Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die chinesischen Aktienbörsen korrigieren. Die Bewertung von in Hongkong notierenden chinesischen Aktien ist attraktiv. Private Anleger können mit dem Fonds Deutsche Invest I Chinese Equities (ISIN LU0273157635 / WKN DWS0BJ) profitieren, so die Experten von DWS Investments.
In der zweiten Juni-Woche sei es zu kräftigen Abflüssen bei Fonds mit chinesischen Aktien gekommen. Zum einen hätten etwas schwächere chinesische Konjunkturzahlen die Anleger verunsichert. Zum anderen seien spekulative Gelder abgeflossen. Einige institutionelle Anleger hätten offensichtlich darauf gesetzt, dass der Indexanbieter MSCI die A-Aktien chinesischer Unternehmen in seine Indices aufnehmen würde.
Dies werde aber vorerst nicht geschehen. Die daraus entstandene Konsolidierung gebe langfristig denkenden Anlegern jedoch die Chance, günstiger bei chinesischen Aktien einzusteigen. Insbesondere für in Hongkong notierte Aktien chinesischer Unternehmen (H-Aktien) seien die Perspektiven gut. Dafür würden ihre im internationalen Vergleich noch relativ niedrigen Bewertungen und ihr Abschlag auf die Kurse der in Shanghai gehandelten Aktien sprechen.
Die jetzt nicht erfolgte Aufnahme der A-Aktien in die MSCI-Indices könnte unterdessen in den kommenden zwei Jahren nachgeholt werden. Die MSCI-Emerging-Markets-Indices würden weltweit von vielen Fonds als Orientierungspunkt genutzt. In solchen Fonds dürften weltweit derzeit rund 450 Milliarden US-Dollar an Anlagegeldern investiert sein. Würden die chinesischen A-Aktien in diese Indices aufgenommen, dann wären vermutlich viele Portfoliomanager zu Umschichtungen gezwungen.
Die in Shanghai gehandelten A-Aktien seien mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 19 auf Basis der für 2015 erwarteten Gewinne zwar nicht mehr günstig. Doch die in Hongkong notierten H-Aktien der gleichen Unternehmen würden lediglich ein KGV von 9,5 besitzen. Das sei im internationalen Vergleich günstig. Die H-Aktien seien übrigens auch bereits im MSCI China-Index enthalten.
Große chinesische Unternehmen könnten ihre Anteilsscheine als A-Aktien an den Börsen in Shanghai oder Shenzhen und gleichzeitig als H-Aktien in Hongkong notieren lassen (dual-listed). Derzeit würden also die Aktien in Hongkong einen sehr hohen Kursabschlag gegenüber den A-Aktien tragen. Ein Grund: Festland-Chinesen könnten nur sehr eingeschränkt außerhalb des Landes - dazu gehöre auch Hongkong - investieren.
Sollte sich die Zuversicht über die chinesische Konjunkturentwicklung verbessern, sei es gut vorstellbar, dass internationale Investoren vermehrt H-Aktien in ihre Depots legen würden. Der Bewertungsunterschied könnte sich dann allmählich verringern.
Anleger könnten die Chancen, die chinesischen Aktien bieten würden, mit einem Fonds wie dem Deutsche Invest I Chinese Equities nutzen. Das Fondsmanagement investiere in große chinesische Unternehmen, deren Anteilsscheine an der Hongkonger Börse gehandelt würden.
Damit könnten Anleger zum einen von der Entwicklung der chinesischen Unternehmen profitieren. Zum anderen wären sie Nutznießer von einem Abbau der Bewertungsabschläge bei Hongkonger Aktien gegenüber ihren chinesischen A-Aktien-Pendants. (Ausgabe vom 25.06.2015) (26.06.2015/fc/a/f)
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