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30.01.15 11:00
HANSA-Fonds: Gold zeigt trotz US-Dollaranstieg und Ölpreisverfall Stärke - Fondsanalyse

Hamburg (www.fondscheck.de) - Nach Ansicht des Edelmetallexperten können die Notenbanken unerwünschte Wechselkursbewegungen nicht immer und nicht für alle Zeiten verhindern, so Nico Baumbach, Fondsmanager der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

"Dies belegte zuletzt die Aufgabe der Bindung des Schweizer Franken an den Euro", so Baumbach. Seit diesem für viele Marktteilnehmer doch überraschenden Ereignis nähmen die Investoren systemische Risiken wieder stärker wahr.

"Offenbar beeinträchtigten die Turbulenzen das allgemeine Vertrauen in die Gestaltungsmacht der Zentralbanken - Gold brachte sich dadurch als Währungsersatz in Erinnerung", beschreibe der Fondsmanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD) seine Eindrücke. Der Kurssprung des Franken habe kurzfristig heftige Verwerfungen an den Aktien- und Devisenmärkten ausgelöst und auch den Goldpreis angetrieben. Und auch die neue griechische Regierung sei nicht angetreten, Investoren in Sicherheit zu wiegen.

Baumbach zufolge würden die Investoren nun sehr genau beobachten, ob die geldpolitischen Lockerungen in Europa, Japan und anderswo die Märkte nachhaltig stabilisieren würden. "Sollte der Stress im Finanzsystem hingegen wieder zunehmen, würde dies den Goldnotierungen zusätzlichen Halt geben." Der Fondsmanager kritisiere in diesem Zusammenhang die weitverbreitete Neigung, die eigene Währung zu schwächen, um den heimischen Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen: "Ich sehe hier Risiken. Abwertungswettläufe können einen ungesunden Wettbewerb entfachen, der schnell außer Kontrolle gerät."

Ungewöhnlich sei, so Baumbach, dass die Goldnotiz unlängst zugelegt habe, obwohl sich das Öl stark verbilligt habe und der US-Dollar weiter angezogen habe. Beides sei einem steigenden Goldpreis in der Vergangenheit eher abträglich gewesen. "In früheren Jahren bestand oftmals ein stabiler positiver Zusammenhang zwischen dem Öl- und dem Goldmarkt, der aktuell außer Kraft gesetzt scheint."

Auch habe ein starker US-Dollar in der Regel einen negativen Effekt auf die Notierung des Edelmetalls, unter anderem weil dies den Erwerb für Angehörige anderer Währungsräume verteuert habe. "Hiervon ist derzeit wenig zu spüren. US-Dollar und Gold stiegen gleichzeitig, wenn auch nicht im selben Umfang, was für die fundamentale Stärke des Goldes spricht", erläutere Baumbach. Edelmetall-Investoren aus dem Euroraum hätten von der Situation profitiert, weil der gegenüber dem Euro starke Dollar den Goldpreis aus ihrer Sicht zusätzlich stabilisiert habe.

US-Bürger hätten zuletzt vergleichsweise preiswert Gold erwerben können. "Unabhängig davon war eine verstärkte Nachfrage nach Barren und Münzen in Nordamerika feststellbar", so der Experte. Davon abgesehen habe Baumbach in den vergangenen Wochen bis zur Abwertung des Schweizer Franken ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage beobachtet. "Während verschiedene Notenbanken auf der Käuferseite standen, kam es bei den großen Gold-ETFs per saldo zu leichten Mittelabflüssen. Nach der Entscheidung der Schweizer Nationalbank verzeichnen die Gold-ETFs aber wieder eine stärkere Nachfrage."

Wenig zuverlässig seien hingegen die aktuellen Daten aus Indien und China. Aus ihnen hätten sich wegen der großen Bedeutung des Schwarzmarktes und auch aufgrund unvollständiger Marktdaten aus China aktuell kaum Prognosen ableiten lassen. "Insgesamt hat sich das Sentiment für Gold aber wieder deutlich verbessert", resümiere Baumbach. "Als Versicherung gegen Finanzmarktkrisen gehört es mit einem Anteil von fünf bis zehn Prozent in jedes Anlegerdepot."

Der von Baumbach gemanagte Edelmetallfonds HANSAwerte habe im vergangenen Jahr aus den deutlichen Preisanstiegen bei Palladium Vorteile ziehen können. Der HANSAwerte agiere chancenorientiert - anders als der HANSAgold konzentriere sich der Fonds nicht nur auf Goldinvestments, sondern erwerbe auch Palladium, Platin und Silber. "Die Entwicklung bei Platin blieb bislang hinter meinen Erwartungen zurück", ergänze Baumbach. Der Preis habe nicht adäquat auf die durch Streiks in Südafrika ausgelöste Angebotslücke reagiert. Offenbar habe die Industrie preiswert vorhandene Lagerware ordern können.

Platin werde in der Industrie vor allem für Abgas-Katalysatoren benötigt. Das weißlich glänzende Edelmetall koste derzeit etwa so viel wie Gold, obwohl es deutlich seltener in der Erdkruste vorkomme und auch schwerer zu gewinnen sei. Aus diesem Grund liege die Notiz für Platin gewöhnlich über derjenigen für Gold. Baumbach habe im HANSAwerte beim zuvor gut gelaufenen Palladium daher Gewinne mitgenommen und eine Übergewichtung in Platin aufgebaut.

Das zuletzt stark gebeutelte Edelmetall Silber sei im Fonds leicht untergewichtet gewesen. Baumbach habe hier jedoch eine mögliche Aufstockung im Blick. "Kommt die Goldpreisentwicklung erst einmal richtig ins Laufen, dürfte Silber überproportional mitziehen", erwarte Baumbach. Das zurzeit sehr günstige Preisverhältnis zwischen Silber und Gold steigere die Chance auf eine Aufholjagd weiter. (30.01.2015/fc/a/f)


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