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14.11.14 09:50
Globale Aktienfonds: Manager setzen auf die USA

München (www.fondscheck.de) - Dass niedrige Zinsen allein Aktienmärkte nicht in die Höhe treiben, weiß der deutsche Anleger spätestens seit diesem Jahr, so die Experten von "FundResearch".

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liege mit 0,05 Prozent so eben noch im positiven Bereich. Und was mache der DAX in diesem Jahr? Bis Ende Oktober habe er 2,4 Prozent verloren. Dabei würden Aktien in Zeiten niedriger Zinsen doch als letzte Rendite-Alternative gelten. Aber in Deutschland spiele das fundamentale Umfeld nicht mit. Die Wirtschaft wachse schwächer als erwartet, die Prognosen für 2015 seien noch sehr different.

Global betrachtet sehe es anders aus: Der MSCI World habe in den ersten zehn Monaten dieses Jahres ein Plus von 14,7 Prozent geschafft. Doch auch das lasse sich in erster Linie auf die Geldpolitik zurückführen, meine Ann-Katrin Petersen, Research-Expertin bei Allianz Global Investors: "Während das Bullenlager an den internationalen Finanzmärkten von der Liquiditätsschwemme der Zentralbanken Auftrieb erhält, wiegt im Bärenlager vor allem die Sorge um die Konjunkturentwicklung schwer."

"Letztendlich erwiesen sich alle Befürchtungen größtenteils als unbegründet", sage Patrick Moonen, Senior Stratege Multi-Asset bei ING Investment Management. Die makroökonomischen Daten seien besser als erwartet gewesen. Aber noch ein anderer Faktor komme der Weltwirtschaft entgegen: "Der deutliche Rückgang der Ölpreise um 25 Prozent im bisherigen Jahresverlauf, wirkt ähnlich wie eine Steuersenkung und dürfte die Weltwirtschaft beleben." Auch die Gewinne hätten die Erwartungen übertroffen: US-Unternehmen hätten im Durchschnitt ein Gewinnanstieg von 9,3 Prozent pro Aktie verzeichnet, 54 Prozent der Unternehmen hätten ihre Umsatzprognosen übertroffen. In Europa hätten die Gewinne die Erwartungen immerhin um 2,3 Prozent übertroffen.

Von diesem durchaus positiven Umfeld würden auch global investierte Aktienfonds profitieren. Der Kategoriedurchschnitt "Aktienfonds International" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) habe sich bis Ende Oktober im Durchschnitt um 10,2 Prozent nach oben entwickelt.

Unter den rund 1.400 Fonds dieser Peergroup habe es ein Neuling an die Spitze geschafft: Der SSgA Global Managed Volatility Equity Fund (ISIN LU0450104905 / WKN A1C2M3) sei erst im Mai 2013 aufgelegt worden. Das Fondsmanagement-Team von State Street habe in den ersten zehn Monaten 2014 ein Plus von 22,5 Prozent geschafft. Das Fondsvolumen von rund 133 Millionen Euro fließe zu 51 Prozent in die USA. Japanische Aktien würden 11,6 Prozent ausmachen, kanadische 7,6 Prozent.

Auf Sektorebene setze das Team in erster Linie auf Verbrauchsgüter (24,6 Prozent), Versorger (22,6 Prozent) und das Gesundheitswesen (21,8 Prozent). Größter Einzeltitel sei der US-IT-Konzern SBA Communications mit einem Portfolioanteil von 1,3 Prozent. Der israelische Arzneimittelhersteller Teva Pharmaceuticals und der US-Wasserversorger American Water Works Company würden mit 1,2 Prozent dahinter folgen. Der besondere Ansatz des Fonds: Während er darauf abziele, langfristig Renditen zu erzielen, die zum MSCI World konkurrenzfähig seien, solle eine niedrige Volatilität beibehalten werden. Um den Erfolg dieser Strategie zu beurteilen, sei es jedoch noch zu früh. Immerhin sei die Rendite im laufenden Jahr stärker als die des MSCI World.

Berater, deren Anleger nicht den Mut hätten, auf einen Neuling zu setzen, sondern einen Fonds mit Track-Record wollten, sollten auf Fonds mit der Euro-FondsNote schauen. Diese Produkte seien seit mindestens vier Jahren am Markt. Mit der Note 1 sei beispielsweise der DB Platinum Branchen Stars (ISIN LU0227852737 / WKN A0F67A) bewertet. Mit einer Wertentwicklung von 11,1 Prozent im laufenden Jahr bleibe das Fondsmanagement-Team der Deutschen Bank zwar nur leicht über dem Peergroup-Durchschnitt. Doch auf lange Sicht wisse der "Branchen Star" zu überzeugen: In den vergangenen drei Jahren habe er sich um 61,6 Prozent und um der den Zeitraum von fünf Jahren um 97,6 Prozent entwickelt. Die Volatilität der vergangenen drei Jahre betrage 11,1 Prozent, die Sharpe Ratio gute 1,29.

