ansatz, der zeitgleich mit dem Markowitz-Ansatz entwickelt worden sei, aber weniger bekannt sei. (29.01.2014/fc/a/m)


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