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02.05.19 15:00
Walter Schmitz kauft Prima Fonds zurück - Fondsnews

Wien (www.fondscheck.de) - Walter Schmitz, ein Urgestein des deutschen Fondsvertriebs, hat zum 1. Mai 90 Prozent der Anteile an Prima Fonds erworben - der Gesellschaft, die er einst selbst gegründet und 2013 dann verkauft hatte, so die Experten von "FONDS professionell".

Die restlichen zehn Prozent hätten Marco Kantner und Frank Berberich mit ihrem Unternehmen Infos AG erworben. Entsprechende Informationen von FONDS professionell ONLINE hätten Schmitz und Kantner auf Anfrage der Redaktion bestätigt. Verkäufer seien der Wiesbadener Finanzdienstleister VSP Financial Services und der Hamburger Maklerpool Netfonds. VSP habe 65 Prozent der Prima-Anteile, Netfonds den Rest gehalten.

Mit der Transaktion kehre eine Legende der deutschen Fondslandschaft in die Branche zurück - das "Handelsblatt" habe Schmitz vor einigen Jahren als "Star-Fondsvermittler" bezeichnet. Der Rheinländer habe einst die Vertriebsgesellschaft Gamax aufgebaut, die er später für angeblich 70 Millionen Euro an den italienischen Finanzkonzern Mediolanum verkauft habe. Im Jahr 2005 habe der damals 65-Jährige mit der Gründung der Fondsgesellschaft Prima Management sein Comeback gefeiert. 2013 habe er auch diese Gesellschaft veräußert - diesmal an VSP und Netfonds. Nun folge gewissermaßen sein zweites Comeback.

"Mir war schon vor sechs Jahren klar, dass Fonds nicht mehr nur über Vertreter vermittelt werden können, sondern dass es auch einen Online-Vertrieb braucht", sage Schmitz rückblickend. "Ich fühlte mich damals zu alt, einen solchen Vertriebskanal selbst aufzubauen, darum habe ich Prima Fonds 2013 an VSP veräußert, die im Internet bereits aktiv waren." Einige Jahre später habe er diesen Schritt bereut. "Ich möchte mich noch nicht zur Ruhe setzen", sage Schmitz, heute 78 Jahre alt, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Es war nicht so, dass VSP und Netfonds aktiv einen Käufer für Prima Fonds gesucht hätten - vielmehr bin ich auf die Unternehmen zugegangen, weil ich wieder einsteigen wollte."

Schmitz sei selbst der größte Investor in den Prima Fonds. Bei Unternehmensgründung habe er einen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Gamax-Verkauf in die Portfolios gesteckt. Einige Prima-Fonds seien mittlerweile mit anderen Portfolios verschmolzen worden. Doch der Prima Global Challenges (ISIN LU0254565053 / WKN A0JMLV), der von Acatis-Gründer Hendrik Leber gemanagt werde, und der von Starmanager Frank Fischer gesteuerte Prima Globale Werte (ISIN LU0215933978 / WKN A0D9KC) seien nach wie vor am Markt.

"Der Prima Global Challenges hat in den vergangenen zehn Jahren eine Performance von mehr als zwölf Prozent per annum abgeliefert", berichte Schmitz. "Das ist meiner Meinung nach ein außergewöhnlich guter Wert." Schmitz sehe die "seltene Gelegenheit, einen selbst initiierten Fonds mit einer hervorragenden Performance zu vermarkten". Das sei den früheren Besitzern nicht gelungen. "Das Volumen der Prima-Fonds war zuletzt etwa genau so groß wie 2013, als ich ausgestiegen bin", sage er. "Angesichts der tollen Historie des Fonds traue ich mir zu, das Volumen auf Sicht von fünf Jahren auf eine Milliarde Euro zu bringen. Das ist eine Herausforderung, die mir Spaß bereitet!" Aktuell verwalte der Fonds nur rund 70 Millionen Euro. Im Prima Globale Werte lägen gut 50 Millionen Euro.

Ein Grund, weswegen Schmitz so optimistisch sei: Der Prima Global Challenges besetze seit einigen Jahren das Thema Nachhaltigkeit. "Die Menschen hören jeden Tag vom Klimawandel, von Problemen mit der Wasserversorgung oder dem Plastikmüll im Ozean", so Schmitz. "Das ist im Grunde kostenlose Werbung für unseren Fonds - wir müssen diese Steilvorlage nur nutzen."

Schmitz möchte zum einen auf alte Kontakte im klassischen Vertrieb setzen - zu Gamax-Zeiten habe er zeitweise mehr als 4.000 Vermittler angebunden. Zum anderen solle die Online-Vermarktung dieses Mal wirklich funktionieren. "Dafür habe ich mit Marco Kantner und Frank Berberich die richtigen Partner gefunden", sei Schmitz überzeugt.

Die beiden Vermittler aus dem unterfränkischen Miltenberg hätten unter anderem das Portal Fonds-Super-Markt.de aufgebaut, auf dem Anleger zu Discountpreisen Fonds erwerben könnten - und würden zu den erfolgreichsten gewerblichen Finanzanlagenvermittlern Deutschlands zählen. Ihre Firmengruppe, zu der auch der "Fonds Laden" gehöre, betreue rund 460 Millionen Euro. Kantner und Berberich hätten die Option, ihren Prima-Anteil von aktuell zehn Prozent aufzustocken.

"Die beiden Prima-Fonds sind gut geeignet, um sie online zu vermarkten", sage Kantner. Der Sitz der Prima Fonds Service GmbH werde von Wiesbaden nach Miltenberg verlegt - mit Außenstelle in Bergisch-Gladbach, wo Schmitz wohne. Der bisherige Prima-Geschäftsführer Thomas Hellener werde sich künftig auf Solit Kapital konzentrieren, einer anderen VSP-Beteiligung. Die Vertriebsdirektoren, die vom Home-Office aus arbeiten würden, würden an Bord bleiben.

"Wichtig für Anleger ist, dass sich an den Prima-Fonds nichts ändern wird", betone Kantner. "Die Manager bleiben die gleichen, und als Kapitalverwaltungsgesellschaft wird weiterhin IP Concept dienen." (02.05.2019/fc/n/s)


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