Das Fondsvolumen von knapp 70 Millionen Euro investiere das Team zu knapp der Hälfte in US-Aktien. Rund ein Viertel fließe nach Japan und jeweils zehn Prozent in deutsche und französische Titel. Der Fonds habe sieben Top-Holdings, die mit jeweils 3,5 Prozent gewichtet seien. Darunter Total, Tokyo Gas oder Philips.

Ebenfalls eine Top-Bewertung habe der KBC Equity High Dividend (ISIN BE0940704951 / WKN A0JKMW). Fondsmanager Ian Madden habe mit seinem Dividendenfonds im laufenden Jahr ein Plus von 15 Prozent geschafft. Anleger, die vor drei Jahren ihr Geld Madden anvertraut hätten, hätten es um 65,7 Prozent und über fünf Jahre um 105,1 Prozent vermehrt. Und das bei vergleichsweise geringer Schwankung: Die Volatilität über drei Jahre betrage lediglich 6,7 Prozent, die Sharpe Ratio unglaubliche 2,30. Madden verwalte mehr als 800 Millionen Euro. Zur Länderallokation mache KBC Asset Management keine Angaben. Auf Sektorebene seien dividendenstarke Finanztitel mit 22,6 Prozent am stärksten vertreten. IT-Aktien würden 13,4 Prozent ausmachen und das Gesundheitswesen 11,1 Prozent. Top-Holding sei Microsoft mit 3,3 Prozent. Dahinter würden der US-Pharmakonzern Lilly und der ebenfalls US-amerikanische Softwareentwickler CA Inc. mit jeweils 2,1 Prozent folgen.

Anleger, die einen Big-Player dieser Assetklasse suchen würden, seien mit dem M&G Global Dividend (ISIN GB00B39R2S49 / WKN A0Q349) gut bedient. Das 11,8 Milliarden Euro große Schwergewicht komme auf ein Plus 8,7 Prozent im laufenden Jahr. Das sei zwar leicht unter dem Durchschnitt, aber auf längere Sicht liege Fondsmanager Stuart Rhodes wieder darüber: In den vergangenen drei Jahren habe er die Wertentwicklung um 52,7 Prozent und über in den vergangenen fünf Jahren um 98,4 Prozent gesteigert. Die Volatilität über drei Jahre betrage 8,8 Prozent, die Sharpe Ratio gute 1,39.

Der Fonds trage die FondsNote 2. Zu knapp der Hälfte investiere Rhodes das Fondsvolumen in den USA. Britische Aktien würden 13,3 Prozent, kanadische 11,1 Prozent machen. Finanzdienstleistungen (17,9 Prozent) und Gesundheitstitel (17,8 Prozent) und Energieaktien (16,9 Prozent) würden die Sektorallokation dominieren. Größter Einzeltitel sei mit 4,1 Prozent der US-Energiekonzern Gibson Energy. Der kanadische Methanolhersteller Methanex folge dahinter mit 3,7 Prozent vor Microsoft mit 3,4 Prozent.

Es gebe jedoch einen Fonds, der größer sei als der M&G Global Dividend: Der Templeton Growth (ISIN US8801991048 / WKN 971025) von Franklin Templeton habe ein Volumen von 13,7 Milliarden Euro. Der Fonds sei ein echter Oldie: Er sei bereits im November 1954 aufgelegt worden. Die FondsNote: Eine glatte 2. Im laufenden Jahr habe Fondsmanager Norman Boersma eine Wertentwicklung von 8,6 Prozent geschafft. Über drei Jahre stehe ein Plus von 66 Prozent und über fünf Jahre von 98,9 Prozent. Die Volatilität habe in den vergangenen drei Jahren bei 7,9 Prozent, die Sharpe Ratio bei starken 1,94 gelegen.

Boersma habe den Fonds auf Länderebene breit diversifiziert. Doch auch hier seien die USA mit 32,4 Prozent am stärksten vertreten. Großbritannien folge dahinter mit 11,7 Prozent vor Frankreich mir zehn Prozent. Auf Sektorebene seien Pharmaaktien mir 14,7 Prozent am stärksten gewichtet. Banktitel kämen auf 13,6 Prozent und Energiekonzerne auf 13,3 Prozent. Top-Holding sei Microsoft mit 2,8 Prozent. Dahinter würden Samsung (2,6 Prozent) und die Citigroup (2,1 Prozent) folgen. (Ausgabe vom 13.11.2014) (14.11.2014/fc/a/f)


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