Logo
NEWS - Sonstiges
www.fondscheck.de
27.06.17 09:00
Skurril: Deutsche AM streicht ESG-Kriterien bei Nachhaltigkeits-Fonds - Fondsnews

Wien (www.fondscheck.de) - Immer mehr Investoren achten auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards, so die Experten von "FONDS professionell".

Wie könne es da sein, dass die Asset-Management-Sparte der Deutschen Bank bei ihrem Wasserfonds die Nachhaltigkeitskriterien streiche?

Die Deutsche Asset Management gebe ihrem 235 Millionen Euro schweren DWS Water Sustainability Fund (ISIN DE000DWS0DT1 / WKN DWS0DT) einen neuen Namen - und streiche gleichzeitig die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien aus den Anlagebedingungen. Das gehe aus einem Schreiben an Investoren hervor, das FONDS professionell ONLINE vorliege.

Demnach werde der Fonds ab 12. September "Deutsche AM Global Water" heißen. Außerdem würden die "Anlagegrenzen (…) dahingehend angepasst, dass künftig im Rahmen des Wertpapierauswahlprozesses keine ESG-Kriterien mehr berücksichtigt werden", wie es in dem Schreiben heiße.

Das erstaune, schließlich würden immer mehr Investoren bei ihren Anlagen gerade auf die Einhaltung von verbindlichen Standards mit Blick auf Umweltschutz ("Environment"), soziale Belange ("Social") und Unternehmensführung ("Governance") achten. Wie sei da zu erklären, dass der Fondsanbieter diese Kriterien aus dem Verkaufsprospekt streiche?

"Wir haben unsere ESG-Kriterien geschärft und mussten feststellen, dass der genannte Themenfonds diese Vorgaben nicht in jedem Punkt erfüllt", so ein Sprecher auf Anfrage der Redaktion. Daher sei eine Namens- und Prospektänderung nötig geworden. Das Portfoliomanagement werde den Fonds aber weiterhin unter Nachhaltigkeitsaspekten steuern, so der Sprecher. Mit anderen Worten: Der Fonds werde nicht weniger nachhaltig, nur die hausinternen Vorgaben seien strenger geworden.

Der Fonds dürfe als konkretes Beispiel dafür dienen, dass es nach wie vor keine einheitlichen Standards für nachhaltige Investments gebe. Der Schritt der Deutschen AM spreche insofern für eine Professionalisierung des Marktes: Nicht alles, was im grünen Mäntelchen daherkomme, dürfe automatisch als nachhaltig gelten.

Gerade mit Blick auf Themenfonds werde diese Diskussion schon lange geführt. So gehöre der Investmenttrend Wasser zwar eindeutig in die Nachhaltigkeitsecke. Ob ein Wasserfonds jedoch als nachhaltig gelten dürfe, hänge immer von den konkreten Einzelinvestments ab. Erschwerend komme hinzu, dass strenge ESG-Kriterien das ohnehin nicht allzu große Investmentuniversum eines Themenfonds stark verkleinern würden.

Der Deutsche AM Global Water investiere mindestens zwei Drittel seines Geldes entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Wassersektors. Für das Portfolio würden Versorger genauso in Frage wie Infrastrukturdienstleister, Technologieanbieter und Anlagenbauer kommen. Darüber hinaus könne der Manager auch Aktien von Unternehmen kaufen, die sich durch einen effizienten Umgang mit der Ressource Wasser auszeichnen würden. (News vom 26.06.2017) (27.06.2017/fc/n/s)


© 1998 - 2026, fondscheck.de