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04.12.15 14:23
DNB Technology-Fonds: Der Tech-Sektor tangiert einfach alles - Fondsanalyse

Luxemburg (www.fondscheck.de) - Viele unterschiedliche Geschäftsmodelle, zahlreiche neue Anbieter, diversifizierter Sektor: Die Technologiebranche ist dynamisch wie keine zweite, so die Experten von DNB Asset Management im Kommentar zum DNB Technology-Fonds (ISIN LU0302296495 / WKN A0MWAN) und DNB TMT Absolute Return-Fonds (ISIN LU0547714526 / WKN A1CWC1).

Seit Jahrzehnten analysiere Anders Tandberg-Johansen deren Entwicklung. Der Fondsmanager beim skandinavischen Vermögensverwalter DNB Asset Management halte Bewertungen für wichtiger als die bloße Entdeckung des nächsten Trends.

Der Tech-Sektor drehe sich längst nicht mehr nur um Personal Computer: "Es geht um alles, von Autos und Taxiservices über Hotelbuchungen und Häuser zu Smartphones und Drohnen", sage Anders Tandberg-Johansen, Head Global Technology und Fondsmanager von DNB Asset Management. Tech sei eine sehr breite und sehr offene Investitionskategorie - sie reiche vom privaten Konsumenten bis zum Firmenkundengeschäft. Seit bald 20 Jahren arbeite er in dieser Industrie und habe viele neuartige Geschäftsmodelle und Unternehmen erlebt. Die große Erfahrung in diesem Sektor halte er für eine zentrale Bedingung, um die richtigen Aktien herauszufiltern und sich in diesem gigantisch wachsenden Markt zurecht zu finden.

Auch Korrekturen wie jene vom August könnten Tandberg-Johansen nicht erschüttern. Ihrer ungeachtet empfehle er weiterhin, Technologiewerte zu kaufen. Warum genau jetzt? "Wegen der Performance", bringe es Tandberg-Johansen auf den Punkt.

Während der letzten 30 Jahre habe der NASDAQ Index den S&P 500 jedes Jahr um durchschnittlich zwei Prozent übertroffen. Über 20 Prozent der weltweiten Indices würden bereits zum Bereich TMT gehören, mehr als die ganze Marktkapitalisierung der europäischen Aktien. Gerade weil der Bereich derart diversifiziert sei, gebe es ständig neue Akteure. Derzeit würden ganz neue Marktteilnehmer auftreten, etwa im Automobilmarkt mit Tesla und Apple. Im Häusermarkt würden traditionelle Home-Security-Unternehmen gerade durch Google Nest herausgefordert.

Als interessanter neuer Bereich des Anlageprozesses gelte etwa die Robotik. Zwar präsentiere sich das Anlageuniversum der börsennotierten Unternehmen hier noch recht begrenzt, aber dies könnte sich in Zukunft laut Tandberg-Johansen ändern. "Die Möglichkeit heute die künftigen Gewinner der Robotik-Industrie auszuwählen, bietet Potenzial für hohe Renditen."

Wohl würden Industrieroboter bereits seit den 70-er Jahren eingesetzt, aber die wirklich großen Veränderungen stünden laut Tandberg erst noch bevor. "Robotics können erhebliche Auswirkungen auf die Verbesserung der Produktivität haben." Zudem könne die Robotik verwendet werden, um die exponentiell wachsenden Datenmengen zu verarbeiten, wodurch auch das "Internet der Dinge" besser funktionieren werde.

Allerdings sehe Tandberg-Johansen nicht das bloße Eruieren von neuen Trends als Schlüsselkriterium. Denn Trends könne jeder erkennen. "Doch auch wenn man die beste Technologie erkennt, weiß man nicht, ob sie führend sein wird." Manchmal werde eben die zweitbeste Technologie zum Marktführer.

So sei Steve Jobs nicht der Erste mit seinem Tablet-Computer gewesen, aber er habe gesehen, wann die Zeit reif gewesen sei, weil Touchscreens sowie die Batterietechnologie weit genug gewesen seien. "Dasselbe gilt auch für uns", so Tandberg. "Alles ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts." Angesichts der zahlreichen Erfolgsgeschichten, der unzähligen Gespräche über Sieger und Verlierer liege die Herausforderung genau darin, sich davon nicht beeindrucken zu lassen.

Auch erachte es der Fondsmanager nicht als zwingend, selber ein Technologie-Nerd zu sein, um einen Tech-Fonds professionell verwalten zu können. Vielmehr fokussiere er sich auf Statistiken und zuverlässige Daten im Markt und beurteile dann, was funktioniere und sich gut verkaufe. Eine wichtige Regel beim Investieren sei, die eigenen Vorstellungen anzupassen. Wenn man also sehr optimistisch sei, sollte man sich in der gebotenen Ruhe hinterfragen und seine Meinung überprüfen. Auch wenn man überaus pessimistisch sei, sollte man durchaus etwas genauer hinschauen.

Tandberg-Johansens Strategien seien bisher aufgegangen: Der Fonds weise eine eindrückliche Wertentwicklung auf, und zwar sowohl in absoluter als auch in relativer Sicht. Auch deshalb habe er in diesem Jahr erneut gute Zuflüsse verzeichnet. Dazu Tandberg-Johansen: "Wir haben über längere Zeit ausgezeichnete Resultate bewiesen - sei es im Vergleich zur Benchmark oder zu den Mitbewerbern. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie fünf oder zehn Jahre oder gar länger zurückblicken. Wir stehen im Vergleich an der Spitze." Als Grund für diese Outperformance sehe er das Team des Fonds, welches seit dem Jahr 2001 zusammenarbeite.

Zwar hätten viele Anleger seit der Dotcom-Blase im Jahr 2000 das Risiko eines Tech-Investments immer noch als hoch eingeschätzt, doch seien die Cashflows zahlreicher Unternehmen stabil. Technologieaktien würden ca. 15 Prozent ihrer Marktkapitalisierung in Cash halten. Das vergleiche sich mit 15 Prozent Nettoschulden in den anderen Sektoren.

Hinzu komme, dass der Sektor diversifizierter sei und mit enormen Cashflows und sowie etablierten Geschäftsmodellen aufwarten könne. Sogar die Volatilität sei ein wenig unter dem Durchschnitt. Einzig steigende Langfrist-Zinsen wären vermutlich zunächst negativ für den Aktienmarkt und würden eine Verschiebung hin zu zyklischeren Namen auslösen. Diese käme jedoch den konsumorientierten Firmen wie etwa Apple zugute.

Die Verbreitung des Internets, namentlich der mobilen Anwendungen, in Schwellenländern wachse noch immer beträchtlich. Zahlungssysteme wechselten vermehrt in mobile Bereiche und diese technologische Entwicklung betreffe die Finanzindustrie ganzheitlich. Konkret möge Tandberg-Johansen weiterhin Google, das in allen Megatrends gut positioniert sei. Die Restrukturierung des Unternehmens im neuen Mutterhaus Alphabet reflektiere dies deutlich. Im Robotikbereich nenne er das Unternehmen iRobot, das robotikbasierte Lösungen in den Bereichen Konsum, Sicherheit und Fernsteuerung anbiete. (04.12.2015/fc/a/f)


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