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03.06.14 11:14
Julius Bär Multistock - China Evolution Fund: Alibaba-IPO dürfte stark überzeichnet werden - Fondsanalyse

Zürich (www.fondscheck.de) - Der Börsengang des chinesischen e-Commerce-Riesen Alibaba dürfte stark überzeichnet werden, so die Experten von Swiss & Global Asset Management im Kommentar zum Julius Bär Multistock - China Evolution Fund (ISIN LU0982189804 / WKN A1W7Z3).

"Das IPO von Alibaba eröffnet Anlegern den Zugang zu einem der besten Internet-Werte, nicht nur in China, sondern weltweit", erkläre Jian Shi Cortesi, Fondsmanagerin des Julius Bär China Evolution Fund von Swiss & Global Asset Management. Obwohl die Stimmung im Technologiesektor nach den jüngsten Einbrüchen eher gedrückt sei, erwarte die Expertin deshalb starke Nachfrage von Investorenseite.

Das IPO schärfe das Profil des chinesischen Internetsektors und erhöhe die Aufmerksamkeit für diesen Markt, auch bei global anlegenden Fonds, die bisher nicht in diesem Bereich investiert gewesen seien. Aufgrund der großen Popularität bestünde allerdings die berechtigte Sorge, dass der Preis zu hoch angesetzt sein und später fallen könnte, wie es schon bei Facebook passiert sei. Angesichts der Größe des Börsengangs könnten sich zudem die Gewichtungen im Technologiesektor verschieben. "Vor allem dedizierte Technologiefonds könnten andere Titel verkaufen, um Alibaba Raum in ihren Portfolios einzuräumen", schätze Shi Cortesi.

Alibaba sei der weltweit größte e-Commerce Anbieter und habe im Jahr 2013 einen Bruttoumsatz von 248 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet. 231 Millionen aktive Kunden hätten 11,3 Milliarden Bestellungen aufgegeben. Zudem dominiere Alibaba das chinesische Mobil-Retail-Geschäft mit einem Marktanteil von 76,2 Prozent. Die operative Gewinnmarge des Unternehmens liege bei 42 Prozent. "Alibaba profitiert vom kräftigen Anstieg des Online-Shoppings in China, wo ein starkes Einkommenswachstum auf einen unterentwickelten Offline-Einzelhandel trifft", erläutere Fondsmanagerin Shi Cortesi. Zudem habe es ein "Ökosystem" mit starken Netzwerkeffekten aufgebaut, das es dem Unternehmen ermögliche, seine e-Commerce-Führerschaft zu behaupten. Mit diesem Geschäftsmodell sei es Alibaba gelungen, seinen Ertrag allein im Geschäftsjahr 2013 um 72,4 Prozent auf nun 5,6 Mrd. US-Dollar zu steigern.

Trotz der starken Marktstellung von Alibaba sehe Jian Shi Cortesi auch Risiken. So habe der Wettbewerb stark zugenommen und es gebe Sorgen, dass sich das Ertragswachstum verlangsamen könnte. Dabei könnten sich auch mögliche rechtliche Veränderungen in China negativ auswirken. "Es droht eine stärkere Regulierung für Online-Zahlsysteme, die Alibabas Mobile-Payment-Pläne gefährden könnte", erkläre die Fondsmanagerin. Beispielsweise habe die chinesische Regierung virtuelle Kreditkarten bis auf weiteres verboten. Zudem werde die Alibaba Gruppe von einem 28-köpfigen Gremium, der Alibaba Partnership, kontrolliert, die die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder berufe. "Diese Form der Unternehmensführung wird die Möglichkeit der Anteilseigner beschränken, die Geschicke der Firma zu beeinflussen", gebe die Fondsmanagerin zu bedenken. (03.06.2014/fc/a/f)


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