Wien (www.fondscheck.de) - Anteilseigener des Greiff Special Situations Fonds (ISIN LU0228348941 / WKN A0F699) haben kürzlich Post bekommen, so die Experten von "FONDS professionell".
Inhalt sei der unter Mifid II vorgeschriebene Ex-Post-Kostenausweis mit den Angaben über die tatsächlichen Kosten des Investments im Jahr 2018. Das Schriftstück könne jedoch getrost in die Rundablage wandern: Einige Angaben seien falsch, wie die Fondsgesellschaft Greiff Capital Management in einer Mitteilung an Vertriebspartner schreibe.
Konkret sei bei den Transaktionskosten ein Wert von 0,30 Prozent angegeben worden, die tatsächlichen Kosten hätten im Kalenderjahr 2018 aber nur bei 0,18 Prozent gelegen. Ferner enthalte der Ausweis eine Performance-Fee von 1,22 Prozent - im Kalenderjahr 2018 sei Greiff zufolge aber überhaupt keine derartige Gebühr angefallen.
Einige Posittionen wie eben die Transaktionskosten seien im Vorfeld nicht bekannt. Im Fall des Greiff Special Situations seien die tatsächlichen Kosten dann niedriger als die geschätzten gewesen.
Ob die Kunden aber auch bei Versendung der nicht geschätzten Werte die wahren Kosten gesehen hätten, dürfe zumindest angezweifelt werden. Denn die Zahlen in dem Ausweis würden Transparenz und Vergleichbarkeit oft nur suggerieren. Ein Grund dafür: Der europäische Gesetzgeber habe für die Berechnung bestimmter Kosten keine Standards vorgegeben. Darüber hinaus hätten Banken zum Teil mit veralteten Daten arbeiten müssen, denn die tatsächlichen Produktkosten für das Jahr 2018 lägen bei vielen Fonds noch nicht vor. Irritationen seien damit vielfach quasi programmiert.
Ein anderes Problem sei, dass viele Dienstleister die nötigen Informationen für den Ex-Post-Kostenausweis von verschiedenen Beteiligten in mühevoller Kleinarbeit zusammenzuführen müssten, sodass sie Auflistungen erst spät verschickt würden, und nicht zu Jahresbeginn. Der Greiff Special Situations Fonds stelle hier keine Ausnahme dar. (15.05.2019/fc/n/s)
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