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22.02.18 12:00
Fonds-Handel: Deutsche Unternehmen jeder Größe gefragt

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Vor dem Hintergrund turbulenter Aktienbörsen verbuchen Fonds-Händler ausgesprochen starke Geschäfte mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

"Viele Anleger stellten erstmal ihre Positionen glatt und nahmen zunächst ihre Gewinne mit", berichte Andreas Kehnen von der Baader Bank. Die niedrigeren Kurse seien danach häufig zum Einstieg genutzt worden. "Wir hatten selten zuvor derart viel zu tun. Alles war dabei." Nun stehe die große Frage im Raum, ob dies bereits die von vielen als längst überfällig erachtete Korrektur gewesen sei oder ob noch etwas nachkomme.

"Das Thema Einbruch an den Aktienmärkten scheint schneller abgehakt als gedacht", meine Jan Duisberg von der ICF Bank, der das aktuelle Fonds-Geschäft als Business as usual beschreibe. Bei guten Umsätzen hätten Immobilienfonds in seiner Umsatzstatistik einmal mehr vordere Ränge belegt und würden per Saldo gekauft. "In den vergangenen Tagen stieg insbesondere die Nachfrage nach dem hausinvest (ISIN DE0009807016 / WKN 980701) überdurchschnittlich stark." Auch für den Fokus Wohnen Deutschland (ISIN DE000A12BSB8 / WKN A12BSB) seien die Orderbücher auf der Kaufseite gut gefüllt. "Anleger scheinen die Aussichten für deutsche Immobilien tendenziell optimistisch zu bewerten."

Vor dem Hintergrund stabiler Wertentwicklungen und laufender Ausschüttungen sei das Vertrauen in offene Immobilienfonds nach Ansicht von Intreal grundsätzlich zurückgekehrt. Die Einbrüche deutscher Immobilien-Publikumsfonds zu Beginn der Dekade seien demnach fast wieder wettgemacht. Nach dem Höchststand von 91 Milliarden Euro im April 2010 und der über fünf Jahre folgenden Schrumpfkur bis auf ein verwaltetes Vermögen von 77,9 Milliarden Euro, gehe es seit 2015 in dem Segment wieder steil bergauf. Bis Ende 2017 seien die Anlegergelder in dieser Anlageklasse wieder auf rund 88 Milliarden Euro gestiegen.

Zu den größten Umsatzträgern auf beiden Seiten würden bei der Baader Bank der 7,8 Milliarden Euro schwere DWS Deutschland (ISIN DE0008490962 / WKN 849096) und der DWS Aktienstrategie Deutschland (ISIN DE0009769869 / WKN 976986) gehören, die überwiegend in substanzstarke hiesige Standardaktien unter Beimischung von Werten kleinerer und mittlerer heimischer Unternehmen investieren würden. "In den Abwärts- als auch Aufwärtsphasen wurden beide Produkte stark gehandelt, wobei die Zuflüsse dominierten." Auch der Lupus alpha Smaller German Champions (ISIN LU0129233093 / WKN 974564) mit Schwerpunkt auf kleine und mittlere heimische Gesellschaften und der MainFirst Germany (ISIN LU0390221256 / WKN A0RAJN) mit Fokus auf hiesige Aktien jeder Marktkapitalisierung hätten zu den beliebtesten Publikumsfonds gezählt. "Käufe standen in jeder Marktphase im Vordergrund."

Ein Szenario von extrem hohen Zuflüssen und Abgaben zeichne die Baader Bank im Handel mit international aufgestellten Aktienfonds. Unterm Strich hätten sich Investoren von ihren Engagements im Carmignac Investissement (ISIN FR0010148981 / WKN A0DP5W) und BS Best Strategies UL Fonds - Trend & Value (ISIN LU0288759672 / WKN A0MLQE) verabschiedet. Gleichzeitig lande der rege in beide Richtungen gehandelten Arero der Weltfonds (ISIN LU0360863863 / WKN DWS0R4) unterm Strich in den Depots. Nahezu ausschließlich Zuspruch mache Kehnen für den Siemens Global Growth (ISIN DE0009772657 / WKN 977265) aus, der seinen Schwerpunkt auf innovative Zukunftsunternehmen aus den Branchen Internet, Technologie, Medien und Unterhaltung, Telekommunikation sowie Biotechnologie in Europa, Nordamerika und Japan lege.

Das Interesse an asiatisch geprägten Aktienfonds beschreibe Kehnen als überdurchschnittlich hoch. Anleger hätten sich beispielsweise vom DNB Asian Small Cup (ISIN LU0067059799 / WKN 986071) und Comgest Growth Greater China (ISIN IE0030351732 / WKN 756455) getrennt, dessen Management unter anderem in Aktien von Unternehmen anlege, die an geregelten Märkten in Asien - dazu würden China Hongkong und Taiwan gehören - notiert seien. "Der Einbruch an den US-Börsen riss die weltweiten Märkte mit nach unten", begründe der Händler. Anders sehe es mit chinesischen Werten im UBS Equity Fund - China Opportunity (ISIN LU0067412154 / WKN 986579) aus. "Der Fonds wurde auch in Abwärtsphasen gekauft."

Mischfonds kämen bei den Kunden der ICF Bank gut an und landen unterm Strich in den Depots, wie Duisberg melde. Unter anderem stünde der rege gehandelte Klassiker Carmignac Patrimoine (ISIN FR0010135103 / WKN A0DPW0) bei Investoren hoch im Kurs und würde in Summe gekauft. Das liege nicht zuletzt an der wieder stärkeren Orientierung Richtung Aktien.

Dass gemischte Portfolios dauerhaft beliebt seien, würden die Zahlen von BVI belegen. Laut dem deutschen Fondsverband würden Mischfonds bei den Publikumsfonds mit Zuflüssen von unterm Strich 29,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge die Absatzliste anführen. Produkte, die zu gleichen Teilen in Aktien und Anleihen anlegen würden, hätten mit 17 Milliarden Euro die Nase vorn. Insgesamt würden Mischfonds nach Berechnungen des BVI mit 263 Milliarden Euro rund 26 Prozent des gesamten Vermögens der Branche verwalten. Rentenfonds kämen in Summe auf ein Plus von 20,7 Milliarden Euro. Insbesondere geldmarktnahe Produkte und Fonds mit Schwerpunkt auf Anleihen aus Schwellenländern hätten Zuflüsse verzeichnet. Das verwaltete Volumen der Rentenfonds habe Ende Dezember 214 Milliarden Euro betragen. (22.02.2018/fc/a/f)



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