Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der DAX über 10.000 Punkten, der Dow Jones knapp unter 17.000 Zählern: Mit der Rekordjagd an den Börsen haben ETF-Händler richtig viel zu tun, so die Deutsche Börse AG.
"Wir hatten eine gute Woche mit überwiegend Käufen", berichte Jörg Sengfelder von Flow Traders. "Und auch diese Woche geht es gut los." "Die Umsätze sind super", meine Andreas Bartels von der Commerzbank. Käufe hätten mit einem Anteil von 60 Prozent ganz klar dominiert. Marco Salaorno von der Société Générale spreche von vielen Neupositionierungen, aber auch einigen Gewinnmitnahmen - speziell bei Aktien der europäischen Peripherie.
Der DAX sei bereits vergangene Woche über 10.000 Punkte geklettert, am gestrigen Pfingstmontag habe der Index erstmals fünfstellig geschlossen. Auch die US-Börsen hätten neue Schlussrekorde gefeiert: Der Dow Jones Industrial sei mit 16.943,10 Punkten, der marktbreite S&P 500 mit 1.951,27 Zählern aus dem Handel gegangen. Am heutigen Dienstag setze sich die Rally fort, das deutsche Börsenbarometer notiere am Mittag bei 10.019 Zählern.
Zugegriffen werde bei fast allem, was mit Aktien zu tun habe: Salaorno zufolge würden Investoren vor allem auf S&P 500-, Dow Jones- und MSCI World-Tracker setzen. Laut Bartels sei EURO STOXX- (ISIN DE0005933956 / WKN 593395), MSCI World- (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR), Nikkei 225- (ISIN DE000A0H08D2 / WKN A0H08D) und MSCI USA-Indexfonds (ISIN LU0392495700 / WKN ETF120) Favoriten der Anleger.
"Nur DAX-ETFs wurden vergangene Woche eher verkauft, besonders nach der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag", berichte der Händler. "Es muss sich erst noch zeigen, ob sich der DAX auf Dauer über 10.000 Punkten halten kann." Sengfelder melde Zuflüsse in EURO STOXX 50, MSCI World, MSCI Europe und im Industrie- und Schwellenländer umfassenden iShares MSCI ACWI (ISIN DE000A1JS9A4 / WKN A1JS9A).
Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangene Woche stünden EURO STOXX 50- (ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02, ISIN IE0008471009 / WKN 935927), DAX- (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) und STOXX Europe 600-ETFs (ISIN DE0002635307 / WKN 263530) ganz oben.
Japanische Aktien (ISIN DE000A0DPMW9 / WKN A0DPMW, ISIN FR0011314277 / WKN A1J4TX, ISIN FR0010245514 / WKN A0ESMK) stünden bei Flow Traders - anders als bei der Commerzbank - ganz klar auf den Verkaufslisten. Hier werde offenbar ebenfalls Kasse gemacht: Die japanische Börse habe in den vergangenen Wochen einen Sprung nach oben gemacht.
Auch bei Schwellenländeraktien werde zugegriffen, laut Sengfelder etwa beim iShares MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) und dem SPDR MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B469F816 / WKN A1JJTE). Bei der Société Générale würden Anleger vereinzelt auch auf den Lyxor MSCI India (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA) setzen. Aufgrund des Höhenflugs an der indischen Börse kenne der ETF seit Sommer 2013 nur eine Richtung: Nach oben. Seit Ende August vergangenen Jahres habe der Indexfonds um 53 Prozent zugelegt.
Zu den an der Börse Frankfurt meistgehandelten Branchen-ETFs würden erneut Banken-Indexfonds wie der iShares EURO STOXX Banks (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) gehören. Der komme seit Mitte Mai auf einen Gewinn von 11 Prozent, auf Sicht von einem Jahr seien es 43 Prozent, auf Sicht von zwei Jahren sogar 86 Prozent.
Sengfelder zufolge würden viele Anleger in Immobilien-Aktien einsteigen. "Wir haben massive Käufe im iShares European Property Yield (ISIN DE000A0HG2Q2 / WKN A0HG2Q) und im db x-trackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate (ISIN LU0489337690 / WKN DBX0F1)." Bei der Commerzbank würden sich Anleger vor allem für Indexfonds interessieren, die die Entwicklung von Finanzdienstleistern abbilden würden wie der SPDR MSCI Europe Financials (ISIN FR0000001703 / WKN 550881). Auch Grundstoff-Indexfonds würden Bartels zufolge punkten, an die Gesundheitsbranche gekoppelte Produkte würden hingegen abgestoßen.
Händler von Renten-ETFs seien weniger beschäftigt, ein klarer Trend sei zudem nicht auszumachen. Bartels melde Umschichtungen innerhalb europäischer Staatsanleihen (ISIN DE0006289499 / WKN 628949, ISIN DE0006289473 / WKN 628947, ISIN DE0006289465 / WKN 628946) unterschiedlicher Laufzeiten. "Unter dem Strich halten sich Zu- und Abflüsse aber die Waage."
Vor und nach der EZB-Entscheidung sei zudem auch der Euro-Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gespielt worden, konkret mit dem ComStage Bund-Future Double Short (ISIN LU0530124006 / WKN ETF563). Salaorno berichte von Abflüssen aus Unternehmensanleihen, Sengfelder von Zuflüssen in auf lokale Währungen lautende Staatsanleihen (ISIN DE000A1JB4Q0 / WKN A1JB4Q, ISIN IE00B4613386 / WKN A1JJTV) aus Schwellenländern sowie Abgaben in hochverzinslichen Unternehmenspapieren (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT) und spanischen Staatsanleihen (ISIN DE000A1J0BH7 / WKN A1J0BH). (10.06.2014/fc/a/e)
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