Hamburg (www.fondscheck.de) - Die Rentenmärkte der Euro-Peripheriestaaten stehen bei Christian Bender, Fondsmanager des HANSAinternational (ISIN DE0008479080 / WKN 847908), derzeit besonders unter Beobachtung, so die Experten von HANSAINVEST.
"Das ganze Segment der Euro-Peripherieanleihen ist bereits teuer", sorge sich der Zinsexperte der Hamburger Kapitalanlagegesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH. Positiv sehe Bender dagegen den US-amerikanischen Rentenmarkt, wo die US-Notenbankchefin Janet Yellen ihren eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetze.
"Die Euro-Renditen insbesondere in der Peripherie können zwar kurzfristig durchaus noch etwas weiter fallen, weil sich die Investoren auf die Protektion der Europäischen Zentralbank verlassen", erläutere Christian Bender. Spanien und Italien müssten schon heute kaum mehr als 3 Prozent bieten, um sich für zehn Jahre zu verschulden. "Auch die starken Mittelrückflüsse in den Euroraum dürften die Bondrally vorerst weiter stützen", erwarte der Fondsmanager. Allerdings seien gegen Jahresende 2014 ein moderat gestiegenes Zinsniveau und auch ein leicht schwächerer Euro zu erwarten.
Nach Einschätzung des Hamburger Portfoliomanagers biete derzeit vor allem der US-Rentenmarkt ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis. "In Nordamerika liegen die Renditen für 10-jährige Staatstitel um einen vollen Prozentpunkt höher als beispielsweise in Deutschland." Außerdem setze die US-Notenbank (FED) ihr Tapering konsequent fort, betone Bender. Die seit gut drei Monaten amtierende FED-Chefin Janet Yellen habe Ende April angekündigt, die monatlichen Anleihekäufe um weitere 10 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 45 Milliarden US-Dollar zu reduzieren.
In Europa vertraue der Kapitalmarktexperte auf eine breite Streuung über unterschiedliche Währungen und Schuldner hinweg. Im laufenden Jahr sei beispielsweise eine spanische Anleihe erworben worden, die auf Britisches Pfund laute. Insgesamt hätten Zinstitel aus Südeuropa Ende vergangenen Monats allerdings nur rund 14 Prozent des Portfolios ausgemacht. "Dabei handelte es sich ausschließlich um Investmentgrade-Papiere", stelle der Fondsmanager klar.
So genannte Hochzinsanleihen - in diese Kategorie würden derzeit unter anderem die Schuldverschreibungen Griechenlands fallen - erwerbe der HANSAinternational dagegen grundsätzlich nicht. Griechenland sei zwar im April mit einer Aufsehen erregenden Emission die Rückkehr an den internationalen Bondmarkt gelungen. "Generell ist es positiv zu bewerten, wenn ein Staat an den Kapitalmarkt zurückkehren kann", kommentiere Bender den Vorgang. "In diesem Fall hat mich allerdings doch etwas erstaunt, wie sorglos Anleger hier wieder zugegriffen haben".
Anstelle dessen konzentriere sich der Fondsmanager bei der Auswahl von Titeln für das Portfolio des HANSAinternational auf hochliquide Wertpapiere aus den Industriestaaten der nördlichen Hemisphäre. Als Beimischung fänden zudem Fremdwährungs-Anleihen aus den Schwellenländern Aufnahme in das Portfolio. Bender erwerbe solche Titel allerdings nur sehr selektiv.
Im laufenden Jahr habe Bender für den Fonds beispielsweise Positionen in Brasilien und in der Türkei erworben. "Die Notenbanken beider Staaten hatten ihre Leitzinsen deutlich angehoben und stoppten damit ein weiteres Abrutschen ihrer Landeswährungen. Vor allem das Engagement in Brasilien erwies sich als lukrativ", so der Fondsmanager. Positiv bewerte Bender zudem sein Engagement in Bonds aus Neuseeland. Auch hier habe der Fonds Währungsgewinne verzeichnen können, nachdem die Neuseeländische Zentralbank ihre Leitzinsen erhöht habe.
"Für Rentenanleger, die auch unter schwierigen Bedingungen auf langfristig positive Erträge bei moderaten Wertschwankungen zielen, bleibt die weltweit breite Streuung ihres Anlagekapitals unverzichtbar", resümiere Bender. Momentan sorge zwar der Konflikt in der Ukraine für größere Unsicherheit. Der Hamburger Portfoliomanager habe sich jedoch zuversichtlich gezeigt, dass die Folgen für Rentenanleger aufgrund der im internationalen Maßstab relativ unbedeutenden Lokalmärkte Russlands und der Ukraine überschaubar bleiben würden. (15.05.2014/fc/a/f)
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