Frankfurt (www.fondscheck.de) - Unabhängig von den Anschlägen in Brüssel, die am Dienstagmorgen den Aktienmarkt belastet haben: Anleger zeigen sich nach den Rückschlägen zu Jahresanfang immer noch etwas verunsichert und halten sich zurück, wie Händler berichten, so die Deutsche Börse AG.
"Es ist nicht klar, in welche Richtung es an den Märkten geht, nicht wenige rechnen mit einer erneuten Korrektur", erkläre Dag Rodewald von der UBS. Daher würden schwächere Phasen auch eher nicht für Zukäufe genutzt.
Die Umsätze seien den Händlern zufolge mit dem Ende der Turbulenzen zurückgegangen. "Es war eine ruhige Woche", stelle Frank Mohr von der Commerzbank fest, er melde 26.000 Transaktionen - bei einem leichten Verkaufsüberhang. "Doch die Stimmung ist grundsätzlich nicht schlecht. Es ist viel Liquidität da." Am Dienstagmorgen hätten die Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der Metro zu Verlusten an den Märkten geführt, die aber mittlerweile schon fast wieder aufgeholt seien.
Unterdessen werde das Thema Schwellenländer immer wichtiger, mehr und mehr Anleger würden auf Emerging Markets-ETFs setzen, wie die Händler berichten würden. Unter Analysten würden sich die Stimmen häufen, dass die Tiefs durchschritten seien. Gekauft worden seien bei der Commerzbank breit gestreute Emerging Markets-ETFs, allen voran der iShares MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC). "Schwellenländer-ETFs werden wieder gekauft, wenn auch nicht im großen Stil", melde auch Salaorno.
Nach den hohen Gewinnen in den Vorwochen würden in Grundstoff- sowie Öl- und Gas-ETFs (ISIN DE000A0H08M3 / WKN A0H08M) derzeit Gewinne mitgenommen, wie Salaorno berichte. "Die sind seit Januar ja auch sehr gut gelaufen." Der iShares Stoxx Europe 600 Basic Resources (ISIN DE000A0F5UK5 / WKN A0F5UK) komme trotz leichter Verluste in den vergangenen zwei Wochen seit dem Tief vom Januar immer noch auf ein Plus von 42 Prozent. Mohr berichte von auffällig hohen Umsätzen in Rohstoff-ETCs, vor allem Gold-ETCs (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G) seien abgegeben worden. Im Handelsaufkommen der Minen-ETFs habe sich das bei der Commerzbank aber nicht niedergeschlagen.
Auf den Einkaufslisten hätten laut Salaorno Finanztitel gestanden, etwa mit dem SPDR MSCI Europe Financials (ISIN IE00BKWQ0G16 / WKN A1191R), ebenso wie Immobilen-ETFs (WKN A0LGQL). Bei der Commerzbank hätten sich Anleger hingegen von Finanzwerten getrennt, Käufe von Immobilienaktien könne Mohr aber bestätigen.
Das die Phase der extremen Nervosität vorüber sei, würden die Umsätze im Anleihebereich zeigen: Salaorno berichte von Positionierungen in Hochzins- und Schwellenländer-Bonds. Großen Anklang gefunden habe ein neuer Emerging Markets-Staatsanleihen-ETF der UBS, der UBS Barclays USD Emerging Markets Sovereign (ISIN LU1324516050 / WKN A1439E), wie Rodewald erkläre: "Das zeigt schon, dass das Interesse wieder da ist." Bei der UBS seien außerdem ETFs, die US-amerikanische Unternehmensanleihen abbilden würden, extrem beliebt gewesen - mal in US-Dollar, mal in Euro (ISIN LU1048314949 / WKN A110QP, ISIN LU1048315243 / WKN A110QS). Umfangreiche Käufe habe es bei der Commerzbank im Comstage Bund Future Short (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562) gegeben, mit dem Anleger auf einen fallenden Euro-Bund-Future setzen könnten. (Ausgabe vom 22.03.2016) (23.03.2016/fc/a/e)
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