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14.07.14 09:15
db x-trackers MSCI Indonesia ETF: Die beste Börse seit 2004 - ETF-Analyse

München (www.fondscheck.de) - Die Experten von "Euro fondsxpress" stellen in der aktuellen Ausgabe den db x-trackers MSCI Indonesia ETF (ISIN LU0476289623 / WKN DBX0EU) vor.

Vergangene Woche hätten die Bürger Indonesiens einen neuen Präsidenten gewählt. Amtsinhaber Susilo Bambang Yudhoyono dürfe nach zwei Amtsperioden nicht wieder antreten. Wer ihm nachfolge, sei aber noch offen. Das endgültige Wahlergebnis solle erst am 21. Juli bekannt gegeben werden. Den Wahlsieg würden Joko Widodo und Prabowo Subianto für sich in Anspruch nehmen. Widodo sei Gouverneur der Hauptstadt Jakarta und führe seit dem Amtsantritt vor zwei Jahren einen Feldzug gegen die grassierende Korruption. Seine Anhänger würden den Saubermann als indonesischen Obama bezeichnen, da er für eine moralische Erneuerung stehe. Sein Widersacher Subianto sei mit der Tochter des Ex-Diktators Suharto verheiratet und enge Verbindungen zu den Spitzen der früheren Diktatur, die auch heute politisch und ökonomisch noch zur Machtelite zählen würden.

Ökonomisch sei der Inselstaat in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich gewesen. Vielen Einwohnern sei der Aufstieg in die Mittelschicht gelungen. Die Wachstumsraten hätten seit 2004 stets um die 6 Prozent jährlich betragen. Der neu gewonnene Reichtum resultiere nicht zuletzt aus dem Export von Rohstoffen. Das Land verfüge über große Vorkommen an Gas, Kohle, Zinn, Nickel, Bauxit und Gold. Auch Agrarprodukte und Holz seien wichtige Ausfuhrgüter. Neben Rohstoffen werde die Wirtschaft vom großen Binnenmarkt getragen.

Der Nachholbedarf beim Konsum sei riesig. Wie anfällig dieses Wirtschaftsmodell sei, habe sich im Sommer 2013 gezeigt. Nach der Ankündigung der US-Notenbank, das Anleihekaufprogramm zurückzufahren, hätten Ausländer massiv Geld aus Indonesien abgezogen, auch wegen des hohen Leistungsbilanzdefizits. Die Landesdevise Indonesische Rupiah sei unter Druck geraten, die Börse habe kräftig korrigiert. Zugleich sei die Inflation auf gut 7 Prozent gestiegen.

Inzwischen habe sich die Lage beruhigt. Die Währung habe sich stabilisiert, da mit höheren Zinsen gegengesteuert worden sei. So hätten das Leistungsbilanzdefizit reduziert und ein Einbruch der Wirtschaft abgewendet werden können. 2014 werde mit 5,3 Prozent BIP-Zuwachs gerechnet. Auslandsverschuldung und Haushaltsdefizit seien gering, das Bankensystem sei gesund.

Die Börse in Jakarta habe positiv reagiert. Mit dem 2014er KGV von 21 sei der Markt teuer. "Nur wenn das Land sein riesiges Potenzial künftig besser ausschöpft, sind höhere Kurse fundamental gerechtfertigt", sage Florian Schulz, Schwellenländer-Profi beim Spezialdienst Emerging Markets Trader. Der Index stehe nahe am Allzeithoch. Mittelfristig orientierte Anleger würden lieber abwarten, ob Reformen umgesetzt würden. Sollte dem indonesischen Obama nicht mehr gelingen als dem US-Original, würden die Bäume im Inselstaat wohl nicht in den Himmel wachsen.

Indonesien sei in den vergangenen zehn Jahren mit Abstand der erfolgreichste Aktienmarkt gewesen. Entsprechend hoch seien die Kurse an der Börse in Jakarta bewertet. Das Kurs/Buchwert-Verhältnis liege bei rund 3,5, das Shiller-KGV bei rund 25. Das sei beides sportlich. Auf längere Sicht spreche dies nicht für eine Wiederholung der glanzvollen Börsendekade in Indonesien. (Ausgabe 28 vom 11.07.2014) (14.07.2014/fc/a/e)



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