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21.09.15 12:36
HANSA-Fonds: Gold bleibt als Sicherheitsbaustein unbestritten - Fondsanalyse

Hamburg (www.fondscheck.de) - Der Goldmarkt hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Belastungen zu verkraften, so Nico Baumbach, Edelmetallexperte der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH im Kommentar zum HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR-Klasse; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD-Klasse) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR-Klasse; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD-Klasse).

"Alleine Indexfonds auf Gold warfen seit diesem Frühjahr rund 165 Tonnen des wertvollen Materials auf den Markt", so Nico Baumbach. Ein gestiegener US-Dollar, sinkende Rohstoffpreise und das schwindende Risikobewusstsein vieler Anleger hätten das Krisenmetall zusätzlich unter Druck gebracht.

"Hinzu kamen dann noch die Turbulenzen in China", so der Experte. "Das rückläufige Wachstum und der kollabierende Aktienmarkt führten in dem asiatischen Land nicht etwa zu einer Flucht ins Gold, wie zu erwarten gewesen wäre. Vielmehr verkauften die Chinesen sogar das von ihnen ansonsten hochgeschätzte Wertaufbewahrungsmittel", erläutere Baumbach. Dies geschah teilweise aus purer Not, so die Experten von HANSAINVEST. Zahlreiche Privatanleger hätten auf Kredit mit Aktien spekuliert und nach dem Crash auf dem chinesischen Aktienmarkt Bargeld benötigt.

"Eine Rolle spielte auch die beabsichtigte Eindämmung der Korruption. Gold wird in China gerne bei geschäftlichen Anlässen verschenkt, was die Staatsführung nun versucht zu unterbinden", so Baumbach. Ebenso sei die zuvor gängige Praxis, Gold als Sicherheit bei Kreditgeschäften zu hinterlegen, bei den Machthabern in Peking nicht mehr so gerne gesehen. China sei neben Indien zum weltweit größten Goldkonsumenten aufgestiegen.

Baumbach zufolge sei der Goldnotiz außerdem abträglich gewesen, dass sich die Gewinnmargen der Bergbauunternehmen verbessert hätten. "Zahlreiche Goldminen befinden sich in Schwellenländern wie zum Beispiel Südafrika. Deren Währungen haben gegenüber dem US-Dollar stark an Wert eingebüßt." Somit aber hätten diese Minen für ihr gefördertes Gold einen höheren Erlös in heimischer Währung erlöst.

"Gemessen an diesen Einflüssen hielt sich der Goldpreis noch recht ordentlich." In Euro gerechnet, habe die Feinunze Mitte September sogar etwas höher als ein Jahr zuvor notiert. In der Referenzwährung US-Dollar sei die Goldnotierung freilich abgebröckelt. "Es ist nicht auszuschließen, dass der Preis für die Feinunze nach unten auch einmal die Schwelle von 1.000 Dollar touchiert", so der Fondsmanager.

Mittelfristig sehe Baumbach die Goldnotiz in einer Spanne zwischen 1.000 und 1.300 US-Dollar pendeln. Die aktuell starken Käufe von Münzen und Barren in Nordamerika sowie eine robuste Nachfrage der Schmuckindustrie würden dem Markt Halt geben. Aktuellen Prognosen von Investmentbanken, die von Gold gänzlich abraten würden und das Edelmetall deutlich unter die symbolisch wichtige Marke von 1.000 Dollar abrutschen sähen, begegne der Portfoliomanager dagegen mit Skepsis. "Diese Analysten haben Gold vor Jahren auch in Richtung 3.000 Dollar klettern sehen, als sich der Preis im Aufwärtstrend befand."

Anlegern und Investoren rate Baumbach zu einer differenzierten Sichtweise. Antizyklisch denkende Investoren könnten schon im Herbst Käufe erwägen. "Der momentane Gold-Pessimismus wichtiger institutioneller Adressen deutet darauf hin, dass viele Negativargumente bereits in den aktuellen Notierungen enthalten sind. Zusätzlich sprechen langfristig die nachlassenden Explorationsaktivitäten der Bergbaugesellschaften sowie die robuste Nachfrage nach Münzen und Barren für eine Stabilisierung des Goldpreises."

Aus der Perspektive der Privatanleger halte der Portfoliomanager eine andere Grundhaltung für angemessen: "Gold sollte als eine Form der Versicherung betrachtet werden. Bei schweren Krisen, wie etwa Instabilitäten im Weltfinanzsystem, kann das Krisenmetall seine Schutzfunktion entfalten." Gold sei ein Sicherheitsbaustein für das Anlegerportfolio - und zwar unabhängig vom jeweiligen Auf und Ab der Notierung des Edelmetalls.

"Anleger mit einem breit diversifizierten Portfolio sollten etwa fünf bis zehn Prozent ihres liquiden Vermögens in dem Edelmetall aufbewahren", so Baumbach. Liege die Quote deutlich darunter, könnten Zukäufe erfolgen. Nach einem Preisanstieg könne dann ein Teil wieder verkauft werden, um den Anteil im Portfolio auf dem für sinnvoll erachteten Niveau zu halten. Fachleute würden diese Vorgehensweise als "Rebalancing" bezeichnen. Dies lasse sich mit einem Edelmetallfonds kostengünstig und ohne großen Aufwand umsetzen.

Etwas spekulativer eingestellte Edelmetallinvestoren dürften aktuell auf Platin und Palladium blicken. Beide Metalle würden in Automobil-Katalysatoren zum Einsatz kommen. Aufgrund der eingetrübten Stimmung an den Rohstoffmärkten und allgemeiner Konjunkturängste hätten die Notierungen beider Metalle in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben.

"Der Preis für die Feinunze Platin liegt momentan sogar um rund zehn Prozent unter der Goldnotiz", bemerke Baumbach. Der Experte halte das für eine Anomalie: "Platin sollte absehbar wieder auf die Überholspur wechseln."

Platin werde fast ausschließlich in Südafrika gewonnen. Das weißlich glänzende Metall werde in wesentlich geringeren Mengen als Gold gefördert und sei auch schwerer zu gewinnen. Daher sei eigentlich ein höherer Preis gerechtfertigt. (21.09.2015/fc/a/f)


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