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30.01.18 13:30
Morningstar: Europas Fondsbranche in Feierlaune - Fondsnews

Wien (www.fondscheck.de) - Freundliche Märkte, die weitgehend frei von volatilen Phasen waren, haben der europäischen Fondsindustrie 2017 ein Rekordjahr beschert, meldet die Fondsratingagentur Morningstar, so die Experten von "FONDS professionell".

"Wie aus unseren Absatzschätzungen für das vergangene Jahr hervorgeht, erreichte der Markt für Anlagefonds Ende Dezember 8,9 Billionen Euro nach 7,96 Billionen Euro im Vorjahr", sage Ali Masarwah, Analyst bei Morningstar.

Ohne Berücksichtigung von Geldmarktfonds hätten die in Europa ansässigen offenen Anlagefonds in Summe 7,72 Billionen Euro verwaltet, was einem Anstieg von 13,8 Prozent gegenüber dem Stand zum Jahresende 2016 entspreche. Dabei hätten Langfristfonds Nettomittelzuflüsse von 592,5 Milliarden Euro einsammeln können, Geldmarktfonds seien weitere 90,3 Milliarden Euro zugegangen. Somit habe der Nettomittelzufluss ein neues Rekordniveau von 682,8 Milliarden Euro erreicht.

Das vergangene Jahr sei vor allem "das Jahr der Rentenfonds" gewesen, erkläre Masarwah: "Mit 288 Milliarden Euro erreichten Rentenfonds ein Rekordniveau bei den Zuflüssen, nach 100,2 Milliarden Euro im Jahr 2016." Angesichts der extrem niedrigen Renditen von Staatsanleihen mag dies manchem Beobachter rätselhaft erscheinen. "Die riesige Nachfrage wurde jedoch vor allem von Produkten getrieben, die auf höherverzinsliche Segmente des Rentenmarktes abzielen. Auch das Anleihe-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank verbreitete offenbar Zuversicht über die Stabilität des Bondmarkts", so Masarwah.

Aktienfonds jedweder Couleur hätten netto 106,9 Milliarden Euro angezogen und damit deutlich unter dem bisherigen Höchststand von 2013 gelegen. Die Zuflüsse in Mischfonds hätten sich auf netto 134,6 Milliarden Euro belaufen, was gegenüber 2016 einen deutlichen Anstieg von 35,4 Milliarden Euro bedeute.

Auf einzelne Anbieter heruntergebrochen falle vor allem der enorme Mittelzuwachs bei PIMCO ins Auge. Zwar führe Mitbewerber BlackRock die Morningstar-Statistik absolut betrachtet mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 62,7 Milliarden Euro an, wobei 37,8 Milliarden Euro - also mehr als die Hälfte - auf Indexfonds der Konzerntochter iShares zurückzuführen gewesen seien. Doch prozentual habe PIMCO 2017 mit einem Plus von gut 58 Prozent ein beeindruckendes Comeback geschafft - das im Übrigen ganz wesentlich auf das Konto eines einzelnen Fonds gehe: Den von Starmanager Dan Ivascyn gesteuerten PIMCO GIS Income (ISIN IE00B84J9L26 / WKN A1J7HE).

Sein Zeichnungsvolumen in Höhe von 41,5 Milliarden Euro habe laut Morningstar allein etwa 60 Prozent der Zuflüsse der europäischen Fondspalette von PIMCO entsprochen - und zugleich Auswirkungen auf die Rangfolge der absatzstärksten Fondskategorien gehabt: So seien flexible Rentenfonds, zu denen der PIMCO-Bestseller zähle, mit netto 46,2 Milliarden Euro besonders absatzstark gewesen. Der Löwenanteil von knapp 90 Prozent dieser Zuflüsse sei dank des Ivascyn-Starportfolios somit allein auf die Allianz-Tochter entfallen.

"Umgekehrt erlebte der Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0), der Flaggschifffonds des französischen Vermögensverwalters Carmignac Gestion, ein weiteres schwaches Absatzjahr, und im vierten Quartal nahm das Tempo der Abflüsse aufgrund der schwachen Performance zu", ergänze Masarwah. (30.01.2018/fc/n/s)


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