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NEWS - ETF
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04.08.15 16:12
ETF-Handel: Fokus auf Industrieländeraktien

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aktien aus der alten Welt machen laut Händlern derzeit das Rennen im Markt der Exchange Traded Funds, so die Deutsche Börse AG.

"Dabei stehen bei uns mit 59 Prozent die Käufe auf Wochensicht deutlich im Vordergrund", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. "Mit knapp 33.000 bewegt sich die Anzahl der Trades trotz Sommerzeit auf einem stattlichen Niveau." Aktien-ETFs kämen auf überdurchschnittliche 86 Prozent des gesamten ETF-Geschäfts.

"Zum Monatsbeginn kauften insbesondere institutionelle Investoren im Aktienbereich gut hinzu", beschreibe Marco Salaorno von der Société Générale die aktuelle Situation im Handel. Neben DAX- (ISIN IE00B53QG562 / WKN A0YEDX; ISIN FR0010377028 / WKN LYX0BT) und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN IE00B53L3W79 / WKN A0YEDJ) seien S&P 500-ETFs (ISIN LU0496786574 / WKN LYX0FS) sowie Indexfonds auf den MSCI All Country World Index (ISIN IE00B6R52259 / WKN A1JMDF) überwiegend in den Anlegerdepots gelandet.

Auch Mohr berichte von starkem Interesse an ETFs, die an DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001) und EURO STOXX 50-Produkten (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN LU0378434079 / WKN ETF050) gekoppelt seien. "Bei beiden Indices überwiegen die Zuflüsse." Ebenso hätten sich Anleger tendenziell mit MSCI Europe-Werten (ISIN FR0010261198 / WKN A0JDGC; ISIN IE00B1YZSC51 / WKN A0MZWQ) eingedeckt.

Die Öffnung der griechischen Börse zum Wochenbeginn und den damit einhergehenden massiven Einbruch der Aktienkurse um über 20 Prozent habe laut Händlern nur geringe Auswirkungen auf den ETF-Handel, obwohl der in Deutschland einzige reine Griechenland-ETF von Lyxor (ISIN FR0010405431 / WKN LYX0BF) deutliche Verluste habe einfahren müssen. "Allerdings war das Produkt noch nicht durchgehend handelbar", bemerke Salaorno.

Ähnlich beurteile Mohr die Lage. "Händler haben durch die Handelbarkeit griechischer Bluechips nun eine bessere Kalkulationsgrundlage für ETFs, die solche Aktien enthalten." Das vereinfache den Kauf und Verkauf. Allerdings sei der Anteil griechischer Aktien in den meisten Portfolios gering. "Zudem war der Kurseinbruch bereits eingepreist."

Aktien aus Emerging Markets stünden weiterhin auf den Abgabenlisten, wie die Händler melden würden. Anleger hätten sich Salaorno zufolge beispielsweise vom iShares CSI300 (ISIN IE00B5VG7J94 / WKN A1C1H1) verabschiedet, der die 300 größten an der Börse Shanghai gelisteten Unternehmen enthalte. Auch breiter aufgestellte Indices wie der MSCI Emerging Marktes (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX; ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) stünden bei den Kunden der Société Générale zur Disposition. Selbst von indischen Aktien etwa im Lyxor MSCI India (ISIN FR0010361683 / WKN LYX0BA) hätten sich Investoren in Summe getrennt.

Salaorno mache schwache Rohstoffpreise und Zinserhöhungsfantasien mitverantwortlich. Am Montag sei das Nordseeöl Brent erstmals seit Januar wieder auf unter 50 US-Dollar pro Barrel abgestürzt, gleichzeitig habe WTI bis zu 4,3 Prozent auf zwischenzeitlich 45,11 US-Dollar pro Fass verloren.

Passend dazu verbuche Salaorno per saldo Abflüsse aus ETFs, die an den Energiesektor gekoppelt seien. Betroffen sei etwa der Lyxor ETF Stoxx Europe 600 Oil & Gas (ISIN FR0010344960 / WKN LYX0A9). Hingegen würden sich Anleger von der Telekommunikationsbranche offenbar Aufwind versprechen. "Mitte vergangener Woche standen Käufe bei Indexfonds auf den Stoxx Europe 600 Telecommunications (ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1; ISIN DE000A0H08R2 / WKN A0H08R) im Vordergrund." Zudem käme der europäische Gesundheitssektor (ISIN FR0010344879 / WKN LYX0AS; ISIN IE00B5MJYY16 / WKN A0RPR7) verstärkt zum Zuge.

Zwei Branchenprodukte hätten bei der Commerzbank einen vorderen Platz in der Bestenliste der meist gehandelten ETFs belegt, darunter der Stoxx Europe 600 Basic Resources (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) und der Stoxx Europe 600 Banks (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) von iShares. "Beide wurden zumeist gekauft", informiere Mohr.

Mit einem Anteil von 8 Prozent am ETF-Aufkommen sei das Geschäft mit Anleihe-ETFs laut Mohr nach wie vor ausgesprochen ruhig. Anleger hätten sich auf niedrigem Niveau für höher verzinsliche Unternehmensanleihen im iShares Euro High Yield Corporate Bond (ISIN IE00B66F4759 / WKN A1C3NE) interessiert, der überwiegend Abnehmer finde.

Salaorno berichte über einen Abgabeüberhang für deutsche Kurzläufer im dbx Trackers II iboxx Germany 1-3 (ISIN LU0468897110 / WKN DBX0C9). "Auch US-Treasuries werden in Summe zurückgegeben." (04.08.2015/fc/a/e)


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