Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Verunsicherung wegen der Ukraine-Krise hält zwar an, größere Rückschläge an den Börsen bleiben allerdings aus. Auch ETF-Anleger behalten die Nerven und steigen sogar wieder ein, so die Deutsche Börse AG.
"Wir hatten vergangene Woche einen eindeutigen Käufermarkt", berichte Andreas Bartels von der Commerzbank. Marco Salaorno von der Société Générale spreche hingegen von einem insgesamt uneinheitlichen Handel mit auffälligem Interesse an Branchen-Indexfonds.
Jörg Sengfelder von Flow Traders zufolge würden Investoren lieber auf den MSCI World oder US-Aktien als auf deutsche Titel setzen: "Sie entscheiden sich eher für Märkte, die von der Krise und Sanktionen nicht so betroffen sind." Feiertagsbedingt präsentiere sich der Handel derzeit ruhiger: "Wegen Ostern und der Ferien war vergangene Woche weniger los und diese Woche steht schon wieder der Maifeiertag an."
Bei Flow Traders sei derzeit der iShares MSCI World (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR) Favorit der Anleger. "Das zeugt von einer gewissen Unentschlossenheit", kommentiere Sengfelder. Anleger hätten sich im Aktienbereich positionieren wollen, wüssten aber nicht, wo. Gesucht seien auch S&P 500- (ISIN DE0002643889 / WKN 264388), EURO STOXX 50- (ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) und STOXX Europe 50-Tracker (ISIN DE0005933949 / WKN 593394), während MSCI Europe-ETFs (ISIN DE000A0M5X28 / WKN A0M5X2; ISIN LU0274209237 / WKN DBX1ME) abgestoßen würden.
Bei der Commerzbank sei der MSCI Europe (ISIN DE000A0M5X28 / WKN A0M5X2; ISIN LU0274209237 / WKN DBX1ME) hingegen besonders gefragt, gefolgt vom DAX (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA). "Bei DAX-Trackern gibt es aber auch Abgaben", bemerke Bartels.
Nicht fortgesetzt habe sich der Trend hin zu Emerging Markets-Aktien. "Bei uns ist es in diesem Bereich derzeit sehr ruhig", bemerke Stefano Valenti von der UniCredit Group in London. Vergangene Woche habe der Händler eine "überraschende Trendwende" ausgemacht: Nach den großen Abflüssen bis zum Herbst vergangenen Jahres und der darauf folgenden Funkstille sei plötzlich wieder Geld in den Markt geflossen.
Pfizer, AstraZeneca, Alstom - zahlreiche Großunternehmen würden derzeit Schlagzeilen machen. Anstehende Großfusionen beziehungsweise -übernahmen, aber auch die zwischenzeitliche Schwäche im Technologiesektor würden für hohe Umsätze in Branchen-ETFs sorgen.
Salaorno zufolge stehe etwa der Lyxor STOXX Europe 600 Technology (ISIN FR0010344796 / WKN LYX0AW) auf den Verkaufslisten. "Dazu passt, dass sich Anleger auch vom Lyxor NASDAQ 100 (ISIN FR0007063177 / WKN 541523) trennen." Gekauft werde hingegen der Lyxor STOXX Europe 600 Health Care (ISIN FR0010344879 / WKN LYX0AS). "Durch die Übernahmepläne von Pfizer kommt Schwung in den Sektor." Der US-Pharmariese Pfizer wolle AstraZeneca kaufen, daneben würden General Electric und Siemens um den französischen Alstom-Konzern buhlen.
Auch bei der Commerzbank sei im Handel mit Sektoren-ETFs einiges los. "Wir sehen da mehr Bewegung." Bartels melde Abflüsse aus Energie-, Technologie- (ISIN DE000A0H08Q4 / WKN A0H08Q) und Banken-ETFs (ISIN DE0006289309 / WKN 628930).
Hin und her gehe es im Geschäft mit Renten-ETFs - ohne eindeutige Tendenz. "Auffällig ist, dass besonders langlaufende Staatsanleihen umsatzstark sind, etwa solche mit sieben bis zehn (ISIN IE00B3VTN290 / WKN A0X8SM) oder sogar 15 bis 30 Jahren (ISIN DE000A0LGQC4 / WKN A0LGQC) Laufzeit", erkläre Bartels. "Meist geht in Kurzläufern mehr um."
Sengfelder berichte von Zuflüssen im iShares Euro High Yield Corporate Bond (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT), im Schwellenländerfonds db x-trackers II Emerging Markets Liquid Eurobond (ISIN LU0321462953 / WKN DBX0AV) und im iShares Euro Government Bond (ISIN DE000A0YBRZ7 / WKN A0YBRZ) sowie Abflüssen aus dem Deka Deutsche Börse Eurogov Germany 3-5 (ISIN DE000ETFL193 / WKN ETFL19) und dem db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus (ISIN LU0524480265 / WKN DBX0HM). (29.04.2014/fc/a/e)
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