München (www.fondscheck.de) - In diesem Jahr hat der Deutsche Aktienindex DAX einige neue Allzeithochs erreicht, so die Experten von "FundResearch" im Kommentar zu deutschen und französischen Aktienfonds.
Zuletzt sei er allerdings wieder abgefallen. Insgesamt stehe für 2014 ein Plus von knapp fünf Prozent (Stand: 30. Juni 2014). Ein ähnliches Bild zeige sich bei seinem französischen Pendant, dem CAC 40: Er habe noch mehr Allzeithochs erreicht und stehe Ende des ersten Halbjahres bei einem Plus rund drei Prozent. Zuletzt sei jedoch auch er eingebrochen.
Interessant: In den vergangenen Jahren sei der DAX regelmäßig stärker als der CAC 40 gewesen. Gleiches gelte für die Aktienfonds-Peergroups des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS). Über die vergangenen fünf Jahre seien deutsche Aktienfonds den französischen im Durchschnitt immer überlegen gewesen. 2014 könnte sich das Blatt wenden: Aktienfonds aus Frankreich stünden mit einem Plus von 5,4 Prozent vor den deutschen Produkten, die ihren Wert im Schnitt um 2,7 Prozent gesteigert hätten.
Sie seien nicht immer die Stars ihrer Teams, aber sie seien unverzichtbar: Spieler, die rennen, ackern und eine Top-Performance zeigen würden. Auf Seiten Frankreichs sei das der Tocqueville Odysée (ISIN FR0010546960 / WKN A0JLP4). Im April 2003 aufgelegt, gehöre der rund 90 Millionen Euro große Fonds zu den erfahreneren seines Teams. Im laufenden Jahr liefere er mit einem Plus von 6,7 Prozent die bisherige Top-Performance ab.
Das vergangene Jahr habe er mit 28,1 Prozent geschlossen. Seit seiner Auflegung sei es um knapp 150 Prozent nach oben gegangen. Die Fondsmanager Didier Roman und Thibault Moureu würden zu knapp 21 Prozent in zyklische Konsumgüter investieren. 17,6 Prozent würden auf Technologietitel und 15,7 Prozent auf Industriewerte entfallen. Die größten Einzeltitel des Fonds seien die Bank LBPAM Trésorerie (9,4 Prozent), der Tech-Titel Bull (3,5 Prozent) sowie der Automobilzulieferer Faurecia (3,4 Prozent).
Das deutsche Team baue derzeit auf den MainFirst Germany (ISIN LU0390221256 / WKN A0RAJN). Man könnte ihn als "jungen Wilden" beschreiben: Ein Volumen von lediglich 8,53 Millionen Euro und gerade fünf Jahre am Markt. Doch er bringe Leistung. 2014 sei es bisher um 15,8 Prozent nach oben gegangen. Und 2013 habe er mit einem Plus von 27,5 Prozent beendet.
Sie könnten oft den Unterschied machen: Begnadete Einzelspieler. An ihnen könne sich ein Team hochziehen. Doch fehle ihnen die Form, stünden sie im Mittelpunkt der Kritik. Daher heiße es nicht selten: Die Mannschaft sei der Star. Die Fonds-Stars erkenne man an der Euro-FondsNote. Und im Falle Frankreichs heiße es wirklich: Die Mannschaft sei der Star. Keiner der Aktienfonds trage eine FondsNote. Daher falle der Blick auf den volumenstärksten Fonds der Peergroup mit dem passenden Namen EdR Tricolore Rendement (ISIN FR0010588350 / WKN A0NE94) von Edmond de Rothschild.
Er sei 1,66 Milliarden Euro stark und werde von Pierre Nebout und François Breton verwaltet. Um 5,5 Prozent hätten sie im laufenden Jahr den Wert ihres Fonds gesteigert. 24,3 Prozent seien es im vergangenen Jahr gewesen. Seit seiner Auflegung im Oktober 1999 sei es um 208,3 Prozent nach oben gegangen. Das Fondsvolumen würden Nebout und Breton zu 21,7 Prozent in Industrietitel investieren. Nicht-Basiskonsumgüter würden 14,5 Prozent des Portfolios ausmachen, der IT-Sektor 12,4 Prozent. Sanofi sei mit 8,6 Prozent der größte Einzeltitel des Fonds vor Total mit 6,6 Prozent. Der französische Medienkonzern Vivendi mache glatt sechs Prozent aus.
Der Star im deutschen Team sei der DWS Deutschland (ISIN DE0008490962 / WKN 849096). Mit einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro sei er deutlich größer als der französische Konkurrent und zudem mit der Euro-FondsNote 2 bewertet. Fondsmanager Tim Albrecht habe im ersten Halbjahr 2014 ein Plus von 3,3 Prozent geschafft. Das Vorjahr habe er mit guten 30,4 Prozent geschlossen. Seit Auflegung des Fonds im Oktober 1993 habe er seinen Wert um 486,5 Prozent gesteigert. Knapp ein Viertel des Fondsvolumens investiere Albrecht in dauerhafte Konsumgüter. 18 Prozent würden auf Industrietitel und 13,4 Prozent auf Gesundheitsaktien entfallen.
23 Spieler stünden in jedem WM-Kader. So einfach sei es bei den Peergroups nicht. Während auf französischer Seite lediglich 13 Fonds (einschließlich sämtlicher Tranchen) eine 2014-Performance aufweisen würden, könnten die deutschen auf ein Team von 101 Produkten zurückgreifen. Insgesamt würden 57 von ihnen eine FondsNote tragen. Davon einmal die Top-Bewertung 1, aber auch dreimal die 5. Diese 57 Fonds würden auf eine Durchschnittsnote von 3,1 kommen. Von den französischen Fonds weise kein Produkt eine FondsNote auf. Das liege jedoch nicht an mangelnder Qualität, sondern an der Tatsachse, dass diese Peergroup nicht bewertet werde.
Während die Franzosen im Durchschnitt besser performen würden, hätten die Deutschen die größeren Möglichkeiten zum Wechseln. Das könnte ein Vorteil sein.
Es werde eng. Frankreich habe die Form, Deutschland könne auf Leistungsträger, Star und ein großes Team bauen. Daher leichter Vorteil Deutschland. (Ausgabe vom 04.07.2014) (07.07.2014/fc/a/f)
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